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Freundschaftsvertrag mit Russland: Ukrainischer Botschafter wirft Linke „Geschichtsklitterung“ vor

© SNA / Emmanuil EwserichinStalingrad nach deutschem Luftangriff, 1942
Stalingrad nach deutschem Luftangriff, 1942 - SNA, 1920, 20.05.2021
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Der ukrainische Botschafter in Deutschland Andrij Melnyk hat der Linken eine „herabwürdigende Instrumentalisierung“ der Geschichte vorgeworfen. Anlass ist ein Vorstoß der Linksfraktion im Bundestag für einen Deutsch-Russischen Freundschaftsvertrag und ein Ende der Sanktionen.
Am 22. Juni jährt sich der Überfall Nazi-Deutschlands auf die Sowjetunion zum 80. Mal. Die Bundesregierung solle den Jahrestag „zum Anlass nehmen, Verhandlungen über einen Deutsch-Russischen Vertrag mit dem Ziel aufzunehmen, Versöhnung und Freundschaft zwischen Deutschland und Russland zu erreichen und zu verstetigen“, forderte die Linke in einem am Mittwoch eingebrachten Antrag im Bundestag.
„Angesichts der 27 Millionen Toten infolge des faschistischen Raub- und Vernichtungskrieges in der Sowjetunion müssten gute Beziehungen und Freundschaft mit Russland lange schon Teil der deutschen Staatsräson sein“, sagte dazu Sevim Dagdelen, Obfrau der Fraktion Die Linke im Auswärtigen Ausschuss.

„Schlag ins Gesicht der ukrainischen Opfer“

Der ukrainische Botschafter in Berlin, Andrij Melnyk, sprach daraufhin von einer nicht tolerierbaren „Geschichtsklitterung“. Er kritisierte, dass andere ehemalige Sowjetrepubliken wie die Ukraine und Weißrussland, die ebenfalls Millionen Kriegsopfer zu beklagen hatten, in dem Antrag nicht erwähnt werden.
Das sei eine „herabwürdigende Instrumentalisierung“ der Geschichte und ein „Schlag ins Gesicht der Millionen ukrainischen Opfer des Vernichtungskriegs“, so der Diplomat in einer Erklärung, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.
„Wir Ukrainer rufen sowohl die Koalition, als auch die Opposition dazu auf, nicht zuzulassen, dass die dunklen Seiten der NS-Geschichte politisch missbraucht werden“, erklärte der Botschafter. „Sonst läuft man Gefahr, die ukrainisch-deutsche Versöhnung in Frage zu stellen.“
Historiker schätzen die Zahl der Kriegsopfer auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion auf etwa 27 Millionen. Die Ukraine hatte gemessen am prozentualen Anteil ihrer Gesamtbevölkerung nach Belarus die höchsten Bevölkerungsverluste zu beklagen. Ukrainischen Angaben zufolge kamen zwischen acht und zehn Millionen damalige Bewohner des heutigen ukrainischen Staatsgebiets zwischen 1939 und 1945 ums Leben.
Obfrau der Fraktion Die Linke Sevim Dagdelen (Archivbild) - SNA, 1920, 19.05.2021
Die Linke fordert Deutsch-Russischen Freundschaftsvertrag
In ihrem Antrag hatte die Linke zudem die Aufnahme oder Wiederaufnahme Russlands in internationale Dialogformate gefordert und sich für ein Ende der Wirtschaftssanktionen gegen Russland eingesetzt, „die überwiegend die Bevölkerung treffen.“
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