Nach Hackerangriff auf Pipeline: USA erklären regionalen Notstand

© REUTERS / COLONIAL PIPELINEErdöllager des Betreibers Colonial Pipeline in Charlotte, North Carolina
Erdöllager des Betreibers Colonial Pipeline in Charlotte, North Carolina - SNA, 1920, 10.05.2021
Zwei Tage nach dem Hackerangriff auf die größte Pipeline der Vereinigten Staaten hat das Verkehrsministerium am Sonntag (Ortszeit) den regionalen Notstand ausgerufen. Nach dem Hackerangriff wurde das gesamte Rohrleitungsnetz des Betreibers Colonial Pipeline vorübergehend stillgelegt. Das folgt aus einer Mitteilung auf der Webseite des Ministeriums.
„Die Notfallsituation ist als Folge der unerwarteten Abschaltung des Rohrleitungssystems Colonial wegen den Problemen mit dem Netz entstanden, was den Transport von Benzin, Diesel, Kerosin und anderen Erdölprodukten auf dem ganzen Territorium der betroffenen Staaten beeinflusst hat“, erklärte die Behörde.
Es handele sich hierbei um die südlichen und östlichen Staaten New York, Virginia, Florida, Arkansas, Texas und Mississippi. Dieser Schritt hänge mit der dringenden Notwendigkeit zusammen, „den sofortigen Transport von Benzin und anderen Erdölprodukten“ sicherzustellen, heißt es.

Größter US-Pipeline-Betreiber meldet Hackerangriff

Der größte Pipeline-Betreiber in den USA, Colonial Pipeline, gab bekannt, am 7. Mai das Ziel einer Cyberattacke geworden zu sein.
Als Reaktion hat der Betreiber bestimmte Systeme proaktiv offline geschaltet, um „die Bedrohung einzudämmen, die vorübergehend alle Pipeline-Vorgänge gestoppt und einige unserer IT-Systeme betroffen hat“.
Fachleute von einer Cybersicherheitsfirma hätten eine Untersuchung zu der Art und dem Umfang des Vorfalls eingeleitet. Auch seien Strafverfolgungsbehörden sowie weitere Bundesbehörden in Kenntnis gesetzt worden.
Hacker (Symbolbild) - SNA, 1920, 08.05.2021
Größter US-Pipeline-Betreiber meldet Hackerangriff
Colonial Pipeline würde Schritte unternehmen, um das Problem zu beheben, hieß es weiter. Der Prozess der effizienten Wiederherstellung kann nach Expertenschätzungen zufolge mehrere Tage in Anspruch nehmen. Zwei Tage nach dem Cyberangriff konnte Colonial bisher nur einige kleinere Versorgungsleitungen wieder öffnen, das Hauptsystem war weiter außer Betrieb.
Medienberichten zufolge wurde bei der Cyberattacke eine sogenannte Ransomware eingesetzt. Mit einem solchen Schadprogramm versuchen Hacker, Computersysteme zu sperren oder zu verschlüsseln und dann von den Nutzern Geld für die Freigabe der Daten zu erpressen.
Wie die Wirtschaftsagentur Bloomberg mitteilte, könnte die Hacker-Gruppe Darkside hinter dem Angriff stecken. Sie soll 100 Gigabyte interne Daten bei Colonial gestohlen haben.
Die gut 8800 Kilometer lange Pipeline führt von Houston im Bundesstaat Texas bis nach New York an der US-Ostküste und versorgt etwa 50 Millionen Verbraucher.
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