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Da beißt die Maus keinen Faden ab: 10 Fakten über das meistverwendete Versuchstier

eine Maus - SNA, 1920, 20.05.2021
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In Deutschland wurden in den vergangenen zehn Jahren jährlich rund drei Millionen Tiere für wissenschaftliche Zwecke eingesetzt. Das meistgefragte bei den Forschern ist dabei die Maus. SNA hat interessante Fakten über das kleine Nagetier gesammelt.
Im Jahr 2019 wurden in Deutschland 2.902.348 Tiere für wissenschaftliche Zwecke verwendet und davon 2.202.592 für Tierversuche eingesetzt. Bei etwa 65 Prozent der verwendeten Versuchstiere handelte es sich um Mäuse, dann folgten Ratten, Kaninchen, Vögel und Fische, wie aus den Angaben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft hervorgeht.
aDNA (Symbolbild) - SNA, 1920, 30.03.2021
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Warum die Maus unter den Wissenschaftlern so beliebt ist und was es auch sonst Interessantes rund um den kleinen Nager zu wissen gibt, erfahren Sie hier.
1.
Das Erbgut der Maus ist komplett entschlüsselt. Kaum ein Säuger-Organismus ist heute so gut untersucht wie ihrer.
2.
Die Maus und der Mensch sind sich trotz der kolossalen Unterschiede im Äußeren wissenschaftlich gesehen sehr ähnlich. 95 Prozent der Gene im Erbgut der Maus besitzt der Mensch in ähnlicher Form, erklärt die Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften. Viele Erkrankungen von Mäusen und Menschen haben dieselbe genetische Ursache.
3.
Die Langschwanzmäuse umfassen etwa 750 Arten in 150 Gattungen. Damit sind sie eine der artenreichsten Familien der Säugetiere.
4.
Das Wort „Maus“ wurde im Mittel- und Althochdeutschen „mūs“ geschrieben. Laut dem Duden bedeutet das Wort ursprünglich „die Stehlende“. Auf Sanskrit heißt „mus“ so viel wie „stehlend“ oder „vernichtend“.
5.
Die Tragezeit der Maus beträgt ungefähr drei Wochen. Sie bringt drei bis zehn oder sogar mehr Jungtiere zur Welt, geschlechtsreif wird das Tier bereits mit zehn bis zwölf Wochen. Ein Mäuseweibchen kann sechs bis acht Mal im Jahr gebären. Wenn die Mutter unter Stress gerät, kann sie ihre Babys töten oder sogar auffressen. Bei guten Bedingungen kann ein Paar für etwa 2000 Nachkommen (inklusive Kinder, Enkel, Urenkel usw.) im Jahr sorgen.
6.
Abhängig von den Forschungszielen können Gene im Erbgut der Mäuse zu bestimmten Zeitpunkten in der Entwicklung an- oder abgeschaltet werden. Dies erlaubt den Wissenschaftlern, die Entstehung von Krankheiten beim Menschen und deren Behandlung zu untersuchen. Mehr als die Hälfte der an Max-Planck-Institutionen gehaltenen Mäuse war im Jahr 2015 genetisch verändert.
7.
Der US-amerikanische Genetiker Philip Leder erhielt im Jahr 1988 mit seinem Kollegen Timothy Stewart in den Vereinigten Staaten das erste Patent auf ein gentechnisch verändertes Tier – die so genannte Krebsmaus (OncoMouse), eine modifizierte Hausmaus, die dazu neigt, leichter an Tumoren zu erkranken. Sie wird für die Krebsforschung eingesetzt.
8.
Der wohl am weitesten verbreitete Inzuchtstamm von Labormäusen ist die C57BL/6-Maus (auch als Black6 bezeichnet). Das dunkelbraune Mäuschen verfügt über spezifische Eigenschaften: Sie ist anfällig für Arteriosklerose, Fettleibigkeit und Diabetes, die durch die Ernährung verursacht werden, konsumiert freiwillig Alkohol und verliert mit dem Alter das Gehör.
9.
Mäuse werden als Modellobjekte zur Untersuchung von Krankheiten des Menschen (Krebs, Diabetes, Fettleibigkeit, Taubheit, Bluthochdruck, Alzheimer), der Wirksamkeit und Toxizität von Arzneimitteln, bei Transplantationsexperimenten und in vielen anderen Bereichen verwendet.
10.
Das Zusammenleben mit Menschen macht Mäuse schlauer, teilte die Max-Planck-Gesellschaft im Februar 2021 mit. Ein Forschungsteam untersuchte demnach drei Unterarten der Hausmaus. Diese Unterarten leben unterschiedlich lang in der menschlichen Umgebung. Eine Art hatte eine 3000 Jahre lange Erfahrung solch einer Wohngemeinschaft, eine zweite 8000, und eine dritte 11.000 Jahre. Bei einem Experiment mussten die Mäuse es beispielsweise schaffen, ein kleines Spielzeug-Fenster zu öffnen, um an einen Leckerbissen zu kommen, hieß es. „Die Hausmäuse, deren Vorfahren schon seit etwa 11.000 Jahren beim Menschen leben, waren deutlich besser darin, den notwendigen Mechanismus zu entdecken“, so die Wissenschaftler.
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