Kultur opfern – Wirtschaft retten? Museumsbund warnt vor Schließungen von Museen nach Corona

© AFP 2022 / DAVID GANNONBerliner Museumsinsel
Berliner Museumsinsel - SNA, 1920, 14.05.2021
Nach Einschätzung des Deutschen Museumsbundes könnte die Museen-Landschaft infolge der Corona-Pandemie an Vielfalt einbüßen.
„Ich würde es per se nicht ausschließen, dass tatsächlich Museen zugemacht werden“, warnte Christina Haak, Vizepräsidentin des Deutschen Museumsbundes, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (DPA) in Berlin. Angesichts sinkender Infektionszahlen und Impffortschritten wird demnach befürchtet, dass die Finanzierung von Museen im Zuge der Pandemie etwa der Rettung der Wirtschaft entgegengestellt wird. „Das ist eine kritische Debatte. Ich hoffe, dass sie so nicht kommen wird.“

Verkauf von Gemälden ist „rote Linie“

Das Potenzial für Einsparungen in den bundesweit über 6600 Museen sei ohnehin gering, betonte die stellvertretende Generaldirektorin der Staatlichen Museen zu Berlin gegenüber der DPA. Selbst mit Schließungen spare man zunächst zwar etwa die Betriebskosten – der Verbleib von Gemälden und anderen Kunstwerken müsse dann aber immer noch geregelt werden. Ein Verkauf sei „in der Regel – Gott sei Dank – eine rote Linie“, sagte Haak der DPA.
Auch höhere Ticketpreise sind laut Haak keine hilfreiche Alternative. „Automatisch mehr Geld nimmt man damit nämlich nicht ein“, betonte sie. Touristen im Urlaub seien zwar spendabler – „die Stadtbevölkerung reagiert wiederum sehr empfindlich auf Preiserhöhungen“.
Trotz Pandemie sind zum Internationalen Museumstag am 16. Mai den Angaben zufolge deutschlandweit gut 1500 Aktionen in den Einrichtungen geplant, die schon wieder öffnen dürfen. „Das sind immerhin knapp über 600“, sagte Haak. Ziel des Museumstages ist es, auf die thematische Vielfalt der Museen hinzuweisen. Die bundesweite Auftaktveranstaltung wird im Livestream aus dem Berend-Lehmann-Museum für jüdische Geschichte und Kultur in Halberstadt in Sachsen-Anhalt übertragen.
Die Neue Nationalgalerie Berlin - SNA, 1920, 02.05.2021
„So viel Mies wie möglich“ – Sanierungsende in Mies van der Rohes Neuer Nationalgalerie in Berlin
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала