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Japans Premier hält trotz wachsender Kritik an Olympia fest

© AP Photo / Hiro KomaeDer japanische Premierminister Yoshihide Suga bei einer Pressekonferenz am 07.05.21
Der japanische Premierminister Yoshihide Suga bei einer Pressekonferenz am 07.05.21 - SNA, 1920, 10.05.2021
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Trotz scharfer Kritik und einer Online-Petition zur Absage der Olympischen Spiele in Tokio will der japanische Regierungschef Yoshihide Suga die Veranstaltung doch durchziehen.
„Wir werden unser Bestes tun, um das Leben und die Gesundheit der Menschen zu schützen und ein sicheres Sportfest zu realisieren“, zitiert ihn die Deutsche Presse-Agentur. Der Regierungschef reagierte damit auf Forderungen der Opposition, die Spiele nochmals zu verschieben oder gleich ganz abzusagen. Es sei nicht miteinander vereinbar, das Leben der Menschen schützen zu wollen und zugleich Olympische Spiele zu veranstalten, sagte Yukio Edano von der Konstitutionell-Demokratischen Partei. Eine Entscheidung könne nicht länger aufgeschoben werden.

Olympia „nie an die erste Stelle gesetzt“

Bei einer Sitzung eines parlamentarischen Ausschusses am Montag wurde der japanische Premier unter anderem gefragt, ob die Spiele fortgesetzt werden sollten, auch wenn die Covid-19-Infektionen ansteigen würden. Daraufhin erwiderte der Premierminister, er habe „die Olympischen Spiele nie an die erste Stelle gesetzt“.
„Meine Priorität war es, das Leben und die Gesundheit der japanischen Bevölkerung zu schützen. Wir müssen zuerst die Ausbreitung des Virus verhindern“, zitiert ihn die Nachrichtenagentur Reuters.
Es sei das Internationale Olympische Komitee (IOC), das das letzte Wort über das Schicksal der Spiele habe, betonte er. Die Rolle der Regierung bestehe darin, Maßnahmen zu ergreifen, damit die Olympischen Spiele sicher abgehalten werden können.
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Angesichts der steigenden Coronafall-Zahlen hat Japan den Ausnahmezustand in Tokio bis Ende Mai verlängert.
Regierungschef Suga steht wegen seines Umgangs mit der Corona-Krise, Bestechungsskandalen und seinem Festhalten an den Olympischen Spielen innenpolitisch zunehmend unter Druck. Ein halbes Jahr vor der turnusmäßigen Parlamentswahl hatte seine regierende Liberaldemokratische Partei (LDP) kürzlich drei wichtige regionale Nachwahlen verloren. Vergangene Woche sah er sich gezwungen, den Corona-Notstand für die Olympia-Stadt Tokio weniger als drei Monate vor Beginn der Sommerspiele abermals zu verlängern, bis 31. Mai.

Fast 60 Prozent der Japaner wollen Absage von Olympia – Umfrage

Zuvor hatte eine von der Tageszeitung Yomiuri Shimbun durchgeführte Umfrage ergeben, dass 59 Prozent der Befragten eine Absage der Olympischen Spiele befürworten. 39 Prozent glaubten demnach, die Spiele sollten doch stattfinden. Eine Option der Verschiebung wurde bei der Umfrage, die vom 7. bis 9. Mai abgehalten wurde, nicht angeboten.
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23 Prozent der Befragten, die sich gegen die Aufhebung von Olympia ausgesprochen haben, waren der Ansicht, dass die Sportwettbewerbe ohne Zuschauer stattfinden sollten. Die Teilnahme von ausländischen Zuschauern wurde bereits abgesagt, eine endgültige Entscheidung über die Teilnahme von einheimischen Zuschauern soll im Juni getroffen werden.
Laut einer weiteren Umfrage, die am Wochenende von dem TV-Sender TBS News durchgeführt wurde, würden 65 Prozent der Befragten die Spiele absagen oder erneut verschieben. 37 Prozent stimmten demnach für eine komplette Absage der Veranstaltung, 28 Prozent forderten eine weitere Verschiebung.

Petition zur Absage der Olympischen Spiele in Tokio

Eine an IOC-Präsident Thomas Bach und Suga gerichtete Online-Petition zur Absage der Olympischen Spiele wurde bis zum Montag bereits von mehr als 300.000 Menschen unterzeichnet. Sie war vom japanischen Anwalt Kenji Utsunomiya initiiert worden.
Die Olympischen Spiele 2020, die wegen der Pandemie um ein Jahr verschoben wurden, sollen am 23. Juli eröffnet werden.
Japans Olympia-Macher, für die es um Gesichtswahrung und viel Geld geht, und das Internationale Olympische Komitee haben jedoch immer wieder betont, dass die Spiele wie geplant und für alle „sicher“ veranstaltet werden.
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