Erneut Unruhen am Jerusalemer Tempelberg – mindestens 80 Verletzte

© REUTERS / RONEN ZVULUNZusammenstöße zwischen Palästinensen und der israelischen Polizei in Jerusalem
Zusammenstöße zwischen Palästinensen und der israelischen Polizei in Jerusalem - SNA, 1920, 09.05.2021
Dutzende Menschen, darunter auch Kinder, sind bei erneuten gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Palästinensern verletzt worden.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters bewarfen palästinensische Jugendliche die Einsatzkräfte mit Steinen, legten Feuer und zerstörten Barrikaden, die den Zugang zur Altstadt versperren sollten. Die Polizei habe zu berittenen Einsatzkräften, Wasserkanonen und Blendgranaten gegriffen.
Der Zeitung „Haaretz“ zufolge hatten am Abend Zehntausende Muslime in der Al-Aksa-Moschee am Tempelberg am Samstagsgebet zum Ende des Fastenmonats Ramadan teilgenommen.
Laut dem palästinensischen Roten Halbmond sollen 80 Palästinenser durch Polizeigewalt verletzt worden sein, darunter mehrere Kinder. Auch in Ost-Jerusalem kam es demnach zu ähnlichen Zusammenstößen. Insgesamt 14 Personen mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Nach Angaben der israelischen Polizei wurde mindestens ein Polizist verletzt.
Im palästinensischen Gazastreifen versammelten sich Hunderte Demonstranten entlang der Grenze zu Israel. Nach Informationen des israelischen Militärs sollen militante Palästinenser mindestens eine Rakete vom Küstenstreifen aus auf Israel abgefeuert haben, die auf offenem Gelände gelandet sei. Als Reaktion habe die israelische Luftwaffe einen Militärposten der Hamas im südlichen Gazastreifen getroffen.
Die Spannungen in der Stadt haben während des heiligen muslimischen Monats Ramadan zugenommen.
Medienberichten zufolge war die Lage rund um die Altstadt und das Viertel Scheich Dscharrah bereits in der Nacht auf Samstag eskaliert, auch hier konzentrierte sich die Gewalt auf das Tempelberg-Areal.
Ein israelischer Polizist nach Auseinandersetzungen auf dem Gebiet der Al-Aqsa-Moschee - SNA, 1920, 08.05.2021
Türkei wirft Israel „Terror“ wegen palästinensischer Ausschreitungen bei Al-Aqsa-Moschee vor
Bei Straßenschlachten waren Freitagnacht in Jerusalem nach Angaben von Reuters mindestens 205 Palästinenser und 18 Polizisten verletzt worden. Die Proteste am letzten Freitag im diesjährigen Ramadan richteten sich gegen die drohende Räumung von Häusern palästinensischer Familien im Ost-Jerusalemer Stadtteil Scheich Dscharrah. Das Land, auf dem sie leben, wird von jüdischen Siedlern beansprucht. Am Montag hat das oberste israelische Gericht eine Anhörung in dem Rechtsstreit zwischen den Siedlern und den palästinensischen Familien angesetzt.
Der Tempelberg mit dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee ist die drittheiligste Stätte im Islam und auch im Judentum von größter Bedeutung. Denn früher standen dort zwei jüdische Tempel, von denen der letzte im Jahr 70 von den Römern zerstört wurde. Die Klagemauer ist ein Überrest jenes zerstörten Tempels und die heiligste Stätte der Juden.
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