Schweden rüstet auf: USA liefert erste Patriot-Abwehrraketen

© AFP 2022 / Henrik MontgomeryEin schwedischer Soldat vor einem Suchradarsystem
Ein schwedischer Soldat vor einem Suchradarsystem - SNA, 1920, 14.05.2021
Im Rahmen eines Rüstungsauftrags hat der US-Konzern Lockheed Martin die ersten Raketen für Schwedens neues Luftabwehrsystem Patriot geliefert. Das berichtete Schwedens Staatsfernsehen Sveriges Television am Donnerstagabend.
Joakim Lewin, der zuständige Beamte bei der schwedischen Rüstungsmaterialverwaltung (FMV), bestätigte die erste Lieferung der Flugabwehrlenkraketen. Diese sind Teil des neuen Luftabwehrsystems Patriot 103, das Luftangriffe abwehren sowie ballistische Raketen abschießen soll. Ziel sei, kommentierte Lewin, beide Flugabwehrbataillone Schwedens bis 2025 aufzurüsten.
„Weitere Lieferungen werden wir in den Jahren 2021, 2022 und 2023 erhalten“, fügte der FMV-Sprecher hinzu.
US-Soldaten (Archivbild) - SNA, 1920, 14.05.2021
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Der schwedische Auftrag zur Beschaffung von Abwehrraketen in den USA bei den beiden weltgrößten Waffenherstellern, Lockheed Martin und Raytheon, habe allein in seiner ersten Phase einen Wert von mindestens zehn Milliarden schwedischen Kronen (umgerechnet etwa 9,8 Milliarden Euro). Der Deal gehört damit zu den größten Waffenbeschaffungen Schwedens in der modernen Geschichte. Das Luftabwehrsystem Patriot 103 mit mittlerer Reichweite wird als ein wichtiges Upgrade der aktuellen schwedischen Luftabwehr angesehen, die in den 1960er Jahren entwickelt wurde.

Angespannte Stimmungen in den baltischen Staaten

Der Hintergrund für die Beschaffung von Patriot-Raketen war die jüngste Aufrüstung der russischen Raketeneinheiten in der Ostsee-Enklave Kaliningrad. Insbesondere geht es um Iskander- und Kalibr-Raketen, die sowohl mit konventionellen als auch mit nuklearen Sprengköpfen bestückt werden können.
Im April hatte der amtierende Chef des schwedischen Militärgeheimdienstes, Daniel Ulsson, im Gespräch mit der Zeitung „Svenska Dagbladet“ Kaliningrad als „Bedrohung“ im Fall eines militärischen Konflikts in der baltischen Region bezeichnet. Daher rechne Schweden in seiner Verteidigungsplanung mit der US-Unterstützung.
Russland wiederum hatte wiederholt betont, es werde sich nicht auf einen Konflikt mit den Nato-Ländern einlassen. In westlichen Medien ist in der vergangenen Zeit vermehrt über eine angebliche militärische Bedrohung, die von Kaliningrad ausgeht, berichtet worden.
Anfang März hatte der ehemalige Befehlshaber der polnischen Armee, General Waldemar Skrzypczak, behauptet, dass Russland im Fall eines Zusammenstoßes mit der Nato mit Kaliningrad einen Vorteil im Baltikum hätte. Moskau verurteilte die Aussage als „unfreundlich“ und „überholt“ und wies darauf hin, dass solche Äußerungen mit Versuchen zusammenhingen, den Einfluss der Allianz in der Region zu stärken.
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