Deutschland erkennt Völkermord in Namibia zur Kolonialzeit an – Medien

© AFP 2022 / HANDOUTHerero- und Nama-Gefangene um 1904 im heutigen Namibia
Herero- und Nama-Gefangene um 1904 im heutigen Namibia  - SNA, 1920, 17.05.2021
Deutschland hat sich wohl Medienberichten zufolge bereit erklärt, seine Verbrechen in Namibia gegen die Volksgruppen Herero und Nama in der Kolonialzeit anzuerkennen. Damit würden die sechsjährigen Gespräche zwischen beiden Staaten über Entschuldigung und Entschädigung zu Ende sein.
Nach Angaben des Deutschlandfunks haben die Seiten am Wochenende eine Einigung erzielt, die dann von den beiden Regierungen unterzeichnet werden kann.
Die Verhandlungen dauerten jahrelang, weil die Parteien sich nicht auf die Summe der Entschädigung einigen konnten – Namibia hat bislang das Angebot Berlins als zu niedrig abgelehnt. Doch jetzt scheint eine Einigung erzielt worden zu sein.
Namibia wird als Entschädigung zusätzlich zu den regulären Entwicklungshilfen finanzielle Unterstützung gezielt für Siedlungsgebiete der von Gräueltaten betroffenen Volksgruppen zugesprochen, so der Deutschlandfunk. Aus diesem Geld sollen Gesundheitsversorgung, Bildung und Infrastrukturverbesserung finanziert werden.
Außerdem soll Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu einem Festakt im namibischen Parlament kommen, um dort offiziell um Entschuldigung zu bitten.
Mehr als 30 Jahre (von 1884 bis 1915) besetzte das deutsche Kaiserreich ein Gebiet im südlichen Afrika – das heutige Namibia. Die Gewalt gegen die Volksgruppen der Herero und Nama wird heute als Völkermord gewertet. Deutsche Truppen haben allein zwischen 1904 und 1908 bei der Niederschlagung von Aufständen der Herero und Nama etwa 70.000 Menschen getötet. Seit 2015 führen Deutschland und Namibia Verhandlungen über eine Entschädigung. Eine offizielle Entschuldigung oder Entschädigung gab es von Deutschland bislang nicht.
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