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„Möglichst in Muttersprache“: Berliner Arzt fordert mehr Impfberatung für Migranten

© AFP 2021 / STEFANIE LOOSEin Schild im Berliner Neukölln ruft auf, Abstand zu halten und eine Schutzmaske zu tragen, Oktober 2021.
Ein Schild im Berliner Neukölln ruft auf, Abstand zu halten und eine Schutzmaske zu tragen, Oktober 2021. - SNA, 1920, 17.05.2021
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Am vergangenen Wochenende hat Berlin in Gebieten mit höheren Inzidenzen die Schwerpunktimpfungen gegen Covid-19 getestet, initiiert vom Berliner Senat und dem Bezirksamt Neukölln. Anschließend fordert ein Neuköllner Amtsarzt nun jedoch eine gezielte Impfberatung für Menschen mit Migrationshintergrund.
Darüber sprach der Mediziner Nicolai Savaskan nach seinem Arbeitswochenende gegenüber dem rbb. Geimpft wurden in Kiezen und Quartieren rund 2.200 Menschen. Die Schwerpunktimpfung in Neukölln sei zwar ein guter Anfang, so Savaskan, türkisch- oder arabischstämmige Berliner hätten sich aber deutlich schwerer erreichen lassen, als Menschen mit Englisch oder Spanisch als Muttersprache. Deshalb müsse jetzt eine Feinjustierung in sozialen Brennpunkten folgen.

Beratung möglichst in der Muttersprache

„Flugblätter allein reichen da nicht“, so der Arzt. Deshalbt schlägt er individuellere Beratungen und Impfangebote vor, zum Beispiel über das Quartiersmanagement. Um sie bei solchen Schwerpunktimpfungen künftig mehr zum Impfen zu motivieren, sehr mehr Zeit bei der Beratung nötig - und möglichst in ihrer Muttersprache, betonte Savaskan. Diese Bevölkerungsgruppe konsumiere mitunter wenig deutsche Medien. Fünf Minuten vor der Impfung reichten nicht, um Vertrauen zu gewinnen.
Insgesamt waren rund 10.000 Menschen aus Kiezen mit hohen Ansteckungszahlen zu einer Impfung berechtigt. Man habe aber vor allem die Menschen erreicht, die schon gut informiert gewesen seien, so Savaskan weiter. Das sei gut, denn sie seien nun wie Schutzschilde in ihren Wohnquartieren. Doch es sei nur rund ein Fünftel aller Eingeladenen. Bisher setzen Savaskan und sein Team in der Pandemie in Neukölln ganz bewusst Akzente, die auf Quartiere mit hohem Migrantenanteil zugeschnitten sind. So hätten sich zum Beispiel bei einem spontanen Impfangebot in Unterkünften für Geflüchtete in Neukölln nur fünf Prozent der Bewohner impfen lassen.

Integrationsstaatssekretärin von NRW verteidigt Migranten

Am Tag zuvor hatte die Integrationsstaatssekretärin von Nordrhein-Westfalen, Serap Güler, vor der vorschnellen Stigmatisierung der Menschen mit Migrationshintergrund in der Debatte um die Impfskepsis gewarnt. Der Impfwille unter Zuwanderern sei so groß wie im Rest der Gesellschaft, sagte Güler laut „Tagesspiegel“. Ihre Gespräche mit Hausärzten und mit migrantischen Selbstorganisation hätten ebenfalls gezeigt, dass die Skepsis in den migrantischen Communitys nicht höher sei als in vielen anderen Gruppen der Gesellschaft. Zugleich gab sie zu, dass in dem Milieu Verschwörungstheorien wie über die angebliche Unfruchtbarkeit teilweise verfestigter seien.
Pro-palästinensische Demo in Berlin - SNA, 1920, 17.05.2021
NRW-Innenminister ruft zu Bekämpfung von Antisemitismus bei arabischstämmigen Migranten auf
Ende April forderte Güler gegenüber den Sendern RTL und ntv ein verstärktes Impfen in Wohngebieten mit hohem Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund. Als Grund dafür nannte die CDU-Politikerin sozial prekäre Verhältnisse, in denen viele Migranten nach wie vor leben würden.
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