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Tradition gegen Brause-Millionen: Heißer Kampf in Berlin um DFB-Pokal

© REUTERS / ANNEGRET HILSEBVB-Spieler beim Training vor dem Pokal-Finale in Berlin, 12. Mai 2021
BVB-Spieler beim Training vor dem Pokal-Finale in Berlin, 12. Mai 2021 - SNA, 1920, 13.05.2021
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Trotz leerer Ränge und fehlender Fans dürfte das heutige Finale im DFB-Pokal ein sportliches Highlight des Jahres werden. Bayern-Jäger RB Leipzig trifft auf den mehrfachen Pokalsieger Borussia Dortmund. Im letzten Duell schlug der BVB den finanzstarken Ost-Club nur knapp. Beide Trainer sind heiß auf den Titel.
Berlin, Olympiastadion, heute 20:45 Uhr: Anstoß zum DFB-Pokalfinale der Fußball-Herren zwischen den deutschen Top-Teams aus der Bundesliga: Borussia Dortmund gegen RB Leipzig. Auf der einen Seite der Traditionsklub aus dem Ruhrpott, mehrfacher Deutscher Meister und Cup-Sieger, der sich aktuell immer noch mühen muss, um in die Champions League zu kommen. Dann aus Ostdeutschland der neue Jäger von Meister Bayern München und vermutlich baldiger Vize-Meister, durch seinen finanzkräftigen Brause-Sponsor mit Millionen aufgerüstet.
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Weltklasse-Spieler haben beide Clubs vorzuweisen. Wie beispielsweise BVB-Kapitän Marco Reus mit seinem Führungstor im Liga-Duell gegen Leipzig am letzten Samstag unter Beweis stellte. Denkbar knapp fuhr die Borussia mit 3:2 einen Heimsieg gegen die Sachsen ein. Die Dortmunder waren aber auch zum Siegen verdammt, wollen sie noch Europas höchste Spielklasse – die Champions League – in der nächsten Saison erreichen.

BVB: „Für unsere Fans Finale gewinnen“

Nach Reus schlug zweimal der englische Nationalspieler Jadon Sancho für den BVB zu. Für RB Leipzig erzielten Lukas Klostermann und der Spanier Dani Olmo die Tore. Beide tragen ebenso das Nationaltrikot ihrer Länder.
„Wir haben bewiesen, dass wir bis zum Ende kämpfen“, erklärte Sancho nach dem Spiel im vereinseigenen TV. „Wir müssen für unsere Fans jetzt gewinnen, denn sie warten schon so lange auf einen Pokal. Sie verdienen es, besonders in dieser Corona-Zeit.“ Der BVB-Torschütze beklagte, dass die Fans aktuell nicht ins Stadion dürfen. Ex- oder vielleicht bald wieder Nationalspieler und Weltmeister Mats Hummels fügte hinzu: Mit Leipzig, „sportlich auf einem ähnlichen Level wie wir“, stehe ein starker Gegner im Endspiel. „Ich erwarte eine hohe Intensität von beiden Mannschaften. Man muss in jeder Sekunde da sein, immer präsent sein.“

RB Leipzig: „Nächste Chance gegen Dortmund nutzen“

Ein enttäuscht dreinblickender Leipzig-Trainer Julian Nagelsmann (33) konnte seinen Frust auf der Pressekonferenz in Dortmund nach der Niederlage kaum verbergen. „In der zweiten Halbzeit waren wir die bessere Mannschaft“, sagte er gegenüber Journalisten, die online zugeschaltet waren.
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„Am Ende sind drei Tore zu viel, die wir bekommen haben. Aber es gab sicherlich auch Dinge, die wir wirklich gut gemacht haben. Diese Chancen müssen wir Donnerstag nutzen.“
Nun will Nagelsmann unbedingt in Berlin Revanche nehmen und den DFB-Pokal holen. Auch um als Titelträger zu seinem neuen Arbeitgeber – dem FC Bayern – zu gehen. Eben noch jagte er mit Leipzig den Liga-Primus, nun wird er bald selbst die Münchner Weltstars trainieren.

Kurz vor EM: Pokal-Finale auf höchstem Niveau

Sein Kontrahent, der 38-jährige BVB-Trainer Edin Terzic, ist genauso motiviert und heiß auf den Pokalgewinn – und wechselt nach dem Sommer ebenso seine bisherige Position als Chef-Coach. Er wird dann Co-Trainer unter dem neuen Dortmunder Übungsleiter Marco Rose aus Gladbach.

„Dass man den Sieg noch kurz vor Schluss bejubelt, ist umso schöner“, kommentierte Borussia-Trainer Terzic den Triumph gegen Leipzig. Mit Blick auf das Pokalfinale in Berlin meinte er: „Es ist ein neues Spiel, es geht um sehr viel. Wir werden alles für den Pokal geben.“

Fußballerisch dürfte das Finale ein feiner Leckerbissen werden. Beide Mannschaften spielen technisch und taktisch auf höchstem Niveau. RB Leipzig, in der laufenden Saison Zweiter hinter Bayern, stand zuvor nur einmal im DFB-Pokalfinale, das verloren ging. Die Trophäe konnte Borussia Dortmund bisher viermal gewinnen: 1965, 1989, 2012 und zuletzt 2017.
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Nie „in der Geschichte des seit 1952 als DFB-Pokal durchgeführten Wettbewerbs standen sich zwei so junge Fußball-Lehrer in einem Endspiel gegenüber“, schrieb jüngst die „Berliner Zeitung“. Pandemie-bedingt wird das Spiel ohne Publikum im Olympiastadion stattfinden, dies hatte die Stadt Berlin bereits vor Monaten so entschieden.
Für die Kicker ist die Partie außerdem eine letzte Möglichkeit, sich nochmal für ihre Nationalmannschaften ins Gespräch zu bringen. Denn zu guter Letzt wartet in wenigen Wochen die verschobene Europameisterschaft (EM) 2020 darauf, in mehreren europäischen Städten gespielt zu werden. So mancher Dortmunder und Leipziger würde sich sicher über eine Einladung von Nationaltrainer Jogi Löw nach dem Endspiel freuen.
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