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Literaturnobelpreisträger Handke lässt sich von Serben ehren

© AP Photo / Darko VojinovicLiteraturnobelpreisträger Peter Handke in Serbien
Literaturnobelpreisträger Peter Handke in Serbien - SNA, 1920, 10.05.2021
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Der österreichische Schriftsteller Peter Handke hat am Wochenende Serbien und die bosnische Serbenrepublik besucht. Während seiner ersten Reise in die Region seit der Zuerkennung des Literaturnobelpreises 2019 nahm Handke mehrere hohe staatliche Orden entgegen.
Die Vergabe der höchsten Literaturauszeichnung der Welt an Handke war umstritten, weil sich der Literat während der Jugoslawien-Kriege (1991-1999) und danach mit der serbischen Seite solidarisierte. Nach Ansicht von Kritikern bagatellisierte oder leugnete er die von Serben begangenen Kriegsverbrechen. In seiner Stockholmer Nobelpreis-Rede ging er auf die Vorwürfe nicht ein.

Höchste Orden und Preise

In Banja Luka, der Hauptstadt der Republika Srpska (RS), nahm er bereits am Freitag den Orden der Republika Srpska entgegen, den ihm die RS-Präsidentin Zeljka Cvijanovic überreichte, wie die Deutsche Presse-Agentur (DPA) berichtet. In der ostbosnischen Stadt Visegrad ehrte ihn der Filmregisseur Emir Kusturica am selben Tag mit dem Großen Ivo-Andric-Preis.
Am Sonntagabend wurde Handke in Belgrad in der Kanzlei des serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic erwartet. Von ihm erhielt der Österreicher den Karadjordje-Orden. Vucic hatte ihm die höchste staatliche Auszeichnung Serbiens bereits im Vorjahr zuerkannt. Handke war es damals nicht möglich, nach Belgrad zu reisen.
Peter Handke (Archivbild) - SNA, 1920, 29.04.2021
Österreich
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Protest aus Sarajevo

In Sarajevo reagierte man mit Ablehnung und Bestürzung auf Handkes Triumphzug durch die serbischen Lande. Die örtlichen Medien bezeichneten den Literaten durchgängig als „Genozidleugner“. Tatsächlich streiten einige der Politiker und Intellektuellen, mit denen Handke in der RS medienwirksam posierte, ab, dass von Serben im Jugoslawienkrieg Kriegsverbrechen begangen wurden.
Darunter fällt das Massaker an mehr als 8000 Männern und Jungen in der ostbosnischen Enklave Srebrenica im Juli 1995, aber auch die Ermordung von mehr als 1600 bosnischen Muslimen im Jahr 1992 in der Kleinstadt Visegrad.
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