Von Dämonenbeschwörung bis Corona-Druck: Zwölf Fakten über Krankenschwestern

CC0 / Hic et nunc / Wikimedia CommonsFlorence Nightingale im Jahre 1850 (Zeichnung von ihrer Schwester Parthenope)
Florence Nightingale im Jahre 1850 (Zeichnung von ihrer Schwester Parthenope) - SNA, 1920, 12.05.2021
Am 12. Mai wird der Internationale Tag der Pflegenden begangen. Aus diesem Anlass hat SNA eine Liste vorbereitet, die einen kurzen Überblick über die Geschichte der Krankenpflege bietet und erläutert, was sie mit Dämonen und magischen Formeln gemein hat.
Der Tag der Pflegenden geht auf den Geburtstag der britischen Krankenschwester Florence Nightingale am 12. Mai 1820 zurück, die als Pionierin der modernen Krankenpflege gilt. Der Tag wurde offiziell im Januar 1974 auf dieses Datum festgelegt und soll die Arbeit von Krankenschwestern würdigen. In Deutschland hieß er zunächst Internationaler Tag der Krankenschwestern, wurde dann aber in Internationalen Tag der Pflege (oder auch Internationaler Tag der Pflegenden) umbenannt. Hier nun ein paar Fakten zu diesem Beruf.
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1.
Die ältesten Schriften zu Medizin und Heilbehandlungen stammen aus dem alten Orient. Sie sind im Codex Hammurapi zufinden, der aus dem Jahr 1750 vor Chr. stammt. Die Menschen im Alten Orient gingen davon aus, dass Dämonen und strafende Götter für Krankheiten verantwortlich sind.
2.
Einer der umfassendsten schriftlichen Nachweise ärztlicher Kunst im alten Ägypten findet sich im Papyrus Ebers, das auf die Zeit um 1550 v. Chr. datiert wird. Die kranken Menschen konnten in Tempeln, die dem Heilgott Imhotep geweiht waren, um Hilfe und Behandlung bitten. Neben Ärzten waren dort auch Tempelfrauen beschäftigt, die Teile der pflegerischen Versorgung der Patienten übernahmen.
3.
Der Papyrus Ebers ist der längste medizinische Papyrus und hat eine Gesamtlänge von 20 Metern. Die Schriftrolle bestand aus 108 Kolumnen, die in 877 magische Formeln und Heilmittel unterteilt waren. Neben Krankheitsbeschreibungen und deren Behandlung mit Heilmitteln, sind dort auch Beschwörungen zur Vertreibung krankheitsverursachender Dämonen angeführt. Der Papyrus ist bis heute erhalten geblieben.
4.
Um 250 v. Chr. entstand in Indien die erste Krankenpflegeschule, in der den künftigen Pflegern grundlegende Pflegemaßnahmen wie das Lagern, Kochen, die Körperpflege und Massage beigebracht wurden. Den Beruf erlernten nur Männer, die als Upasthatr bezeichnet wurden.
5.
In einem anderen Text, Ashtanga Hridayam, der zur traditionellen indischen Heilkunst Ayurveda gehört und aus der Zeit um 550 n. Chr. stammt, werden die Eigenschaften beschrieben, die eine Pflegekraft besitzen sollte. Demnach soll sie dem Kranken zugewandt, loyal gegenüber dem Arzt, rein an Körper, Geist und Rede sowie intelligent sein und natürlich auch effizient arbeiten.
6.
In Düsseldorf gibt es ein Pflegemuseum mit einer umfangreichen Sammlung zur Geschichte der Krankenpflege. Es liegt im ehemaligen Schwesternkrankenhaus Tabea. Unter anderem sind auch den Krankenpflegenden Sammlungen der Krankenhausmuseen in Bielefeld, Bremen, München und Nürnberg gewidmet.
7.
Der Weltbund der Krankenschwestern und Krankenpfleger (International Council of Nurses, ICN) hat 130 Mitgliedsländer.
8.
Krankenschwestern laufen durchschnittlich sechs bis sieben Kilometer pro Tag während einer zwölfstündigen Schicht. Dies folgt aus einer Studie, die 2006 in MEDSURG Nursing, dem Magazin des Berufsverbandes der US-amerikanischen Pflegekräfte, veröffentlicht wurde. Zum Vergleich laufen die meisten Menschen an einem 18-Stunden-Tag nur vier bis fünf Kilometer.
9.
Aktuell sind etwa 27 Millionen Pflegekräfte tätig. 90 Prozent aller Pflegekräfte sind Frauen, so ICN.
10.
Am Beginn der Pandemie hat es weltweit an sechs Millionen Pflegekräften gemangelt, so der ICN. Weltweit sind nach Einschätzungen des Verbandes rund 3000 Krankenpflegkräfte an oder mit COVID-19 gestorben.
11.
Durch den Druck in den Corona-Zeiten wollen immer mehr Pflegekräfte dem ICN zufolge aus dem Beruf ausscheiden. Dieser Trend werde nun fast in jedem fünften der befragten Länder beobachtet, teilte der Verband im März mit.
12.
In Deutschland waren laut dem Portal „Aerzteblatt“ zuletzt rund 1,8 Millionen Menschen in der Pflege tätig. Seit Beginn der Corona-Pandemie habe das Land offenbar tausende Pflegekräfte verloren. Der Rückgang betreffe Krankenhäuser ebenso wie die Altenpflege.
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