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Landesverfassungsschutz stuft Thüringer AfD-Landesverband als extremistisch ein

© SNA / Grigorij SyssojewAfD-Wahlplakat (Archivbild)
AfD-Wahlplakat (Archivbild) - SNA, 1920, 11.05.2021
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Die Thüringer AfD unter ihrem Chef Björn Höcke wird vom Landesverfassungsschutz inzwischen als gesichert extremistisch eingestuft.
Die Einstufung des Landesverbandes durch den Thüringer Verfassungsschutzpräsidenten sei bereits Mitte März formal in Kraft gesetzt worden.
Es lägen „Bestrebungen gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung“ vor, heißt es in einer Vorlage, die nach Teilnehmerangaben am Dienstag in einer Sitzung im Thüringer Kabinett besprochen wurde.
Der Präsident des Landesverfassungsschutzes, Stephan Kramer, bestätigte nach Rücksprache mit dem Thüringer Innenministerium die Kabinettsbefassung, wollte sich aber zu den Inhalten nicht weiter äußern, weil es mit Blick auf die geplante Landtagswahl im Herbst eine „gesteigerte Neutralitätspflicht“ gebe. Zuvor hatte das „Freie Wort“ darüber berichtet.
Björn Höcke beim AfD-Parteitag - SNA, 1920, 09.05.2021
Höcke verzichtet auf Thüringer AfD-Spitzenkandidatur für Bundestag
In Thüringen soll am 26. September ein neuer Landtag gewählt werden, zuvor muss sich aber das Parlament noch auflösen.
Im März 2020 war die Thüringer AfD bereits als Verdachtsfall eingestuft worden. Höcke war Gründer des später als rechtsextrem eingestuften „Flügels“ der AfD. Bundesverfassungsschutzchef Thomas Haldenwang bezeichnete Höcke als Rechtsextremisten. Inzwischen ist der „Flügel“ formal aufgelöst.
Der Landessprecher der AfD Thüringen, Stefan Möller, sagte am Dienstagabend laut Mitteilung: „Die Thüringer sehen täglich, wer die Grundrechte tatsächlich schleift. Sie wissen auch, dass sich die AfD Thüringen als einzige Partei kompromisslos, aber friedlich gegen diesen monatelangen Ausnahmezustand engagiert.“
Auch in Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt werden die jeweiligen Landesverbände der AfD inzwischen als Verdachtsfall eingestuft. Das bedeutet, dass auch hier nachrichtendienstliche Mittel eingesetzt werden dürfen, beispielsweise Observation oder das Sammeln von Informationen über sogenannte V-Leute. Das sind Informanten aus einem bestimmten Milieu.

Terminologische Unterschiede

Die Kategorie Verdachtsfall kennen aber nicht alle Bundesländer. In Bayern wird sie beispielsweise nicht verwendet. Die Landesämter für Verfassungsschutz arbeiten auf Grundlage von Landesgesetzen und können auch intern andere Regelungen getroffen haben. So führen etwa einige Länder auch Gruppierungen, die als „Verdachtsfall“ eingestuft werden, in ihren Jahresberichten auf, andere nicht.
Auf Bundesebene darf das Bundesamt für Verfassungsschutz die AfD bis zum Abschluss eines Eilverfahrens vor dem Kölner Verwaltungsgericht nicht als rechtsextremistischen Verdachtsfall einordnen und beobachten. Die AfD hatte sich noch vor einer möglichen Einstufung als Verdachtsfall vorsorglich an das Gericht gewandt, um diese zu verhindern.
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