Nach Raketenbeschuss aus Libanon – Israels Armee feuert mit Artillerie

© REUTERS / AMIR COHENSoldaten der israelischen Armee an der Grenze zum Gazastreifen
Soldaten der israelischen Armee an der Grenze zum Gazastreifen - SNA, 1920, 18.05.2021
Sechs Raketen sind am späten Montagabend aus dem Libanon in Richtung Nordisrael abgefeuert worden. Dies geht aus einer Mitteilung der israelischen Armee (IDF) hervor.
Keine der Raketen habe es jedoch über die Grenze nach Israel geschafft, hieß es in der Mitteilung. Demnach hatten die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte als Reaktion einen Artilleriebeschuss auf den Ort vorgenommen, von dem aus die Raketen gestartet seien.
Wie die Deutsche Presse-Agentur unter Verweis auf libanesische Sicherheitskreise berichtete, seien mindestens drei Raketen vom Süden des Libanons aus abgefeuert worden. Die Nachrichtenagentur Reuters meldete unter Berufung auf eine libanesische Sicherheitsquelle, etwa 22 Geschosse seien von der israelischen Artillerie auf libanesisches Gebiet abgefeuert worden.
Die Interimstruppe der Vereinten Nationen im Libanon sagte, sie habe Raketenbeschuss aus der Gegend um Rashaya Al Foukhar im Südlibanon festgestellt.
Auch die UN-Friedensmission Unifil meldete Raketenbeschuss von der oben erwähnten libanesischen Gegend aus, der gegen 23:30 Uhr (Ortszeit) am Montag erfolgt sei, und bestätigte das Vergeltungsfeuer der israelischen Artillerie. Die UN-Mission forderte alle Parteien zur Zurückhaltung auf, um eine Eskalation der Lage zu verhindern.
Es gab zunächst keine Angaben dazu, wer für den Raketenbeschuss verantwortlich war. Israelischen Medien zufolge wurden Einwohner der israelischen Grenzstadt Misgav angewiesen, in ihren Häusern zu bleiben. Anwohner berichteten demnach auch von Explosionen.
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Bei einer Protestkundgebung hatten sich zuvor hunderte Anhänger der Hisbollah und andere Demonstranten in der libanesischen Hauptstadt Beirut mit den Palästinensern solidarisiert. Die Demonstranten schwenkten Fahnen der Palästinenser und der Hisbollah und riefen unter anderem „Tel Aviv, wir kommen“. Am Freitag wurde mindestens ein libanesischer Demonstrant, der auf israelisches Territorium gelangt war, durch israelisches Panzerfeuer getötet. Zudem waren bereits am Donnerstag vergangener Woche drei Raketen aus dem Libanon nach Israel abgefeuert worden.
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Die schiitische Hisbollah-Organisation ist eng mit Israels Erzfeind Iran verbündet. Sie kontrolliert mit ihrer Miliz unter anderem den Süden des Libanon und damit die Grenze zu Israel, wo es immer wieder zu Spannungen kommt. Zuletzt hatte es 2006 einen Krieg zwischen der Hisbollah und Israel gegeben.
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