Hausärzte-Chef hält Impfpass im Juni für verfrüht: „Arztpraxen sind keine Passämter“

© REUTERS / DADO RUVICImpfpass (Symbolbild)
Impfpass (Symbolbild) - SNA, 1920, 14.05.2021
Der Deutsche Hausärzteverband zweifelt an der geplanten Einführung eines digitalen Impfpasses bis Ende Juni.
Es deute wenig darauf hin, dass der Impfausweis bis zum Beginn der Reisesaison im Sommer flächendeckend verfügbar sein werde, sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, der „Augsburger Allgemeinen“ vom Freitag. Die Deutsche Presse-Agentur (DPA) zitiert aus dem Blatt:
„Da darf man mit Blick auf bürokratische Vorgaben und weitere leidvolle Verkomplizierungen schon Zweifel haben, ob den vollmundigen Ankündigungen dann auch zeitnah Taten folgen werden.“
Ulrich Weigeldt
Bundesvorsitzender des Deutschen Hausärzteverbandes
Unabhängig davon dürfe Hausarztpraxen „keinesfalls noch mehr Bürokratie aufgebürdet werden“, sagte der Ärztefunktionär. Die Mediziner bräuchten Zeit für Patienten, aber „ganz gewiss nicht, um uns als Passamt der Republik zu verdingen“. Umso wichtiger sei, dass der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) anerkannte gelbe Impfausweis als Nachweis gültig bleibe.
Deutschland will laut DPA gemeinsam mit der EU noch im Juni einen digitalen Corona-Impfnachweis einführen. Bei bereits vorher vollständig Geimpften soll der Impfstatus aus dem analogen Impfpass übertragen werden. Jedoch sind bereits gefälschte Impfpässe im Umlauf.
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