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Internationale Klima-Maßnahmen reichen nicht: Experten warnen vor kolossalen Risiken

© AP Photo / Czarek SokolowskiCO2-Emissionen (Symbolbild)
CO2-Emissionen (Symbolbild) - SNA, 1920, 12.05.2021
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Die aktuellen Ziele und Versprechen von Regierungen weltweit zur Senkung der Emission von Treibhausgasen reichen nicht aus, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. In einer Erklärung fordert eine illustre Gruppe aus Nobelpreisträger und Akademiker deswegen die Menschheit zu mehr Einsatz auf.
e globale Erderwärmung würde Forschern zufolge am Ende des Jahrhunderts bei 2,4 Grad Celsius gegenüber der vorindustriellen Zeit liegen. Das zeigt die aktuelle Prognose des Analyseprojekts Climate Action Tracker (CAT). Würden die Ziele und Versprechen nicht umgesetzt werden und der Status quo bestehen bleiben, würde die globale Durchschnittstemperatur im Jahr 2100 sogar plus 2,9 Grad Celsius betragen, weit oberhalb dem Pariser Ziel von 1,5 Grad. Bei einem optimistischen Szenario mit verstärkten Klimaschutz-Anstrengungen würde die Erderwärmung immer noch zwei Grad betragen.

32 Staaten verantworten rund 80 Prozent der globalen Emissionen

Eine hohe Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre schränkt das Entweichen der von der Erde abgestrahlten Wärme in das Weltall ein. Die Folge: Die Temperaturen auf der Erde steigen. Messbar wird die globale Erwärmung unter anderem an den Anomalien der globalen durchschnittlichen Kontinental-Temperaturen. Temperatur-Anomalien sind Abweichungen der Temperatur, die sich an berechneten langjährigen Mittelwerten messen.
Basis für die Prognose sind Daten von 32 Staaten, die zusammen für rund 80 Prozent der globalen Emissionen verantwortlich sind. Erstellt wird der CAT von den Instituten New Climate Institute und Climate Analytics sowie dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK).
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Kolossale Risiken im Hinblick auf die Zukunft

Deswegen haben Nobelpreisträger und Akademiker, koordiniert von Nobelpreisträger Brian Schmidt, dem Vizekanzler und Präsidenten der Australian National University, eine Erklärung abgegeben, in der sie dringende Maßnahmen fordern, um unsere gemeinsame Zukunft auf dem Planeten Erde zu schützen. In der Erklärung, die unter anderem die Friedensnobelpreisträger Mohamed ElBaradei (2005), Jose Ramos-Horta (1996) und Mairead Corrigan-Maguire (1976) unterzeichnet haben, heißt es: „Die Menschheit geht kolossale Risiken im Hinblick auf unsere gemeinsame Zukunft ein.“
Schmidt erklärt dazu weiter: „Diese Erklärung verdeutlicht, dass das aktuelle Jahrzehnt ein entscheidendes ist. Die Menschheit bewegt sich mit unserer gemeinsamen Zukunft auf dünnem Eis. Die jetzt getroffenen Entscheidungen werden die langfristige Stabilität der Biosphäre der Erde beeinflussen. Es ist noch Zeit, aber nur, wenn wir entschlossen handeln.“

Letzte Generation, die eine Chance hat

Johan Rockström ist Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und hat die Erklärung unterzeichnet, ebenso wie sein Vorgänger Hans Joachim Schellnhuber, Gründer des PIK. Er warnt: „Wie wir momentan handeln, kommt einem unkontrollierten Experiment am Lebenserhaltungssystem der Erde gleich. Wir sind die letzte Generation, die eine vernünftige Chance hat, kritische Teile unseres Erdsystems stabil zu halten. Dabei liegen die Lösungen für eine nachhaltige Zukunft auf dem Tisch, wir müssen sie nur umsetzen.“
Die Aussagen verdeutlichen den Zeitdruck, jetzt länderübergreifend zu handeln sowie die Zusammenhänge zwischen Ungleichheit und langfristigen ökologischen Krisen: „Das nächste Jahrzehnt ist entscheidend: Die globalen Treibhausgasemissionen müssen um die Hälfte reduziert und die Zerstörung der Natur gestoppt und umgekehrt werden. Eine wesentliche Grundlage für diese Transformation muss sein, destabilisierende Ungleichheiten in der Welt anzugehen,“ so Rockström.
Die Verringerung der Ungleichheit könnte das soziale Kapital erhöhen. Es gebe ein größeres Gemeinschaftsgefühl und mehr Vertrauen in die Regierung. Diese Faktoren würden es einfacher machen, kollektive, langfristige Entscheidungen zu treffen.
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