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Erzknollen aus der Tiefsee: „Ernte-Maschine“ im Pazifik erfolgreich getestet

CC BY-SA 3.0 / Koelle / Wikimedia CommonsManganknolle (Symbolbild)
Manganknolle (Symbolbild) - SNA, 1920, 12.05.2021
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Manganknollen enthalten einen bunten Mix aus wichtigen Metallen, allerdings liegen sie mehrere Kilometer unter dem Meeresspiegel. Ein Forscherteam hat mit deutscher Beteiligung diese zum ersten Mal „geerntet“. Ob solche Eingriffe der Umwelt schaden, wird nun untersucht. Aber warum überhaupt so tief ins Meer greifen, wenn es Minenerze gibt?
Mangan ist ein sprödes Übergangsmetall: als Spurenelement an der Bildung von Knochen-, Knorpel- und Bindegewebe beteiligt, als kommerzieller Rohstoff aber in erster Linie für die Stahlindustrie von Bedeutung sowie in der Herstellung bestimmter Batterien.
Außerdem ist Mangan weltweit ungleich verteilt und wird noch ungleicher gefördert. Schätzungen zufolge befinden sich drei Viertel der Manganvorkommen in Südafrika, größere Mengen liegen aber auch in der Ukraine, Brasilien, Australien, Indien, Gabun und China vor.

Knollen aus der Tiefsee gegen Abhängigkeit von China?

Die Mangan-Förderung und damit auch den Markt dominiert ganz klar China mit einem Anteil von fast 45 Prozent (Stand 2019). 21 Prozent entfallen auf Südafrika, knapp 8 Prozent fördert Australien. Europäische Länder oder die USA spielen bei diesem Rohstoff keine Rolle. Wegen schwankender Rohstoffpreise, aber auch wegen Abhängigkeitsängsten von China, suchen Europa und die USA.
Dabei sind Manganknollen in den Fokus der USA und Europas gerückt – salatgroße Knollen, die neben einem hohen Anteil Mangan auch wertvolle Metalle wie Kupfer, Nickel und Kobalt enthalten. Diese werden ebenfalls nahezu komplett importiert und sind für Elektrogeräte und erneuerbare Technologie wichtig. Das meiste Kupfer kommt dabei aus Peru und Chile. Nickel wird hauptsächlich in Indonesien, auf den Philippinen und in Russland gewonnen. Bei Cobalt sind die großen Player die Demokratische Republik Kongo, China, Kanada, Russland und weitere Länder. Was aber viel wichtiger ist: Die Fördermengen dieser Metalle in Europa und den USA sind mit Ausnahme von Kupfer sehr gering, der Bedarf durch elektrische Geräte aber sehr hoch.
Manganknollen sind vor diesem Hintergrund sicherlich verlockend. Allerdings gibt es einen Haken an der Sache: Die Knollen lassen sich nicht aus einem Berg herausbrechen, sondern befinden sich mehrere Kilometer unter der Wasseroberfläche am Grund der Tiefsee.
Gezeitenturbine O2 vom schottischen Unternehmen „Orbital Power“ - SNA, 1920, 26.04.2021
„Leistungsfähigste Gezeitenturbine der Welt“ – das schwimmende Kraftwerk O2 aus Schottland

Ernte ist machbar – aber umweltfreundlich?

Dennoch hat im April der erste Versuch, dieses „Metallgemüse“ zu ernten, stattgefunden. Aus über vier Kilometern Tiefe beförderte das Gerät „Patana II“ des belgischen Unternehmens „Global Sea Mineral Resources“ (GSR) in einem Gebiet zwischen Hawaii und Mexiko die begehrten „Ozeantrüffel“, wie es in der Pressmitteilung heißt. Die Region gehört zu den knollenreichsten der Welt.
An Bord des norwegischen Forschungsschiffs „Island Pride“, von dem aus die Förderung vorgenommen wurde, befinden sich auch deutsche Wissenschaftler von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover. Neben der Technologie-Demonstration selbst ist das Ziel des Unterfangens, die Auswirkungen der Tiefseeförderung auf die marine Umwelt zu untersuchen. Von diesen hängt ab, ob eine industrielle Gewinnung möglich sein wird oder nicht.
Kritisch sehen Umweltschutzorganisationen diese Pläne, die ökologische Schäden befürchten. Greenpeace schaut den Forschern sogar von einem Begleitschiff mit dem kuriosen Namen „Rainbow Warrior“ (zu Deutsch: Regenbogenkrieger) über die Schulter, wie im BGR-Blog nachzulesen ist. Indessen erarbeitet die Internationale Meeresbodenbehörde einen Rechtsrahmen für den Tiefseebergbau.
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