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„Ganz positiv“: Aufwärts-Trend im Maschinenbau im Osten sichert Tausende Arbeitsplätze

© CC0 / wir_sind_klein / PixabayMaschinenbau (Symbolbild)
Maschinenbau (Symbolbild) - SNA, 1920, 11.05.2021
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„Die Nachfrage nach ostdeutschen Maschinen hat sowohl im Inland wie im Ausland zugenommen.“ Das sagt Oliver Köhn im SNA-Gespräch. Der Geschäftsführer für Ostdeutschland beim „Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau“ (VDMA-Ost) freut sich über volle Auftragsbücher, warnt aber auch vor internationalen Handelskonflikten.
Erst vor wenigen Tagen veröffentlichte der Verband der ostdeutschen Maschinen- und Anlagenbauer „neueste Zahlen zum Auftragseingang im Monat März“, erklärte VDMA-Ost-Geschäftsführer Oliver Köhn im SNA-Interview und schätzte die Daten ein.

„Ganz erfreulich und positiv ist: Es geht wieder aufwärts im ostdeutschen Maschinen- und Anlagenbau. Zum ersten Mal seit Oktober 2020 haben wir wieder ein Plus in den Auftragsbüchern stehen.“

Insgesamt haben laut ihm die 350 Firmen im Osten in der Branche zehn Prozent mehr Bestellungen an Maschinen und Anlagen von ihren Kunden erhalten als im Vorjahresmonat. „Das betrifft sowohl die Inlands- als auch die Auslandsnachfragen. Wobei letztere mit 14 Prozent mehr zugelegt haben als die Inlands-Bestellungen.“
Die Maschinen- und Anlagenbauer in ganz Deutschland konnten im März sogar ihre Aufträge um 29 Prozent steigern, was ein gutes Signal für die Branche sei, betonte Köhn.

Sichere Arbeitsplätze im ostdeutschen Maschinenbau

Laut einer aktuellen Umfrage bewerten fast 75 Prozent der Betriebe in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ihre Geschäftslage als positiv. Dies geht aus einer Pressemitteilung des VDMA-Ost hervor, die der Redaktion vorliegt. Der Blick auf das gesamte Geschäftsjahr 2021 sei zuversichtlich, heißt es. Die Investitionen der Unternehmen haben demzufolge zugenommen, auch Zukunftsprojekte und Neueinstellungen werden getätigt. „Fast 88 Prozent der Firmen wollen bis September ihre Mitarbeitenden halten oder neue Beschäftigte einstellen.“
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„Auch ist für uns sehr erfreulich, dass der Trend bei der Konjunktur-Umfrage wieder aufwärts geht“, kommentierte Köhn. Der aktuelle Wert sei deutlich besser als im letzten Quartal des Corona-Krisenjahres. „Wir hatten den Boden erreicht, was Stellenabbau und Kurzarbeit angeht. Die Zahl der Kurzarbeiter ist deutlich zurückgegangen.“ Seine Prognose:
„Die Unternehmen sind wieder auf Wachstumskurs und werden mittelfristig auch wieder neue Mitarbeiter einstellen. Ich gehe stark davon aus, dass wir auch im Mai anziehende Zahlen in Ostdeutschland sehen werden.“
Im VDMA-Ost sind beispielsweise die EMAG-Maschinenfabriken in Leipzig und Zerbst oder „EMCO“ in Magdeburg organisiert, wo vertikale Drehmaschinen und Fräszentren gebaut werden.

Bestellungen aus China und den USA

„Der Boom in der Industrie spiegelt sich auch zunehmend im Einstellungsverhalten der Unternehmen wider“, berichtete das „ifo“-Wirtschaftsinstitut Ende April. „Insbesondere Firmen im Maschinenbau wollen mehr Mitarbeiter beschäftigen.“
In Hinblick auf den internationalen Handel und Warenverkehr bemerkte VDMA-Sprecher Köhn, ebenso positiv seien mehr Bestellungen und „Order aus dem asiatischen Raum, aus China und den USA. Die beiden für den deutschen Maschinenbau wichtigsten Märkte ziehen hier deutlich an.“ Schwelende Handelskonflikte könnten allerdings die Lage verschlimmern, warnte er.

„Politik muss mehr für Maschinenbau tun“

„Unseren Unternehmen hilft nur eine innovationsfreundliche und Mittelstands-orientierte Politik“, sagte Köhn. „Das gilt sowohl für die einzelnen Bundesländer als auch für den Bund.“ Er wünsche sich ein vereinfachtes Planungsgenehmigungsverfahren von politischer Seite oder eine mildere Besteuerung von Unternehmen.
Allerdings sei die Bundesregierung bereits Forderungen des VDMA-Ost bezüglich der Finanzierung von Forschung und Entwicklung im Maschinenbau nachgegangen, sagte er.
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Bitterfelder Batterien für E-Autos

Die Landesregierung von Sachsen-Anhalt in Magdeburg veröffentlichte vor wenigen Tagen eine Bilanz, wonach das ostdeutsche Bundesland „wirtschaftsstärker, sozialer und sicherer“ geworden sei. Die Pressemitteilung liegt der SNA-Redaktion vor. Das Land habe sich zu „einem attraktiven Investitionsstandort entwickelt“, mehrere tausende Arbeitsplätze seien gesichert. Der US-chinesische Konzern „Farasis“ errichtet beispielsweise eine Fabrik für E-Auto-Batterien in Bitterfeld-Wolfen.
Dieser Wirtschaftsbereich sei neben dem Maschinenbau „ebenso eine ganz wichtige Kundenbranche“, sagte Köhn. „Wir haben innerhalb des VDMA eine Fachabteilung für Batterie-Produktion. Dort sind die Hersteller der Anlagen versammelt, auf denen dann die Batteriezellen produziert werden. Insofern ist das für uns ein sehr wichtiges Thema. Wir sehen an solchen Projekten wie 'Farasis' oder 'CATL' in Erfurt oder auch 'Tesla' in Grünheide – dort soll das Werk noch um eine Batterie-Fabrik erweitert werden –, dass in diesem Bereich so einiges nach vorne geht.“ Davon profitieren Anlagen-Lieferanten in Ostdeutschland.
Das Radio-Interview mit Oliver Köhn (VDMA-Ost):


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