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„Russland gehört für uns zu Europa“ – stellvertretender Vorsitzender der Bundestags-AfD Chrupalla

© REUTERS / MATTHIAS RIETSCHELDer stellv. Vorsitzende der AfD, Tino Chrupalla, nimmt an einem Parteitag der Alternative für Deutschland (AfD) teil, April 2021
Der stellv. Vorsitzende der AfD, Tino Chrupalla, nimmt an einem Parteitag der Alternative für Deutschland (AfD) teil, April 2021 - SNA, 1920, 11.05.2021
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In einem Gespräch mit SNA hat der stellvertretende Vorsitzende der Bundestags-AfD Tino Chrupalla die Bedeutung Russlands für Europa betont und seine Hoffnung auf positive Impulse der deutsch-russischen Beziehungen nach der Bundestagswahl geäußert.
Herr Chrupalla, im AfD-Wahlprogramm 2017 hieß es, eine Entspannung im Verhältnis zu Russland sei für Ihre Partei die Voraussetzung für einen dauerhaften Frieden in Europa. Sehen diese Ziele angesichts der neuesten Entwicklungen nicht fantastisch aus?
Frieden in Europa und auf der ganzen Welt ist eines der zentralen Anliegen der Alternative für Deutschland. Dabei spielt ein gutes Verhältnis zu Russland eine elementare Rolle. Denn Russland gehört für uns zu Europa. Deshalb muss die Sanktionspolitik gegen Russland sofort beendet werden. Die Sanktionen schädigen übrigens die russische und die deutsche Seite. Insbesondere ostdeutsche Unternehmer, die seit vielen Jahren gute wirtschaftliche Beziehungen zu Russland pflegen, sind davon stark betroffen. Wir möchten die Völkerverständigung zwischen den russischen und deutschen Menschen weiter vorantreiben. Das ist auch eines meiner persönlichen Anliegen.
Die Bundeskanzlerin Angela Merkel möchte die Politik nach den Bundestagswahlen verlassen. Es ist bekannt, dass kein Politiker in Europa so oft mit dem russischen Präsidenten spricht, wie die Bundeskanzlerin. Muss dieser Dialogkanal zwischen Moskau und Berlin nach dem politischen Abschied von Frau Merkel beibehalten werden?
Wir hoffen, dass sich der Dialog zwischen dem russischen Präsidenten und dem neuen deutschen Staatsoberhaupt nach der Bundestagswahl nicht nur intensiviert, sondern, dass es vor allem auch positive Impulse der deutsch-russischen Beziehungen gibt. Aber das hängt natürlich vom Ergebnis der Bundestagswahl und der neuen Bundeskanzlerin oder dem neuen Bundeskanzler ab.
Die AfD-Politiker haben mehrmals davor gewarnt, Nord Stream 2 zu stoppen. Halten Sie weiterhin an dieser Position fest? Muss Nord Stream 2 fertiggebaut und in Betrieb genommen werden?
Die Alternative für Deutschland hält weiterhin an der Fertigstellung von Nord Stream 2 fest – insbesondere aus Gründen der nationalen Energiesicherheit. Die Lieferung von russischem Erdgas ist für Deutschland sehr wichtig und für beide Seiten gewinnbringend. Als souveräner Staat sollte Deutschland zu vielen Ländern auch geschäftliche Beziehungen pflegen. Dabei muss Pragmatismus über Ideologien stehen.
Die Waffenruhe im Donbass scheint wieder gefährdet zu sein, seit Wochen spricht man in Russland über die ukrainischen Truppenbewegungen in der Nähe der Trennlinie. Als wie ernst bewerten Sie die Lage? Was muss unternommen werden, um das schlimmste Szenario zu verhindern?
Das Wichtigste ist und bleibt es, eine Friedenslösung zu finden. Wir mussten in Europa schon zu viele Kriegserfahrungen machen. Frieden ist Gemeingut. Ihn gilt es zu erhalten.
Mehrere Bundesländer verhandeln bereits mit der russischen Seite über eine Reservierung oder Produktion des Corona-Impfstoffs Sputnik V. Was halten Sie von einer Verwendung von „Sputnik“ in der Bundesrepublik?
Selbstverständlich begrüße ich es, wenn die Bürger, die sich impfen lassen wollen, zwischen verschiedenen Impfstoffen wählen können.
Corona-Impfstoff Sputnik V (Symbolbild) - SNA, 1920, 09.05.2021
Sputnik V in Deutschland vor dem Aus? Russischer Fonds antwortet der „Bild“
Hat die AfD einen Führungsanspruch bei den Wahlen im September? Wie schätzen Sie die politische Situation in Deutschland sechs Monate vor der Wahl ein? Hat der Machtkampf in der Union die Chancen der CDU geschwächt?
Die amtierende Bundeskanzlerin hat mit ihrer Politik nicht nur Deutschland, sondern auch ihrer eigenen Partei geschadet. Die Machtkämpfe innerhalb der Unionsparteien CDU und CSU werden zu einem weiteren Verlust von Wählerstimmen führen. Die Alternative für Deutschland möchte mit ihrer Politik für unser Heimatland ihr Wahlergebnis der letzten Bundestagswahl verbessern. Wir möchten natürlich Regierungsverantwortung übernehmen bzw. weiterhin stärkste Oppositionspartei bleiben.
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