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„Erben der Generationen, die Krieg anzettelten“: Lukaschenko reagiert auf Klage deutscher Anwälte

© REUTERS / SPUTNIKDer weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko
Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko - SNA, 1920, 07.05.2021
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Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko hat sich laut einer Mitteilung von Freitag gegenüber Journalisten zu der von deutschen Anwälten gegen ihn eingereichten Klage geäußert.
Die beim Generalbundesanwalt (GBA) in Karlsruhe wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit erstattete Strafanzeige sei ein „dummer Schritt“ und eine „situationsbedingte Politik“, hieß es.
„Es wäre begreiflich gewesen, wenn sich Großbritannien zu Wort gemeldet hätte, die USA oder Frankreich: Diese waren ja in einer Koalition gewesen. Aber nicht die Erben des Faschismus. Sie wollen mich vor Gericht bringen (...) Wer sind Sie, dass Sie mich anklagen? Dafür, dass ich Euch und mein Land beschütze?!“, sagte Lukaschenko.
Es gehe nicht darum, dass jemand jetzt die Ideologie des Nationalsozialismus vertreten würde, fügte er hinzu.
„Ich mache ihnen keine Vorwürfe. Aber sie sind die Erben der Generationen, die jenen Krieg entfesselt haben (...) Jeder Dritte hierzulande ist getötet worden. Und wie viele weitere waren in den ersten Nachkriegsjahren an den Folgen dieses Krieges gestorben (...) Es ist der Nationalsozialismus, der hier den Völkermord am weißrussischen, sowjetischen Volk ausgelöst hatte“, stellte Lukaschenko klar.
Für die Tatsache, dass man irgendwo in den Dörfern Juden, darunter Kinder, vor den Nazis versteckt hatte, seien manchmal ganze Ortschaften zerstört worden, hieß es weiter.
„Unsere Leute haben sie nicht verraten. Hatte man sie gefunden, wurde ein Graben gezogen und das ganze Dorf lebendig begraben. Wie einer der Schriftsteller schrieb, sei man am Morgen gekommen und die Erde atmete. Menschen wurden lebendig begraben. Es sind sie. Und sie wollen mich dort vor diesem Gericht verurteilen“, sagte Lukaschenko.
Amtseinführung von Präsident Alexander Lukaschenko. Minsk, Palast der Unabhängigkeit, 23. September 2020 - SNA, 1920, 30.04.2021
Nach gescheitertem Umsturzversuch in Minsk: Weißrussland ersucht USA um rechtliche Hilfe
Zuvor war berichtet worden, dass vier deutsche Anwälte den weißrussischen Staatschef Alexander Lukaschenko wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt hätten. Im Namen von Folteropfern erstatteten sie eine Strafanzeige beim Generalbundesanwalt (GBA) in Karlsruhe. Damit fordern die Juristen eine unabhängige Aufklärung, die in Weißrussland selbst „nicht zu erwarten ist“. Zehn Opfer beauftragten nach Angaben der Zeitung „Der Tagesspiegel“ die Anwälte Mark Lupschitz, