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8. Mai in Seelow: Erinnerung an den hart erkämpften Sieg der Roten Armee im Oderbruch

© SNA / Tim Meier8. Mai in Seelow
8. Mai in Seelow - SNA, 1920, 08.05.2021
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Zum 76. Mal jährt sich am 8. Mai der Tag der Kapitulation Nazi-Deutschlands. Obwohl Russland und andere ehemalige Sowjetstaaten eher tags darauf feiern, sind viele ihrer Landsleute in Deutschland bereits am Samstag an Gräbern und Ehrenmälern anzutreffen. Gemeinsam feiern sie mit Antifaschisten und Freunden des Völkerfriedens - wie in Seelow (Mark).
Am 8. Mai 1945, das werden nicht nur unsere Leser wissen, unterzeichnete die von Karl Dönitz entsandte Delegation in Berlin-Karlshorst endgültig die Kapitulation der Wehrmacht und beendete damit den Zweiten Weltkrieg in Europa. Seitdem wurde, besonders in der DDR, an diesem Tag den Millionen Sowjetsoldaten und -soldatinnen gedacht, die für die Verteidigung ihres Landes und die Befreiung Europas ihr Leben gaben.
Nach dem Ende der DDR ist es um einige Orte still geworden, dennoch sind nicht wenige Bürger und Bürgerinnen Berlins wie Brandenburgs am 8. Mai unterwegs. Man trifft sie an Ehrenmälern, Gräbern der Roten Armee oder russisch-orthodoxen Friedhöfen. Sie legen Blumen für die Befreier oder ihre Verwandten nieder, stoßen zusammen auf das historische Ereignis an, singen Lieder oder kommen mit ihren Freunden zusammen.
© SNA / Tim MeierDie Besucher erwartet vor der Gedenkstätte eine Stele, mit der Aufschrift „ 1941 - Вы проcлавили родину”, auf Deutsch: „1941 – Ihr habt der Heimat Ehre gemacht“.
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Die Besucher erwartet vor der Gedenkstätte eine Stele, mit der Aufschrift „ 1941 - Вы проcлавили родину”, auf Deutsch: „1941 – Ihr habt der Heimat Ehre gemacht“.
© SNA / Tim MeierAuf dem Vorplatz sind in den 70ern einige Kriegsgeräte aufgestellt worden, die im Großen Vaterländischen Krieg zum Einsatz kamen: verschiedene Artillerie, die berühmten Katjuscha-Werfer und natürlich...
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Auf dem Vorplatz sind in den 70ern einige Kriegsgeräte aufgestellt worden, die im Großen Vaterländischen Krieg zum Einsatz kamen: verschiedene Artillerie, die berühmten Katjuscha-Werfer und natürlich...
© SNA / Tim Meier… das Rückgrat der Roten Armee: ein T-34. Leider scheint dieses Modell nicht mehr ganz regendicht zu sein. Im Hintergrund das zur Zeit geschlossene Museum.
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… das Rückgrat der Roten Armee: ein T-34. Leider scheint dieses Modell nicht mehr ganz regendicht zu sein. Im Hintergrund das zur Zeit geschlossene Museum.
© SNA / Tim MeierBei der Eröffnung der Gedenkstätte 1972 wurden feierlich Rotarmisten in das Grabfeld auf der Anhöhe umgebettet.
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Bei der Eröffnung der Gedenkstätte 1972 wurden feierlich Rotarmisten in das Grabfeld auf der Anhöhe umgebettet.
© SNA / Tim MeierAuch unbekannten gefallenen Soldaten wurde gedacht: Blume auf einem Grabstein mit der Aufschrift „Hеизвестный”.
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Auch unbekannten gefallenen Soldaten wurde gedacht: Blume auf einem Grabstein mit der Aufschrift „Hеизвестный”.
© SNA / Tim MeierDieser junge Oberfeldwebel (russ.: „Старший сержант”) schien die Folgen der Schlacht nicht überlebt zu haben und verstarb mit wohl 23 Jahren - 13 Tage vor der Kapitulation.
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Dieser junge Oberfeldwebel (russ.: „Старший сержант”) schien die Folgen der Schlacht nicht überlebt zu haben und verstarb mit wohl 23 Jahren - 13 Tage vor der Kapitulation.
© SNA / Tim MeierAusblick in den Oderbruch, der östlich von Seelow liegt und bis zur Odergrenze Polens reicht. Die ganze Fläche war April 1945 größtenteils unbefestigt und durch Flutungen schlecht passierbar.
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Ausblick in den Oderbruch, der östlich von Seelow liegt und bis zur Odergrenze Polens reicht. Die ganze Fläche war April 1945 größtenteils unbefestigt und durch Flutungen schlecht passierbar.
© SNA / Tim MeierMit Blumen bedecktes topographisches Relief der Region, die 1. Belorussische Front unter Schukow zu durchqueren hatte. Neben dem Gedeck sieht man die Reichsstraße 1, die von Küstrin durch Seelow nach Berlin führte. Auf den Höhen verschanzte sich die Wehrmacht.
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Mit Blumen bedecktes topographisches Relief der Region, die 1. Belorussische Front unter Schukow zu durchqueren hatte. Neben dem Gedeck sieht man die Reichsstraße 1, die von Küstrin durch Seelow nach Berlin führte. Auf den Höhen verschanzte sich die Wehrmacht.
© SNA / Tim MeierVor dem Hügel mit der Monumental-Statue befindet sich der Gedenkstein, der in der DDR als Ort für Vereidigungen von NVA-Soldaten oder Friedensappellen von Jungpionieren sowie anderer Organisationen diente.
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Vor dem Hügel mit der Monumental-Statue befindet sich der Gedenkstein, der in der DDR als Ort für Vereidigungen von NVA-Soldaten oder Friedensappellen von Jungpionieren sowie anderer Organisationen diente.
© SNA / Tim MeierAm diesjährigen Tag der Befreiung gedachten in Seelow leider nicht alle Politiker und Organisationen den Gefallenen. Die Kränze des Landrats Märkisch-Oderland (MOL), der Linksfraktion im Brandenburger Landtag, des Bürgermeisters von Seelow sowie die des Linken-Kreisverbands MOL.
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Am diesjährigen Tag der Befreiung gedachten in Seelow leider nicht alle Politiker und Organisationen den Gefallenen. Die Kränze des Landrats Märkisch-Oderland (MOL), der Linksfraktion im Brandenburger Landtag, des Bürgermeisters von Seelow sowie die des Linken-Kreisverbands MOL.
© SNA / Tim Meier

Hinter der Tafel befindet sich die Monumentalstatue auf der Anhöhe, die in nur fünf Monaten geschaffen und im November 1945 aufgestellt wurde. Die Inschrift lautet auf Deutsch: „1941–1945 / Ewiger Ruhm den Helden, gefallen in den Kämpfen gegen die faschistischen Eindringlinge für die Freiheit und Unabhängigkeit der Sowjetunion”.

Hinter der Tafel befindet  sich die Monumentalstatue auf der Anhöhe, die in nur fünf Monaten geschaffen und im November 1945 aufgestellt wurde. Die Inschrift lautet auf Deutsch: „1941–1945 / Ewiger Ruhm den Helden, gefallen in den Kämpfen gegen die faschistischen Eindringlinge für die  Freiheit und Unabhängigkeit der Sowjetunion”. - SNA
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Hinter der Tafel befindet sich die Monumentalstatue auf der Anhöhe, die in nur fünf Monaten geschaffen und im November 1945 aufgestellt wurde. Die Inschrift lautet auf Deutsch: „1941–1945 / Ewiger Ruhm den Helden, gefallen in den Kämpfen gegen die faschistischen Eindringlinge für die Freiheit und Unabhängigkeit der Sowjetunion”.

© SNA / Tim Meier

Die Russisch-Orthodoxe Kirche ehrte die Gefallenen 2003 und stellte ihr Kreuz etwas abseits links von der Plastik auf.

Die Russisch-Orthodoxe  Kirche ehrte die Gefallenen 2003 und stellte ihr Kreuz etwas abseits links von der Plastik auf. - SNA
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Die Russisch-Orthodoxe Kirche ehrte die Gefallenen 2003 und stellte ihr Kreuz etwas abseits links von der Plastik auf.

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Andere berühmte Arbeiten der Bildhauer Lew Kerbels und Wladimir Zigals sind die Statue im Tiergarten, der Kopf Karl Marxens in Chemnitz sowie das Thälmann-Denkmal in Berlin-Pankow.

Andere berühmte Arbeiten  der Bildhauer Lew Kerbels und Wladimir Zigals sind die Statue im Tiergarten, der Kopf Karl Marxens in Chemnitz sowie das Thälmann-Denkmal in Berlin-Pankow. - SNA
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Andere berühmte Arbeiten der Bildhauer Lew Kerbels und Wladimir Zigals sind die Statue im Tiergarten, der Kopf Karl Marxens in Chemnitz sowie das Thälmann-Denkmal in Berlin-Pankow.

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Die Gruppe „Druschba International” war seit mehreren Tagen auf einer „Oder-Neiße-Friedensfahrt” unterwegs. Die Ziele lauteten Dresden, Bautzen, Weißwasser, Forst, Lieberose, Eisenhüttenstadt, Frankfurt (Oder), Kienitz, Küstrin, am 8. Mai Seelow und am 9. Mai Berlin. Vor Ort informierten sie über ihr Anliegen und boten Brot und Salz an.

Die Gruppe „Druschba  International” war seit mehreren Tagen auf einer „Oder-Neiße-Friedensfahrt” unterwegs. Die Ziele lauteten Dresden, Bautzen,  Weißwasser, Forst, Lieberose, Eisenhüttenstadt, Frankfurt (Oder), Kienitz, Küstrin, am 8. Mai Seelow und am 9. Mai Berlin. Vor Ort informierten sie über ihr Anliegen und boten Brot und Salz an. - SNA
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Die Gruppe „Druschba International” war seit mehreren Tagen auf einer „Oder-Neiße-Friedensfahrt” unterwegs. Die Ziele lauteten Dresden, Bautzen, Weißwasser, Forst, Lieberose, Eisenhüttenstadt, Frankfurt (Oder), Kienitz, Küstrin, am 8. Mai Seelow und am 9. Mai Berlin. Vor Ort informierten sie über ihr Anliegen und boten Brot und Salz an.

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Verlässt man das Gelände entlang des Militärgeräts verabschiedet eine zweite Stele die Besucher mit Worten an ihre Gefallenen: „1945 - Родина ваc не забудет”, zu Deutsch: „1945 – Die Heimat wird Euch nicht vergessen“.

Verlässt man das Gelände  entlang des Militärgeräts verabschiedet eine zweite Stele die Besucher mit Worten an ihre Gefallenen: „1945 - Родина ваc не забудет”, zu Deutsch: „1945 – Die Heimat wird Euch nicht vergessen“. - SNA
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Verlässt man das Gelände entlang des Militärgeräts verabschiedet eine zweite Stele die Besucher mit Worten an ihre Gefallenen: „1945 - Родина ваc не забудет”, zu Deutsch: „1945 – Die Heimat wird Euch nicht vergessen“.

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Die Besucher erwartet vor der Gedenkstätte eine Stele, mit der Aufschrift „ 1941 - Вы проcлавили родину”, auf Deutsch: „1941 – Ihr habt der Heimat Ehre gemacht“.
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Auf dem Vorplatz sind in den 70ern einige Kriegsgeräte aufgestellt worden, die im Großen Vaterländischen Krieg zum Einsatz kamen: verschiedene Artillerie, die berühmten Katjuscha-Werfer und natürlich...
3/15
… das Rückgrat der Roten Armee: ein T-34. Leider scheint dieses Modell nicht mehr ganz regendicht zu sein. Im Hintergrund das zur Zeit geschlossene Museum.
4/15
Bei der Eröffnung der Gedenkstätte 1972 wurden feierlich Rotarmisten in das Grabfeld auf der Anhöhe umgebettet.
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Auch unbekannten gefallenen Soldaten wurde gedacht: Blume auf einem Grabstein mit der Aufschrift „Hеизвестный”.
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Dieser junge Oberfeldwebel (russ.: „Старший сержант”) schien die Folgen der Schlacht nicht überlebt zu haben und verstarb mit wohl 23 Jahren - 13 Tage vor der Kapitulation.
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Ausblick in den Oderbruch, der östlich von Seelow liegt und bis zur Odergrenze Polens reicht. Die ganze Fläche war April 1945 größtenteils unbefestigt und durch Flutungen schlecht passierbar.
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Mit Blumen bedecktes topographisches Relief der Region, die 1. Belorussische Front unter Schukow zu durchqueren hatte. Neben dem Gedeck sieht man die Reichsstraße 1, die von Küstrin durch Seelow nach Berlin führte. Auf den Höhen verschanzte sich die Wehrmacht.
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Vor dem Hügel mit der Monumental-Statue befindet sich der Gedenkstein, der in der DDR als Ort für Vereidigungen von NVA-Soldaten oder Friedensappellen von Jungpionieren sowie anderer Organisationen diente.
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Am diesjährigen Tag der Befreiung gedachten in Seelow leider nicht alle Politiker und Organisationen den Gefallenen. Die Kränze des Landrats Märkisch-Oderland (MOL), der Linksfraktion im Brandenburger Landtag, des Bürgermeisters von Seelow sowie die des Linken-Kreisverbands MOL.
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Hinter der Tafel befindet sich die Monumentalstatue auf der Anhöhe, die in nur fünf Monaten geschaffen und im November 1945 aufgestellt wurde. Die Inschrift lautet auf Deutsch: „1941–1945 / Ewiger Ruhm den Helden, gefallen in den Kämpfen gegen die faschistischen Eindringlinge für die Freiheit und Unabhängigkeit der Sowjetunion”.

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Die Russisch-Orthodoxe Kirche ehrte die Gefallenen 2003 und stellte ihr Kreuz etwas abseits links von der Plastik auf.

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Andere berühmte Arbeiten der Bildhauer Lew Kerbels und Wladimir Zigals sind die Statue im Tiergarten, der Kopf Karl Marxens in Chemnitz sowie das Thälmann-Denkmal in Berlin-Pankow.

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Die Gruppe „Druschba International” war seit mehreren Tagen auf einer „Oder-Neiße-Friedensfahrt” unterwegs. Die Ziele lauteten Dresden, Bautzen, Weißwasser, Forst, Lieberose, Eisenhüttenstadt, Frankfurt (Oder), Kienitz, Küstrin, am 8. Mai Seelow und am 9. Mai Berlin. Vor Ort informierten sie über ihr Anliegen und boten Brot und Salz an.

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Verlässt man das Gelände entlang des Militärgeräts verabschiedet eine zweite Stele die Besucher mit Worten an ihre Gefallenen: „1945 - Родина ваc не забудет”, zu Deutsch: „1945 – Die Heimat wird Euch nicht vergessen“.

So auch in Seelow, einem geschichtsträchtigen Ort im östlichen Brandenburg. Am Tag der Befreiung erschienen dieses Jahr bei schönem Wetter nicht nur Politiker und Vertreter des Landes Brandenburg, um Blumen und Kränze niederzulegen. Auch Organisationen wie die VVN-BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten) sowie die Gruppe „Druschba Global” waren vor Ort zum Gedenken an die Gefallenen und ihren Beitrag zur Befreiung Deutschlands.
Manch Bürger der DDR, Ortskundiger oder Geschichtskenner weiß vielleicht, wieso in der Kreisstadt des Märkisch-Oderlands ein Ehrenmal für die Sowjetsoldaten zu finden ist.
Am 16.04.1945 begann mit der Schlacht um die Seelower Höhen die alles entscheidende Schlacht um Berlin - eine Million Rotarmisten stießen entlang der Reichsstraße 1 (heute B1) von der Oder auf die Hauptstadt vor. Sie wurden erwartet von circa 190.000 Wehrmachtssoldaten, die sich auf der Erhebung rund um den Ort Seelow verschanzten und darauf warteten, den Vorstoß abzufangen.
Kranzniederlegung am Deutsch-Russischen Museum in Berlin-Karlshorst 8. Mai 2021 - SNA, 1920, 08.05.2021
Gegen das Vergessen – Gedenken am Tag des Sieges am Ort der bedingungslosen Kapitulation
Das Resultat war am 19. April ein mit über 30.000 Toten und über 40.000 Verletzten teuer erkaufter Sieg der Roten Armee, die deutsche Seite hatte eine hohe fünfstellige Opferzahl zu beklagen.
Kurz nach der Kapitulation Nazi-Deutschlands gab Marschall Schukow im Mai des gleichen Jahres den Auftrag, eine Monumentalskulptur zu Ehren der Schlacht zu erstellen. Die berühmten Bildhauer Lew Kerbel und Wladimir Zigal, die schon in Berlin-Tiergarten das Ehrenmal gestalteten, schufen in fünf Monaten die Skulptur, die im November 1945 eingeweiht wurde.
27 Jahre später wurde anlässlich des 50. Geburtstags der Sowjetunion im Dezember 1972 das unter dem Plateau liegende Museum mit dem auf dem Vorplatz befindlichen Militärgerät eröffnet. Auf der Anlage sind circa 7000 Rotarmisten der 1. Weißrussischen Front, der auch die 1. Polnische Armee angehörte, begraben.
2003 weihte der Erzbischof von Berlin und Deutschland, Feofan, ein russisch-orthodoxes Kreuz auf dem Hügel ein.
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