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„Euro-Panzer“, „Energie-Laser“ und Raketen mit „Hyper-Geschwindigkeit“: Neue Waffen für die EU

© AP Photo / Michael SohnDeutscher Panzer "Leopard 2" (Archivbild)
Deutscher Panzer Leopard 2 (Archivbild) - SNA, 1920, 17.05.2021
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Insider im Bundesverteidigungsministerium erwarten in den kommenden Monaten die Entwicklung „neuer deutsch-französischer Bodenkampfsysteme“. Das berichtet das Nachrichtenportal „Defense News“. Demnach sollen neuartige Kampfpanzer entstehen. Mit dabei sind die Waffenschmieden „Rheinmetall“ und „Krauss-Maffei“ sowie ein französischer Rüstungskonzern.
Deutschland und Frankreich wollen spätestens ab Herbst gemeinsam „neue Bodenkampfsysteme“ entwickeln: Darunter neuartige „Euro-Panzer“. Dies geht aus einem aktuellen Bericht des US-nahen Militär-Nachrichtenportals „Defense News“ hervor. Danach erwarten Berliner Spitzenbeamte im Verteidigungsministerium diesbezüglich ein bilaterales Abkommen nach einer geplanten Sicherheitskonferenz in der deutschen Hauptstadt im September. Diese Einschätzung beruhe auf einem internen Regierungsbericht an den Bundestag, das dem Militärmagazin vorliege.
In dem Papier wird laut dem Portal darauf hingewiesen, dass das internationale Treffen weitere „interessierte Länder aus der Europäischen Union (EU) sowie der Nato einbinden soll“. Die Voraussetzung dabei: Berlin und Paris werden sich über die Produktion der Euro-Panzer einig. All dies geschehe im Rahmen des europäischen Rüstungsprojekts namens „Main Ground Combat System“ (MGCS).
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„Rheinmetall“ und „Krauss-Maffei“ arbeiten mit Franzosen zusammen

Ein Interessent dabei sei das Vereinigte Königreich. Bereits im April betonten deutsche Beamte, dass London und Berlin bereit wären, gegenseitig Verteidigungsgüter voneinander zu erwerben. Frankreich stimme „im Prinzip der Idee zu. Was dazu führen könnte, dass ausgewählte Länder wie Großbritannien später vollwertige Partner in dem neuen Rüstungsprogramm werden. So heißt es unter Berufung auf eine Sitzung des deutsch-französischen Verteidigungs- und Sicherheitsrates am fünften Februar.“
Konstruktion und Bau „eines neuen Panzers für Europa wird hier als ein Heimspiel für die deutsche Industrie angesehen, nämlich für die Waffenproduzenten ‚Rheinmetall‘ und ‚Krauss-Maffei Wegmann‘.“ Die französische Waffenschmiede „Nexter“ sei ebenfalls „Teil des Teams im Rahmen eines Joint Ventures mit Krauss-Maffei, das als ‚KNDS‘ bezeichnet wird.“ Dieses deutsch-französische Joint Venture präsentierte bereits im Juni 2019 auf der „Eurosatory-Ausstellung“ in Paris einen Prototyp des neuen europäischen Kampfpanzers.
Der Düsseldorfer Rüstungskonzern „Rheinmetall“ arbeite intensiv dem deutsch-französischen Projekt zu.

Bundestag muss noch zustimmen

Vor diesem Hintergrund seien einige Investitionen geplant, „die jedoch noch nicht im Haushaltsplan der Bundesregierung verankert sind.“ Das Berliner Verteidigungsministerium plane daher „sich in der letzten Juniwoche, also kurz vor der Parlamentspause, die Zustimmung des Bundestags für das Projekt einzuholen.“
Laut dem Bericht sollen noch in diesem Jahr Verträge in acht Entwicklungsgebieten finanziert werden. Darunter: „Mobilitätsprüfstand“, „Munition“, „Gesamtschutz“, „Kollaborativer Kampf“, „Simulationen für Truppen“, „automatisierte Navigation“, „automatisierte Feuersequenz“ und „verbesserte Sensoren“.
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Automatisierter „Euro-Panzer“: Autonomes Fahren und Feuern

Wie Medien bereits im letzten Jahr berichteten, schaffe das „gigantische Rüstungsprojekt“ den Nachfolger für den bisherigen deutschen Panzer „Leopard 2“.
Das moderne Panzersystem werde „mit maximal zwei Soldaten an Bord“ auskommen. Im Vorgänger waren es bisher vier Besatzungsmitglieder, darunter Kommandant, Richtschütze, Ladeschütze und Fahrer. Dabei wurde die Munition noch per Hand nachgeladen. Dies „wird definitiv künftig automatisch passieren.“ Außerdem sei autonomes Fahren der Panzer geplant.
Bei den Franzosen werde der neue „Euro-Panzer“ den bisherigen Typ „Leclerc“ ersetzen. Allein die Entwicklungskosten für das Projekt „können nach ersten Angaben 1,5 Milliarden Euro betragen. Die Kosten teilen sich Frankreich und Deutschland.“
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Milliardenschweres Rüstungsunterfangen

Das Gesamtvolumen für die neue Panzergeneration dürfte dann bei etwa 100 Milliarden Euro liegen.
Die beteiligten europäischen Staaten planen darüber hinaus, ab 2023 in einer neuerlichen Vertragsrunde „zusätzlich weitere militärische High-Tech-Funktionen herauszubringen.“ So etwa „vom Lauf abgefeuerte (Nicht)-Sichtlinienraketen“, „Hochenergie-Lasersysteme“, „unbemannte Kampfflugzeuge“ sowie die Entwicklung von Raketen mit „Hypergeschwindigkeit“.
Berichten zufolge sind sowohl Deutschland als auch Frankreich bei dem Projekt bemüht, „möglichst viele“ Konzerne der landeseigenen Rüstungsindustrie daran zu beteiligen. Darunter falle auch die Zusammenarbeit zwischen Berlin und Paris in Bezug auf Verteidigung für den Luftraum. So solle ein neuer Kampfjet in Kooperation entstehen.
Wie französische Medien bereits 2019 gemeldet hatten, hoffen auch Italien und Polen darauf, selbst an dem Rüstungsprojekt teilzunehmen und dass es in das „Pesco“-Verteidigungsinitiative der EU aufgenommen wird.
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