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Schweiz aus größtem Forschungsprojekt Europas ausgeschlossen – schwerwiegende Folgen absehbar

© REUTERS / POOLSchweizer und die EU-Flagge
Schweizer und die EU-Flagge - SNA, 1920, 11.05.2021
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Vor einer Woche verweigerte die EU den Schweizer Bundesbahnen die Teilnahme an einem Forschungsprojekt. Begründet wurde diese Verweigerung mit dem noch nicht abgeschlossenen Rahmenabkommen. Der Präsident des ETH-Rats, Michael Hengart, zeigt sich über eine solche Entwicklung besorgt.
Vorige Woche am Dienstag schrieb die „Neue Zürcher Zeitung“ (NZZ), dass die Schweizer Bundesbahnen (SBB) vom europäischen Forschungsprojekt „Horizon Europe“ ausgeschlossen wurden. Die EU begründete es damit, dass das Rahmenabkommen zwischen der EU und der Schweiz noch nicht abgeschlossen sei. Somit gerät die SBB zwischen die Fronten der Politik, schreibt das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF).
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Diese Entwicklung ist gerade für Forscher besorgniserregend. Der Präsident des Rates der Eidgenössischen Technischen Hochschulen (ETH-Rat), Michael Hengart, sagte in einem Interview mit dem SRF, dass solche Abweisungen öfters vorkommen könnten. „Es wird passieren, wenn mit der EU keine Lösung zur gemeinsamen Gestaltung der Zukunft gefunden wird“, so Hengart. Auch die ETH werde davon direkt betroffen sein.
„Die ganze Palette von „Horizon Europe“ ist hier drin. Es ist das größte Forschungsrahmen- und Innovationsförderungsprogramm der Welt. Hier wird die Schweiz entweder nicht oder nur als Drittland unter erschwerten Bedingungen mitmachen können.“

Schweiz als „fünftes Rad am Wagen“?

Das könnte schwere Folgen für die Forschung und Wissenschaft in der Schweiz haben. So könnten Einzelpersonen oder Unternehmen, die sich bei Wettbewerben anmelden, nicht als solche teilnehmen. Auch bei Verbundprojekten wäre man laut Hengarts Formulierung nur das „fünfte Rad am Wagen“. Und dies nur im besten Fall – wie es jedoch am Fall der SBB zu erkennen ist, könnte dem auch ein kompletter Ausschluss aus dem Projekt folgen.
Doch nicht nur die Schweiz würde stark unter einem Austritt leiden, bestätigt Hengart:

„Die EU würde aber unter einem Ausschluss der Schweiz auch leiden. Es ist das Ironische am Ganzen, dass hier Machtpolitik gemacht wird. Forschungszusammenarbeiten sind gut für alle Seiten in Europa. Das sagen auch unsere Kolleginnen und Kollegen an den europäischen Universitäten, wenn sie von der Politik fordern, die Schweiz als wichtige und geschätzte Partnerin nicht auszuschließen. Gemeinsam machen wir Europa wettbewerbsfähig, nicht separat.“

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