Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Radovan Karadzic wird in britisches Gefängnis überstellt – Raab

© AFP 2021 / Yves Herman / ANP / AFPRadovan Karadzic, ehemaliger Präsident der Republika Srpska, im Gerichtssaal (Archiv)
Radovan Karadzic, ehemaliger Präsident der Republika Srpska, im Gerichtssaal (Archiv) - SNA, 1920, 12.05.2021
Abonnieren
Der wegen Kriegsverbrechen und des Genozids an der muslimischen Bevölkerung in Srebrenica verurteilte ehemalige Präsident der Republika Srpska, Radovan Karadzic, wird in ein britisches Gefängnis überstellt. Das teilte der britische Außenminister Dominic Raab am Mittwoch in London mit.
Das Internationale Straftribunal für Ex-Jugoslawien (ICTY) hatte Karadzic 2016 in zehn der elf Anklagepunkte schuldig gesprochen und zu 40 Jahren Haft verurteilt. Ihm wurden Kriegsverbrechen in Bosnien-Herzegowina vorgeworfen, darunter ethnische Säuberungen, Deportationen und der Völkermord in Srebrenica.

Urteil gegen Karadzic angefochten

Das Urteil wurde von den beiden Prozessparteien angefochten: Die Anklage forderte eine lebenslange Haftstrafe, während die Verteidigung auf unschuldig plädierte. Im März 2019 wurde die 40-jährige Haft in eine lebenslange umgewandelt. Die Berufung des ehemaligen Führers der bosnischen Serben wurde abgelehnt.
„Karadzic hat Völkermord auf dem Gewissen. Er ist für die Ermordung von Männern, Frauen und Kindern, für den Genozid in Srebrenica und für die Belagerung von Sarajevo verantwortlich“, erklärte Raab.
„Wir sind stolz, dass Großbritannien Karadzics Inhaftierung ermöglicht hatte (…) Wir haben ihn im Laufe von 30 Jahren wegen dieser Verbrechen verfolgt und stimmen seiner Überstellung in ein britisches Gefängnis zu, wo er die restliche Haftstrafe absitzen wird“, sagte Raab.

Tragödie von Srebrenica

Im Juli 1995 brachten serbische Formationen unter dem Kommando von General Ratko Mladic die Stadt Srebrenica in Bosnien-Herzegowina an der Grenze zu Serbien unter ihre Kontrolle. Der Internationalen Kommission für Vermisste Personen (ICMP/International Commission on Missing Persons) und einigen anderen Organisationen zufolge waren damals rund 8.000 bosnische Muslime ums Leben gekommen beziehungsweise gelten als vermisst.
Literaturnobelpreisträger Peter Handke in Serbien - SNA, 1920, 10.05.2021
Literaturnobelpreisträger Handke lässt sich von Serben ehren
2015 hatte Russland den von Großbritannien und den USA im UN-Sicherheitsrat eingebrachten Resolutionsentwurf blockiert, dem zufolge die Ereignisse in Srebrenica als Völkermord und als Verbrechen gegen die Menschlichkeit eingestuft werden. Der damalige russische UN-Botschafter Witali Tschurkin begründete die Ablehnung damit, dass die Annahme der Resolution die Lage in der Region drastisch verschlimmert hätte, da es in Bosnien-Herzegowina selbst keine Einigung zu diesem Problem gegeben habe.
Sind Sie in den sozialen Netzwerken aktiv? Wir auch! Werden Sie SNA-Follower auf Telegram, Twitter oder Facebook! Für visuelle Inhalte abonnieren Sie SNA bei Instagram und YouTube!
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала