Höcke verzichtet auf Thüringer AfD-Spitzenkandidatur für Bundestag

© REUTERS / MATTHIAS RIETSCHELBjörn Höcke beim AfD-Parteitag
Björn Höcke beim AfD-Parteitag - SNA, 1920, 09.05.2021
Thüringens AfD-Landespartei- und Fraktionschef Björn Höcke kandidiert nicht für die anstehende Bundestagswahl im Herbst.
Obwohl er bei einem Landesparteitag am Wochenende in Ruhla aus den Reihen der Thüringer AfD-Mitglieder als Spitzenkandidat vorgeschlagen wurde, lehnte der 49-Jährige ab. Stattdessen wurde erneut Stephan Brandner auf Platz eins der AfD-Kandidatenliste gewählt. Brandner erhielt bei einer Abstimmung mit elektronischen Wahlgeräten 74,65 Prozent und setzte sich damit gegen Robby Schlund durch. Beide sitzen bereits für die Thüringer AfD im aktuellen Bundestag.
AfD-Wahlplakat (Archivbild) - SNA, 1920, 03.05.2021
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Bei der schriftlichen Abstimmung später über die Wahlvorschläge auf der Liste erhielt Brandner 209 Ja- und elf Nein-Stimmen bei vier Enthaltungen. Die Bundestagswahl ist am 26. September.
Immer wieder hatte es Gerüchte und Spekulationen gegeben, Höcke könnte es in die Bundespolitik nach Berlin ziehen. Bisher blieb er aber in Thüringen. Im Vorfeld des Parteitages hieß es aus Thüringer AfD-Kreisen, seine Entscheidung, nicht für den Bundestag kandidieren zu wollen, sei schon lange vor dem Nominierungsparteitag gefallen.
In der AfD stehen sich die Lager um Höcke und AfD-Bundesparteichef Jörg Meuthen gegenüber. In dem Konflikt geht es auch um die Ausrichtung der Partei. Der Thüringer AfD-Landesverband gilt dabei als weit rechtsstehend. Sein Landesparteichef Höcke war Mitbegründer des später als rechtsextrem eingestuften und dann formal aufgelösten „Flügels”. Der Bundesverfassungsschutzchef Thomas Haldenwang bezeichnete Höcke als Rechtsextremisten.
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