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„Ein perfider Plan von Putin“? Eisbären-Inzucht im Berliner Tierpark sorgt für Aufsehen

CC BY-SA 4.0 / GodeNehler / Wikimedia CommonsEisbärin Hertha im Tierpark Berlin (Archivbild)
Eisbärin Hertha im Tierpark Berlin (Archivbild) - SNA, 1920, 19.05.2021
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Auch in der Tierwelt ist eine Inzucht zwischen Geschwistern äußerst unerwünscht und kann zu einem lebensunfähigen Nachwuchs führen. Nun machte der Berliner Tierpark publik, dass dies bei den Eisbären Tonja und Wolodja genau der Fall ist. Der Grund dafür ist offenbar eine falsche Zuordnung von Dokumenten im Moskauer Zoo vor mehr als 10 Jahren.
Jetzt heißt es, dass die junge Eisbärin Hertha aus dem Berliner Tierpark das Ergebnis einer unwissentlichen Inzucht sei. Die Eltern des Publikumslieblings Tonja und von Wolodja sind Geschwister, wie Zoo- und Tierparkdirektor Andreas Knieriem am Dienstag mitteilte. Tonja war 2011 in Berlin angekommen, der jüngere Wolodja erst 2013. Der Eisbärenmutter Tonja seien im Zoo Moskau nach ihrer Geburt 2009 falsche Papiere zugeordnet worden. Nun waren einer Biologin aus dem Moskauer Zoo bei der Durchsicht von älteren Unterlagen widersprüchliche Angaben zum Geburtsdatum Tonjas aufgefallen. Bei einer anderen Eisbärenfamilie in Moskau war beinahe zeitgleich mit Tonjas Geburt ein weiteres weibliches Jungtier geboren worden. Eine Genanalyse habe nun Klarheit gebracht.
Es ist auch nicht das Einzige Problem. Wie der Berliner Tierpark weiter angibt, waren die ersten zwei Nachkommen des Paares Tonja und Wolodja jeweils ein Jahr nach der Geburt gestorben. Die Eisbärin, die seit 2011 in der Einrichtung im Ostteil von Berlin lebt, soll nun keinen weiteren Nachwuchs bekommen. Wolodja kam 2019 von Berlin aus in die Niederlande.
Mutter und Tochter Hertha bleiben aber bis auf weiteres in Berlin, wie Tierparkdirektor Knieriem betonte. Das Ergebnis sei für viele im Tierpark jedoch ein Schock gewesen. „Für die verantwortungsvolle Arbeit des Europäischen Erhaltungszuchtprogrammes ist dieser folgenschwere Fehler ein sehr bedauerlicher Rückschlag.“
Achim Gruber, Direktor des Instituts für Tierpathologie an der Freien Universität, bestätigte jedoch auf die Frage, dass die Inzucht für Hertha nichts bedeute und es seien für ihren Nachwuchs auch keine negativen Folgen zu erwarten.
Knieriem betonte seinerseits, er wolle keine Schuldzuweisungen an die Moskauer Einrichtung adressieren. Es sei ein menschlicher Fehler passiert. Zudem habe es in diesem Fall Transparenz gegeben.
Im Netz hat der Fall für ganz viele Reaktionen gesorgt, wobei viele Menschen sich freuen, dass Tonja und Hertha erst einmal zusammenbleiben dürfen. „Für den Tierpark, aber auch für die weitere Zucht ist das natürlich ein herber Schlag“, schreibt eine Userin auf Facebook. „Ich wünsche Tonja und Hertha, dass die beiden, wenn sie sich weiterhin vertragen im Tierpark alt werden können“, so eine andere Frau. Einige nehmen den Vorfall jedoch zum Anlass für einen Scherz über die „russische Spur“, wie ein User schrieb: „Das ist natürlich ein perfider Plan - ersonnen von Putin persönlich - um die Eisbärenpopulation in Deutschland absichtlich klein zu halten“. Weitere fragen, ob die beiden Eisbären nicht doch aus dem Saarland kommen.
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