Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Streit um Staudamm in Nordafrika: Äthiopien will ab Juni Wasserkraftwerk betreiben

© REUTERS / NASADie Befüllung des Stausees am Grand-Ethiopian-Renaissance-Staudamm (Archivbild vom 6. November 2020)
Die Befüllung des Stausees am Grand-Ethiopian-Renaissance-Staudamm (Archivbild vom 6. November 2020) - SNA, 1920, 20.05.2021
Abonnieren
Äthiopien will nach Angaben des Außenministeriums in der kommenden Regenzeit zwischen Juni und August mit einem Wasserkraftwerk am künftig größten Staudamm Afrikas, der Grand-Ethiopian-Renaissance-Talsperre, Strom erzeugen.
„Äthiopien wird keinen Schritt tolerieren, der darauf abzielt, den Füllprozess, den Betrieb oder das Wasserfreisetzungssystem zu stören“, hieß es in einer Mitteilung. Demnach hat das Land eine rund 650 Kilometer lange Stromnetzleitung fertiggestellt, um den erzeugten Strom zu transportieren. Während der Regenzeit sollten bis zu 18,4 Milliarden Kubikmeter Wasser gespeichert werden.
Am Vortag hatte der Fernsehsender Sky News Arabia unter Berufung auf das äthiopische Ministerium für Wasser, Bewässerung und Energie bekannt gegeben, dass der Grand-Ethiopian-Renaissance-Staudamm am Blauen Nil zu 80 Prozent fertig gestellt ist. Zuvor hatte der Minister für Wasser, Bewässerung und Energie, Sileshi Bekele, angekündigt, dass das Wasserkraftwerk im Juni dieses Jahres seinen ersten Strom produzieren wird.

Streit um äthiopischen Staudamm

Äthiopien lässt seit 2011 ein Wasserkraftwerk auf dem Blauen Nil bauen, das die Bevölkerung des Landes vollständig mit Strom versorgen soll. Die Überschüsse sollen in die Nachbarländer exportiert werden.
Ägypten, Äthiopien und der Sudan haben sich nach dem jahrelangen Streit um den Großen Renaissance-Staudamm nicht auf ein internationales Abkommen geeinigt, das die Befüllung des Stausees in Äthiopien und den Betrieb des Staudamms regeln würde. Ägypten und Sudan befürchten Mängel an Wasserressourcen, die eine solche Befüllung des Stausees zur Folge haben könnte. Ägypten deckt mehr als 90 Prozent seines Wasserbedarfs aus dem Nil.
In der sudanesischen Hauptstadt Khartum mündet der Blaue Nil in den Weißen Nil. Der Strom heißt dann Nil. Er fließt dann weiter Richtung Norden durch den Sudan und Ägypten bis ins Nildelta am Mittelmeer.

Ägypten: Zweite Füllung des Damms kann unsere Wasserinteressen nicht negativ beeinflussen

Der ägyptische Außenminister, Samih Schukri, versicherte trotzdem am Mittwoch, dass die Bemühungen Äthiopiens, die Füllung seines riesigen Staudamms am Nil in den kommenden Monaten wieder aufzunehmen, die Wasserversorgung der Ägypter nicht beeinträchtigen würden: Die Bevölkerung könne „sicher sein, dass wir genug Wasser im Assuan-Stausee haben“, zitierte ihn die Nachrichtenagentur AP.
„Wir sind zuversichtlich, dass die zweite Füllung des Damms durch Äthiopien die ägyptischen Wasserinteressen nicht negativ beeinflussen wird. Wir können damit durch striktes Management unserer Wasserressourcen fertig werden“, sagte er in einem Interview mit einem ägyptischen Talkshow-Moderator.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала