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Die Welt nach dem Krieg

© SNA / Natalia PawlowaDas Siegesmuseum in Moskau
Das Siegesmuseum in Moskau - SNA, 1920, 09.05.2021
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Das Siegesmuseum in Moskau hat eine Dauerausstellung "Die Welt nach dem Krieg" eröffnet. Tausende von historischen Dokumenten, echten Raritäten und Multimedia zeigen, wie sich das Leben nach dem Zweiten Weltkrieg gestaltete und welche Rolle die Sowjetunion bei der Schaffung einer neuen Weltordnung spielte.
In der Ausstellung werden statistische Daten zu menschlichen und materiellen Verlusten während des schrecklichsten Krieges des 20. Jahrhunderts sowie Artikel über die Arbeit von Politikern und Diplomaten zur Gründung der Vereinten Nationen präsentiert. Auf einer interaktiven Weltkarte kann man detaillierte Informationen über die politische Struktur und die wirtschaftliche Entwicklung der Länder nach Kriegsende finden.

Nürnberger Prozesse

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Das Siegesmuseum in Moskau - SNA
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In diesem Abschnitt werden die Originalnotizen des Generalstaatsanwalts der UdSSR bei den Nürnberger Prozessen (1945-1946), Roman Rudenko, vorgestellt. Auf die aus einem Notizbuch herausgerissenen Zettel hatte er die Namen der wichtigsten Kriegsverbrecher notiert: Göring, Kaltenbrunner, Ribbentropp, Keitel, Rosenberg – Erhängen. Zeichnungen der sowjetischen Karikaturisten Kukryniksy wurden zu einzigartigen Beweisen.
„Während der Prozesse saßen sie in der Uniform der Obersten und machten sich angeblich Notizen, tatsächlich zeichneten sie den Angeklagten. Wie bekannt, hat Hitler versprochen, die Künstler für ihre bösen Karikaturen an den Laternenpfählen der zentralen Gorki-Straße in Moskau zu erhängen. Als Göring von der Anwesenheit von Kukryniksy erfuhr, bat er seinen Anwalt, einen Wachmann zu bestechen – der musste so stehen, damit Göring nicht sichtbar war. In einem solchen Ausmaß hatte er Angst, lächerlich auszusehen“, sagt die Mitarbeiterin des Museums, Swetlana Lewtsowskaja, im SNA-Gespräch. Die Zeichnungen enthalten auch einige Anmerkungen, wie z. B. diese: "Beim Lesen des Programms zur Ausrottung der Juden schüttelt Rudolf Hess mit einem stolzen Blick bejahend den Kopf."

Chabarowsk-Prozess

Im Gegensatz zu den Nürnberger Prozessen ist der Chabarowsker Prozess (1949) wenig bekannt. Die Angeklagten wurden wegen solcher Handlungen vor Gericht gestellt, die das Leben auf der Erde zerstören könnten. Es ging um die Vorbereitung der bakteriologischen Kriegsführung in der Mandschurei während des Zweiten Weltkriegs. Die berüchtigte Abteilung 731 der japanischen Kwantung-Armee führte Experimente an chinesischen und sowjetischen Kriegsgefangenen durch - sie wurden mit tödlichen Krankheiten infiziert und dann getötet. „Täglich wurden mehr als 300 kg Typhus-, Pest- und Cholera-Bakterien produziert. Mehr als 10.000 Gefangene fielen diesen Experimenten zum Opfer. Wenn die Japaner zusammen mit den Nazis diese bakteriologische Waffe erhalten hätten, wäre es möglich geworden, die Armee nicht zu bewaffnen und keine Soldaten auszubilden, aber die Folgen wären schlimm gewesen“, sagt Lewtsowskaja.

Der Preis des Krieges

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Das Siegesmuseum in Moskau - SNA, 1920, 09.05.2021
Das Siegesmuseum in Moskau
Die Verluste der Sowjetunion waren am größten. Fast 27 Millionen Menschen – das ist der Preis, den das Land für die Zerschlagung des Faschismus gezahlt hat. Die militärischen Verluste belaufen sich auf mehr als acht Millionen Menschen. Diese Größenordnung beruht auf der Tatsache, dass alle bedeutenden Schlachten auf dem Territorium der Sowjetunion stattfanden: 80 Prozent der Wehrmachtsdivisionen befanden sich auf ihrem Territorium. Es ist schwieriger, die Verluste unter der Zivilbevölkerung zu berechnen – Menschen starben in den durch Bombenangriffe zerstörten Städten, sie ertranken an Flussübergängen. Nach einigen Schätzungen waren die zivilen Opfer doppelt so hoch wie die militärischen. Dies erklärt sich auch aus der Politik der Ausrottung der Zivilbevölkerung, die von den Nazis auf dem Territorium der Sowjetunion betrieben wurde.

Gründung der UNO

Die Ausstellung zeigt den offizielle Anzug des sowjetischen Diplomaten und künftigen Außenministers Andrej Gromyko, der an der Vorbereitung von drei berühmten Konferenzen teilgenommen hat: in Teheran, in Jalta und in Potsdam. Er beteiligte sich auch an der Gründung der UNO nach dem Krieg. "Die Kollegen nannten ihn ‘Bulldogge‘ für seinen Griff, seine Geduld und seine Ausdauer in Verhandlungen, die Gromyko hart führte und den Gesprächspartner mit den kleinsten Details erschöpfte", so Lewtsowskaja. Im Gegensatz zum Völkerbund (1920-1946), der vor dem Zweiten Weltkrieg gegründet wurde und sich als unhaltbar herausstellte, wurde die Anti-Hitler-Koalition zum Prototyp der künftigen Vereinten Nationen. 1945 wurde die UN-Charta von 50 Staaten unterzeichnet. Gromyko sagte, dass die UdSSR darauf bestehe, dass die Struktur der UN-Charta so ist, dass sie auf keinen Fall durch den Rost des politischen Kampfes korrodiert würde. Es sollte keine Feindschaft, Konfrontation geben, denn die Sowjetunion wisse wie kein anderes Land, welche Sprossen solche Samen geben.
Die Parade zum Tag des Sieges auf dem Roten Platz in Moskau - SNA, 1920, 09.05.2021
Die Parade zum Tag des Sieges auf dem Roten Platz in Moskau

Samen der Feindschaft

Weniger als ein Jahr nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges hält Winston Churchill in Fulton (USA) seine berühmte Rede Sinews of Peace, die Worte wie die kommunistische Bedrohung und der eiserne Vorhang enthält. Der Kalte Krieg beginnt fast sofort. 1948 wird die NATO gegründet. Der Marshall-Plan tritt in Kraft, dessen Ziel es war, Deutschland mit billigen amerikanischen Waren zu füllen. Infolgedessen erholten sich viele Industrien, die vor dem Krieg existierten, nicht. Ostdeutschland, wo sich die sowjetischen Truppen befanden, nahm diese Hilfe nicht an, die UdSSR half dort, die eigene Industrie wiederherzustellen.
„Der Marshall-Plan sagt: Nimm es, sei frei von der kommunistischen Bedrohung, wir werden dir helfen. Aber heute sehen wir diese Freiheit – nicht wie Sie wollen, sondern wie die Vereinigten Staaten es sagen. Heute werden die UdSSR und Deutschland bei der Entfesselung des Zweiten Weltkrieges gleichgesetzt. Die Wurzeln liegen in jener Rede von Churchill, der sagte, dass Atomwaffen nicht in die Hände von Kommunisten oder Neonazis fallen dürften. Er hat sie bereits 1946 gleichgesetzt, heute wird diese These als neue Entdeckung präsentiert“, betont Lewtsowskaja.
Laut dem Direktor des Siegesmuseums, Alexander Schkolnik, wird die neue Dauerausstellung im Museum des Großen Vaterländischen Krieges 1941-1945 dazu beitragen, die Ursachen und Folgen der modernen Weltordnung zu verstehen:

„Die Antworten auf viele Fragen des heutigen internationalen Lebens finden Sie hier – in den Fakten und Dokumenten der Vorkriegs- und Nachkriegswelt. Sie zeigen deutlich die Schlüsselrolle der Sowjetunion in den Ereignissen der Mitte des 20. Jahrhunderts – nicht nur als die wichtigste militärische Kraft, die den Nationalsozialismus niedergeschlagen hat, sondern auch als führende diplomatische Macht, die für eine gerechte Weltordnung gekämpft und diese jahrzehntelang definiert hat."

Das Siegesmuseum, offiziell als Zentralmuseum des Großen Vaterländischen Krieges bekannt, befindet sich im Siegespark auf dem Moskauer Poklonnaja-Hügel. Es ist eines der wichtigsten Militärmuseen und Gedenkorte Russlands.
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