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Jährlich 745.000 Tote durch Überarbeitung – UN-Studie

© AP Photo / Aijaz RahiBauarbeiter in Kudgi, Indien (Archivbild)
Bauarbeiter in Kudgi, Indien (Archivbild) - SNA, 1920, 17.05.2021
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Lange Arbeitszeiten stellen laut einer UN-Studie ein Gesundheitsrisiko dar und kosten jährlich Hunderttausende Menschenleben. Dies berichtet die Deutsche Presse-Agentur unter Verweis auf eine Studie, die im Auftrag des Projekts Global Burden of Disease durchgeführt wurde.
Demnach gehen die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) davon aus, dass im Jahr 2016 weltweit rund 398.000 Menschen an Schlaganfällen und etwa 347.000 an koronarer Herzerkrankung starben, weil sie 55 Wochenstunden oder mehr gearbeitet hatten. Derartige Arbeitszeiten würden fast neun Prozent der Weltbevölkerung betreffen.
Ostasien, Südostasien und der indische Subkontinent sind nach Angaben der Forscher besonders stark durch arbeitsbedingte Herz-Kreislauf-Erkrankungen belastet, ebenso einige Länder in Afrika und Südamerika. In diesen Regionen gebe es viele Menschen ohne geregelte Arbeitsverträge und -zeiten. Die geringste Belastung gebe es in Nordamerika und Europa, wo der Arbeitnehmerschutz stärker sei.
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Corona-Krise kann Trend noch verschärfen

Laut der Studie nahmen tödliche Herzerkrankungen und Schlaganfälle mit Arbeitsbezug zwischen 2000 und 2016 stark zu. Die Corona-Krise könnte diese Entwicklung noch verstärken, warnte WHO-Chef Tedros: Im Homeoffice verschwömmen Arbeit und Freizeit. Stellenkürzungen erhöhten die Belastung für verbliebene Mitarbeiter. WHO und ILO fordern deshalb, bestehende Arbeitszeitregeln umzusetzen und fehlende Gesetze einzuführen.

Tod durch Überarbeitung bei weitem kein ostasiatisches Phänomen mehr

Durch Überarbeitung gingen 2016 der Analyse zufolge weltweit rund 23 Millionen gesunde Lebensjahre verloren – mehr als durch Verletzungen oder Fehlbelastungen, die bislang als die größten Verursacher von Gesundheitsschäden am Arbeitsplatz gesehen wurden. Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt demnach ab 55 Stunden Wochenarbeitszeit stark an. Einerseits verursache die körperliche und psychische Belastung diese Krankheiten, erklärte Mitautor Jian Li von der Universität von Kalifornien in Los Angeles. Zusätzlich gebe es indirekte Faktoren wie Rauchen, Alkohol, zu wenig Bewegung und Schlafmangel.
Der Tod durch Überarbeitung, der im Japanischen mit dem Begriff „Karoshi“ bezeichnet wird, sei offenbar keine Erscheinung mehr, die lediglich für ostasiatische Länder kennzeichnend wäre, warnte Li: „Karoshi wurde in vergangenen Jahren als einzigartiges ostasiatisches Phänomen gesehen, doch durch unsere systematischen Untersuchungen und globalen Schätzungen wissen wir, dass es sich um ein globales Problem handelt“, äußerte er.
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Im Auftrag von WHO und ILO wurden Umfragen zu Arbeitszeiten aus 154 Ländern ausgewertet. Die Daten wurden mit Studien über Schlaganfälle und Herzkrankheiten mit insgesamt 1,6 Millionen Teilnehmern abgeglichen.
Diese Studie gibt einen Überblick über den Einfluss berufsbedingter Risikofaktoren auf die globale Krankheitslast, wie sie von der berufsbedingten Komponente der Global Burden of Disease (GBD) 2016 geschätzt wurde.
Das Forschungsprogramm Global Burden of Disease (GBD) untersucht Sterblichkeit und Behinderung durch die wichtigsten Krankheiten, Verletzungen und Risikofaktoren und erforscht die Krankheitslast in verschiedenen Regionen und weltweit.
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