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Russland „robuster als andere Länder“ in der Krise – Handel mit Deutschland wächst

© AFP 2021 / JOHN MACDOUGALLFlaggen Russlands und Deutschlands (Symbolbild)
Flaggen Russlands und Deutschlands (Symbolbild) - SNA, 1920, 18.05.2021
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Der deutsch-russische Handel ist im März über elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr gewachsen. Das berichten übereinstimmend Wirtschaftsfachmagazine. Probleme für Russland bestehen weiterhin im Bereich von Investition und Kaufkraft. Zusätzlich belasten die Sanktionen des Westens die russische Volkswirtschaft.
„Mit fortschreitendem, wärmendem Frühling sprießen auch die bilateralen wirtschaftlichen Beziehungen und Initiativen“, meldete vor wenigen Tagen der Berliner OWC-Verlag für Außenwirtschaft, gleichzeitig Herausgeber des Magazins „Russland Insider“. „Der Warenaustausch zwischen Deutschland und Russland stieg im ersten Viertel des Jahres im zwar niedrigen, aber immerhin zweistelligen Bereich. Zukunftsorientierte deutsche Unternehmen investieren heftig in lokalisierte Produktionsstandorte – wie jüngst zum Beispiel der erfolgreiche mittelständische Container-Hersteller ‚ElA‘ in der Region Kaluga.“

Die deutschen Exporte nach Russland „stiegen im März um 11,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr“, vermerkt aktuell das Fachmagazin „Exportmanager-Online“.

Aufgrund der Corona-Krise ergebe sich dennoch „im Sechsmonatsdurchschnitt ein Exportrückgang von 5,6 Prozent. Weiterhin belasten Sanktionen den deutsch-russischen Handel.“

Russlands Wirtschaft bleibt stabil

Russland zähle mit 4,8 Millionen gemeldeten Infektionen und über 110.000 Sterbefällen zu den am stärksten von der Covid-19-Pandemie betroffenen Ländern der Welt.
„Die russische Wirtschaft zeigt sich jedoch robuster als die vieler anderer Staaten. Russlands Wirtschaftsleistung ging im Jahr 2020 lediglich um 3,1 Prozent zurück. Vor allem der starke Rückgang der Importe um 13,7 Prozent stabilisierte die inländische Produktion.“
Staatsflaggen von Russland und Deutschland - SNA, 1920, 13.05.2021
Auslandshandelskammer: Deutschland wird 2021 mehr in Russland investieren

IWF: Russisches BIP wird wachsen – Kooperation mit China und Türkei

„Der staatliche Verbrauch konnte den Rückgang des privaten Verbrauchs zum Teil kompensieren. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet für das laufende Jahr mit einem Anstieg des russischen realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 3,8 Prozent.“
Das finnische Wirtschaftsforschungsinstitut Bofit führe demnach den moderaten Rückgang der Wirtschaftsleistung auf die günstige Struktur der russischen Volkswirtschaft zurück. „So ist der Anteil des besonders von der Pandemie betroffenen Dienstleistungssektors geringer als in vielen anderen Ländern. Für die russische Wirtschaft bleiben die westlichen Sanktionen weiterhin ein bedeutendes Hindernis für die Modernisierung. Hinzu kommen strukturelle Schwächen, die die Regierung nur zögernd adressiert.“

Russland profitiere insgesamt „von seiner Rolle als Regionalmacht im Nahen Osten, auch im Nato-Land Türkei ist das Land inzwischen ein geschätzter Partner. Die Kooperation mit China hat sichnicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht intensiviert. Allerdings bleibt Russland prinzipiell nach Westen orientiert.“

