Welt-Hypertonie-Tag: Sechs Tipps für Vorbeugung der Risikofaktoren

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Blutdruck (Symbolbild) - SNA, 1920, 17.05.2021
Der Welt-Hypertonie-Tag findet seit 2006 jährlich am 17. Mai statt. Bluthochdruck ist laut der Hochdruckliga, der Deutschen Gesellschaft für Hypertonie und Prävention, Risikofaktor Nr. 1 für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. SNA ist der Vorbeugung von Risikofaktoren auf den Grund gegangen und hat nun sechs ganz einfache Tipps für Sie in petto.
Erhöhter Blutdruck (Hypertonie) kann laut Ärzten zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Niereninsuffizienz führen. Weltweit sind nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) jährlich rund 9,4 Millionen Todesfälle auf erhöhten Blutdruck zurückzuführen. Hypertonie sei damit der wichtigste veränderbare Risikofaktor für Mortalität. Etwa ein Viertel der Weltbevölkerung hat einen zu hohen Blutdruck. Laut der Deutschen Hochdruckliga kämpfen etwa 20 bis 30 Millionen Bundesbürger mit Hypertonie.
Blutdruck-Normalwerte

Ein systolischer Blutdruck von 120 bis 129 mmHg und ein diastolischer Blutdruck von 80 bis 84 mmHg zählen laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum Normbereich.

Das Risiko von Bluthochdruck lässt sich der WHO und anderen Experten zufolge durch folgende Maßnahmen verringern:

1. Reduktion des Salzkonsums

Übermäßig viel Salz kann zu einem Anstieg des Blutdrucks und damit zu einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. Ein durchschnittlicher Erwachsener sollte maximal sechs Gramm Salz pro Tag konsumieren, so die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE). Die meisten Menschen überschreiten diesen Wert deutlich, teilt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) mit.
Einen Mechanismus dafür, warum Salz den Blutdruck erhöht, haben Wissenschaftler des Instituts für Pharmakologie der Universität Heidelberg anhand eines Tiermodells entdeckt: Salz fördere die Bildung bestimmter Botenstoffe in der Muskulatur von Blutgefäßen, die die Muskelzellen zur Kontraktion bringen. Durch den erhöhten Widerstand in den Blutgefäßen erhöht sich demnach der Blutdruck.
Supermarkt (Symbolbild) - SNA, 1920, 07.04.2021
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2. Vermeiden schädlichen Alkoholkonsums

Die Verringerung des Alkoholkonsums hat laut einer Studie einen positiven Einfluss auf den Blutdruck, so die Stiftung Gesundheitswissen. Die Teilnehmer, die ihren Alkoholkonsum über zwei bis drei Wochen reduzierten, zeigten demnach gegenüber der Vergleichsgruppe ohne Alkoholreduktion eine durchschnittliche Verringerung des systolischen Blutdrucks um etwa fünf mmHg. Der diastolische Wert lag bei den Teilnehmern mit Alkoholreduktion bei etwa drei mmHg niedriger als in der Gruppe, die weiterhin wie gewohnt Alkohol zu sich nahm, hieß es.
Deutschland weist im internationalen Vergleich seit vielen Jahren einen sehr hohen Alkoholkonsum auf, so die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen. Der Verbrauch an Reinalkohol pro Kopf im Alter ab 15 Jahren betrug in den letzten Jahren mehr als zehn Liter im Jahr. Der Pro-Kopf-Verbrauch an Alkohol-Fertigwaren in Deutschland lag demnach im Jahr 2019 wie folgt: fast 100 Liter Bier, rund 20 Liter Wein, fast 3,5 Liter Schaumwein und etwas mehr als fünf Liter anderer Spirituosen.
Bier (Symbolbild) - SNA
Alkoholkonsum

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen empfiehlt, an mindestens zwei Tagen pro Woche keinen Alkohol zu trinken. Für Frauen werden nicht mehr als zwölf Gramm Alkohol pro Tag empfohlen, also nicht mehr als ein kleines Glas Wein (0,125 Liter). Für gesunde Männer ist das Krankheitsrisiko nachweislich erhöht, wenn sie täglich mehr als 24 Gramm Alkohol trinken, also mehr als zwei kleine Gläser Bier (0,6 Liter).

ExpandierenMinimieren
Darüber hinaus kann regelmäßiger Alkoholkonsum dick machen. Das liegt an seinem hohen Kaloriengehalt: Mit 29,6 kJ (7,07 kcal) pro Gramm Alkohol liegt sein Energiegehalt in etwa bei dem von Fett.

3. Regelmäßige körperliche Betätigung

Regelmäßige Bewegung hält die Blutgefäße elastisch. Ein Forscherteam von der São Paulo's School of Physical Education and Sports (EEFE-USP) in Brasilien hat untersucht, wie sich Ausdauertraining am Morgen oder am Abend auf den Blutdruck auswirkte, schreibt das Portal Netdoktor.de. Das abendliche Training (zwischen 18 und 20 Uhr) zeigte sich dem morgendlichen (zwischen 7 und 9 Uhr) deutlich überlegen.

4. Gesundes Körpergewicht

Zu viele Kilos belasten Herz und Kreislauf. Stark übergewichtige Menschen leiden nach Informationen der Techniker Krankenkasse dreimal häufiger an Bluthochdruck als normalgewichtige. Pro zehn Kilo Übergewicht steigt der systolische Blutdruck (der obere Wert des Blutdrucks) um drei mmHg und der diastolische um zwei mmHg an, informiert das Portal Apotheken.de.
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5. Dem Rauchen ade sagen

Jede einzelne Zigarette erhöht den Blutdruck. Durch die vom Nikotin angestoßene Freisetzung des antidiuretischen Hormons Vasopressin verengen sich die Blutgefäße, teilt das Deutsche Krebsforschungszentrum mit. Dies trage zum Anstieg des Blutdrucks bei.

6. Stressabbau

Konflikte innerhalb der Familie oder des Freundeskreises, Ärger am Arbeitsplatz oder andere belastende Situationen sind Stress für Körper und Seele, denn Stress sorgt dafür, dass unser Blutdruck ansteigt, so die Herzstiftung. Bei Dauerstress ist dann unser Blutdruck auch dauerhaft zu hoch. Die Blutgefäße verengen und verstopfen sich leichter, weil sich die Blutgerinnung bei Stress verändert, heißt es.

Die Initiative für den Welt-Hypertonie-Tag ist mit der internationalen Organisation „World Hypertension League“ (dt.: „Welt-Hypertonie-Liga“) verbunden. Sie gilt als Dachverband für mehr als 80 nationale Gesellschaften, die sich dem Kampf gegen Bluthockdruck verschrieben haben. Hierzulande ist die Deutsche Hochdruckliga e.V. und die Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention vertreten. Dieser Tag wurde von der WHL erstmals am 14. Mai 2005 eingeleitet, um die Menschen über Bluthochdruck aufzuklären. Denn bei hypertensiven Patienten waren keine ausreichenden Kenntnisse über die Krankheit vorhanden. Seit 2006 wird der Aktionstag jährlich am 17. Mai begangen.
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