Israel gibt Raketenbeschuss aus Gazastreifen und Gegenangriffe auf Hamas bekannt

© AP Photo / Khalil HamraRaketenangriff (Archivbild)
Raketenangriff (Archivbild) - SNA, 1920, 15.05.2021
In der Nacht zum Samstag hat die israelische Armee eigenen Angaben zufolge vom Gazastreifen aus rund 200 Raketenstarts auf Israels Territorium festgestellt und mehr als 100 Geschosse abgefangen, hieß es am Samstag in einem Twitter-Beitrag.
Die Attacken begannen demnach am Freitag um 19.00 Uhr. Ungefähr 30 Raketen seien im Gazastreifen niedergegangen. Wie die Deutsche Presse-Agentur unter Verweis auf israelische Militärs meldet, hätten am Morgen in der Wüstenstadt Beerscheva im Süden Israels sowie in Grenzorten zum Gazastreifen die Warnsirenen geheult.
In Beerscheva wurde nach Polizeiangaben ein Haus durch Raketensplitter getroffen, so die DPA. Es gebe Sachschaden, aber keine Verletzten. Auch die israelischen Küstenstädte Aschkelon und Aschdod wurden erneut angegriffen.
Die israelische Armee teilte auf Twitter mit, sie habe weiter Ziele der islamistischen Hamas-Bewegung in dem Palästinensergebiet angegriffen. Die Luftwaffe habe mehrere Raketenabschussrampen und zwei Kampfeinheiten der Hamas sowie Waffendepots beschossen.
Die amtliche palästinensische Nachrichtenagentur Wafa berichtete am Samstag, im Flüchtlingslager Schati im Westen von Gaza sei ein Haus getroffen worden. Es seien dabei zehn Mitglieder einer palästinensischen Familie getötet worden, darunter acht Kinder. 25 weitere Zivilisten hätten Verletzungen erlitten.
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Auch in Beit Lahiya im Norden des Küstenstreifens sowie an anderen Orten seien Zivilisten getötet worden. Eine israelische Armeesprecherin sagte, man prüfe die Berichte. Nach Angaben von Wafa wurden seit der Eskalation der Gewalt am Montag 140 Palästinenser im Gazastreifen getötet. Unter ihnen seien 39 Kinder und 22 Frauen.

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Wie die US-Botschaft in Israel am Freitagabend mitteilte, landete der Spitzendiplomat Hady Amr auf dem Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv. US-Außenminister Antony Blinken hatte ihn gebeten, sich mit Vertretern beider Seiten zu treffen.
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Der Konflikt zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden Hamas war zu Wochenbeginn eskaliert. Als Auslöser gelten etwa Polizei-Absperrungen in der Jerusalemer Altstadt, die viele junge Palästinenser als Demütigung empfanden. Hinzu kamen Auseinandersetzungen von Palästinensern und israelischen Siedlern im Jerusalemer Viertel Scheich Dscharrah wegen Zwangsräumungen sowie heftige Zusammenstöße auf dem Tempelberg (Al-Haram al-Scharif).
Militante Palästinenser beschießen Israel fortwährend mit Raketen – nach Angaben der israelischen Armee waren es zuletzt bereits 2300. Israel reagiert mit massiven Angriffen in dem Küstengebiet. Wie die DPA zuvor aus ägyptischen Sicherheitskreisen erfuhr, lehnte Israel ein Angebot Ägyptens zur Vermittlung einer Feuerpause ab.
Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza wurden dort seit der Eskalation des Konflikts am Montagabend mehr als 125 Menschen getötet und 950 verletzt. Wie Israels Armee mitteilte, kamen in Israel durch den Raketenbeschuss der vergangenen Tage acht Menschen ums Leben.
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Im dicht besiedelten Gazastreifen leben etwa zwei Millionen Menschen. Die Humanitäre Koordinatorin für die Palästinensergebiete, Lynn Hastings, erklärte, die Vereinten Nationen schätzten, dass wegen der andauernden Feindseligkeiten bereits rund 10.000 Palästinenser ihre Häuser im Gazastreifen hätten verlassen müssen.
Israel und Ägypten halten den Gazastreifen unter Blockade und begründen dies mit Sicherheitserwägungen. Die islamistische Hamas wird von Israel, den USA und der EU als Terrororganisation eingestuft. Sie hat die Zerstörung Israels zu ihrem Ziel erklärt.
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