Deutsche Autos, Elektrotechnik und Maschinen für Russland

Die Exporte aus Deutschland nach Russland legten im März im Vorgleich zum Vorjahresmonat zwar zu, aber „für das Gesamtjahr 2020 ergibt sich ein Rückgang um 13,1 Prozent.“
Demnach brach der Export deutscher Kraftfahrzeuge leicht ein. Elektrotechnische Exporte konnten trotz Einbruch ihren Anteil am russischen Gesamt-Export bei rund zehn Prozent halten. „Erfreulich entwickelte sich der Maschinenexport, der lediglich 2,3 Prozent gegenüber 2019 einbüßte.“ Mit 26,7 Prozent sei diese Warengruppe weiterhin führend in der Ausfuhrstatistik Deutschlands in die Russische Föderation.
Wasserstoff-Lager (Symbolbild) - SNA, 1920, 23.01.2021
Sauberer Wasserstoff für Deutschland mit Atomkraft aus Russland? – Exklusiv

Russland exportiert Öl, Gas und Gold nach Deutschland

Der schwache Rubel, Sanktionen und Lieferbeschränkungen seien weiterhin Hindernisse für die russische Wirtschaftsentwicklung. „Gegen das Pipelineprojekt Nord Stream 2 haben die USA Sanktionen verhängt, die zumindest von Deutschland nicht mitgetragen werden.“
Die russischen Importe in die Bundesrepublik wuchsen im März sogar um 13,6 Prozent. „Mit 75,8 Prozent waren mineralische Brennstoffe die dominierende Importware. Importanteile von mehr als einem Prozent hatten zudem Metalle, darunter vor allem Gold, sowie Holz und chemische Produkte aus Russland.“

„Boom-Branchen“: Öl- und Pharma-Sektor

Russlands Wirtschaft habe die Corona-Krise „ohne größere Blessuren überstanden“, kommentiert aktuell das Fach-Portal für den deutschen Außenhandel, „German Trade and Invest“ (GTAI). „Der Rückgang des russischen Bruttoinlandsproduktes im Jahr 2020 war im Vergleich zu anderen Weltregionen überschaubar.“ Dennoch gebe es eine Warnung: „Die Konjunktur kommt nur langsam in Fahrt, weil Kaufkraft und Investitionen schwächeln.“
Das Moskauer Wirtschaftsministerium und die Weltbank „erwarten für Russland einen BIP-Anstieg um 2,9 Prozent für 2021 und um 3,2 Prozent für 2022.“ Jedoch schöpfe der Kreml seine „finanziellen Möglichkeiten nicht aus, um die Konjunktur anzukurbeln. Die Regierung setzt auf Haushaltsdisziplin.“
In Russland sende die verarbeitende Industrie „erste positive Signale: Die Produktion von Textilien, Arzneimitteln, Kunststoffen, Elektronik, Fahrzeugen und Möbeln legte im ersten Quartal des Jahres zweistellig zu.“ Die Petrochemie und Pharmaindustrie seien demnach Boom-Branchen.
Autos der litauischen und estnischen Dipmissionen vor dem Außenministerium in Moskau, 28. April 2021 - SNA, 1920, 28.04.2021
Russland weist sieben EU-Diplomaten aus

Deutsche Unternehmen zogen 2020 Geld ab

Die Europäische Union (EU) bleibe mit einem Anteil von knapp 39 Prozent am russischen Außenhandel der wichtigste Handelspartner Moskaus.
Dennoch halte sich der Staat mit Investitionsprogrammen zurück. „Ausländische Investoren sind angesichts der weiter schwelenden politischen Konfrontation zwischen Russland und dem Westen zurückhaltend. Die gegenseitige Ausweisung von Diplomaten und neue Sanktionen erhöhen das Standortrisiko. Deutsche Unternehmen haben 2020 erstmals seit sechs Jahren wieder mehr Geld aus Russland abgezogen als neu dort investiert. Nach Angaben der Bundesbank lag das Minus der Direktinvestitionen bei 380 Millionen Euro.“
Präsident Wladimir Putin betonte in seiner Rede zur Lage der Nation im April Infrastrukturprojekte. „Konkret nannte er die Autobahn Moskau – Kasan – Jekaterinburg sowie Umgehungsstraßen für einige Millionenstädte. Außerdem sollen Tourismus-Cluster besser erschlossen werden.“
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