Stiko nennt Zeitpunkt für „Auffrischung“ der Impfung – Lauterbach hält sie schon im Herbst für nötig

© AFP 2022 / INA FASSBENDEREine Frau bekommt am 7. April in einer Arztpraxis in Hagen eine Impfung mit BionTech.
Eine Frau bekommt am 7. April in einer Arztpraxis in Hagen eine Impfung mit BionTech.  - SNA, 1920, 17.05.2021
Die Ständige Impfkommission (Stiko) am RKI rechnet damit, dass das Coronavirus bleiben werde und die aktuellen Impfungen nicht die letzte seien. Das Thema wird nach der Stiko, die auch Impfungen für Deutschland empfiehlt, nun auch von anderen Experten näher thematisiert.
So müssten die Deutschen laut dem Stiko-Vorsitzenden Thomas Mertens wohl spätestens im nächsten Jahr erneut gegen das Coronavirus impfen lassen. „Das Virus wird uns nicht wieder verlassen. Die aktuellen Corona-Impfungen werden deswegen nicht die letzten sein“, sagte Mertens am Sonntag den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Grundsätzlich müssten sich die Geimpften darauf einstellen, dass sie möglicherweise im nächsten Jahr alle ihren Impfschutz auffrischen müssten, so der deutsche Arzt und Virologe.
Er wies unter anderem darauf hin, dass die Hersteller nach eigener Aussage bereits an modifizierten Impfstoffen arbeiten, die gegen relevante derzeit bekannte Mutanten wirksam sein sollen. Zuvor gingen viele international bekannte Epidemiologen und Virologen in einer Umfrage der „The People's Vaccine Alliance“ von Ende März davon aus, dass die Welt aufgrund der sich ausbreitenden Coronavirus-Mutationen in einem Jahr oder schon früher neue oder modifizierte Impfstoffe benötigen kann.
Es reicht Demo in Berlin - SNA, 1920, 16.05.2021
Weltweite Proteste gegen indirekte Impfpflicht - Demo unter dem Motto "Es reicht" auch in Berlin
Auch sagte Mertens, dass es zudem denkbar sei, dass der Impfschutz bei einzelnen Gruppen bereits wieder nachlasse oder generell zu schwach sei. Das könne einzelne Altersgruppen betreffen oder auch Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen. Patienten, deren Immunabwehr medikamentös gesteuert werde, könnten bereits kurzfristig eine dritte Dosis benötigen, so Mertens.

Karl Lauterbach: Für einige bereits im Herbst

Aktuell ist es bei den Corona-Impfstoffen noch nicht klar, wie lange die damit erreichte Immunität tatsächlich anhält. Ausreichende Studien dazu liegen noch nicht vor. Einige Experten gehen aber nach den bisherigen Daten davon aus, dass eine Impfung für mindestens sechs Monate sicher wirkt. So meint auch der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. Die erste Auffrischung werde deshalb für einige bereits im Herbst fällig sein, sagte Lauterbach den Funke-Zeitungen. Sollten sich in Deutschland Mutationen verbreiten, gegen die die aktuellen Impfstoffe nicht so stark wirksam seien, müsse man möglicherweise auch schon früher mit einem angepassten Impfstoff beginnen.
Parallel wollen die Impfstoff-Hersteller die Covid-Impfungen Kinder und Kleinkinder bis Herbst in Aussicht stellen. Beim Thema gibt es sowohl Hoffnungen als auch Kritik. Während Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) Kinder und Jugendliche etwa vorrangig impfen will, hält etwa der Präsident der Ärztekammer Hamburg „politische Vorstöße, eine regelhafte Impfung von Kindern und Jugendlichen zu fordern oder gar die Teilnahme am Präsenzunterricht vom Impfstatus gegen COVID-19 abhängig zu machen“, zum jetzigen Zeitpunkt und nach allen bekannten Fakten für nicht angemessen.
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