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Maas will mit Papst Franziskus über sexuellen Missbrauch in der Kirche reden

© REUTERS / JOHANNA GERONBundesaußenminister Heiko Maas
Bundesaußenminister Heiko Maas - SNA, 1920, 12.05.2021
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Bundesaußenminister Heiko Maas wird am Mittwoch als erster deutscher Außenminister seit fast 20 Jahren vom Papst zu einer Privataudienz empfangen. Bei dem Treffen will er nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur auch über sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche reden.
Dies sei eine Frage, die viele Menschen bewege und ihr Verhältnis zu ihrer Religionsgemeinschaft bestimme, sagte Maas am Dienstagabend nach seiner Ankunft in Rom. Es interessiere ihn, „wie die Katholische Kirche und wie insbesondere auch der Papst damit umzugehen gedenkt“.
Maas betonte, dass die Aufarbeitung des Missbrauchs nicht alleine Sache der Kirche sei. Insbesondere da, wo es um strafrechtliche Zusammenhänge gehe, bedürfe es staatlicher Aufklärung.
„Insofern kann der Staat sich gar nicht aus dieser Frage heraushalten, wenn es Opfer gibt, die ein Anrecht darauf haben, dass die Täter zur Verantwortung gezogen werden müssen.“
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Zuletzt hatte vor allem der Umgang des Erzbistums Köln mit dem Missbrauch von Kindern durch Priester für Aufregung gesorgt. Kardinal Rainer Maria Woelki hatte ein Gutachten dazu lange Zeit unter Berufung auf rechtliche Bedenken zurückgehalten.

Maas begrüßt Segnungsgottesdienste für homosexuelle Paare

Maas begrüßte vor dem Gespräch auch die Segnungsgottesdienste für hetero- und homosexuelle Paare, mit denen sich deutsche Katholiken am Montag gegen ein Verbot des Vatikans gestellt hatten. Insgesamt wurden rund 100 Gottesdienste abgehalten. Eine Aktion dieser Art und Größenordnung hat es in der Kirche bisher noch nicht gegeben.
„Zumindest sehe ich, dass es in Teilen der katholischen Kirche große Offenheit gibt für gesellschaftliche Entwicklungen, denen man sich nicht verschließen kann“, sagte Maas dazu. „Dass damit diese Diskussionen nochmal angestoßen werden und vertieft geführt werden, das begrüße ich sehr.“
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Der Bundesaußenminister lobte die jüngsten diplomatischen Bemühungen des Heiligen Stuhls: „Mit seiner Irak-Reise hat Papst Franziskus vor kurzem eindrucksvoll gezeigt, welche Wirkung die Kirche noch immer als diplomatischer Global Player für Aussöhnung und Frieden entfalten kann. Dieses Engagement ist umso wichtiger in einer Zeit, die uns alle herausfordert, die aber gerade die Schwächsten am härtesten trifft“. In seinen Gesprächen werde es auch um die Koordinierung des humanitären Engagements gehen, mit dem Ziel, „Konflikte zu entschärfen und bei Lösungen zu helfen“.
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