Corona-Impfstoff für Kinder: Deutschlands oberster Kindermediziner warnt vor Notzulassung

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Impfung (Symbolbild) - SNA, 1920, 11.05.2021
Bisher gibt es in Deutschland keinen zugelassen Covid-19-Impfstoff für unter 16- Jährige. Die Pharmakonzerne Biontech und Pfizer haben allerdings bei der Europäischen Arzneimittelagentur (Ema) einen Zulassungsantrag für die Altersgruppe der 12- bis 15-Jährigen bereits eingereicht. Der Ärzte-Chef Jörg Dötsch warnt nun vor einer Notzulassung.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn schreibt in einem Beschlussentwurf an die Gesundheitsminister der Länder, aus dem der „Spiegel“ zitierte“, über die Impfung von Kindern und Jugendlichen: „Dies kann beispielsweise durch ausdrückliche Einladung dieser Jahrgänge in die Impfzentren geschehen, durch Reihenimpfungen in den Schulen oder auf vergleichbaren Wegen.“
Mit einer entsprechenden Zulassung des Biontech-Impfstoffs für 12- bis 15-Jährige wird im Juni gerechnet. Laut Rechnung des Gesundheitsministeriums sind für die Impfung der 12- bis 18-Jährigen in Deutschland etwa zehn Millionen Biontech-Impfdosen notwendig.

Schwere Covid-19-Verläufe bei Kindern deutlich seltener

„Prinzipiell ist es eine gute Nachricht, dass bald die Chance besteht, dass es auch einen Schutz für Kinder gibt, den Erwachsene schon längst haben“, sagt Jörg Dötsch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) im Gespräch mit dem Nachrichtenportal „Focus Online“. „Gleichzeitig ist aber in dieser Gruppe mit noch mehr Sorgfalt vorzugehen, als es bei den Erwachsenen ohnehin schon geschieht, um zu gewährleisten, dass dieser Impfstoff auch sicher ist.“
Der Pädiater und die DGKJ fordern, dass seitens der Ema für den Impfstoff für Kinder und Jugendliche keine Notfallzulassung erfolgen dürfe, sondern nur eine reguläre. „Sicherheit geht hier eindeutig vor Schnelligkeit, wenn es um eine Gruppe wie Jugendliche und Kinder geht“, so Dötsch. „Das Gesetz sieht klar vor, dass es einen Eigennutzen für Kinder geben muss. Es muss also gewährleistet sein, dass das Risiko von Folgeschäden durch eine Impfung geringer ist als das Erkrankungsrisiko.“
Eine reguläre Zulassung erfordere eine noch intensivere Prüfung als nur eine Notzulassung, welche frei von politischem Druck erfolgen müsse. Schwere Covid-19-Verläufe seien bei Kindern bekanntlich deutlich seltener als bei Erwachsenen. „Auch Komplikationen wie das PIMS-Syndrom, eine multisystemische Entzündungsreaktion bei Kindern, die als Folge einer Sars-Cov-2-Infektion auftreten kann, kommt eher selten vor,“ erklärt Dötsch.
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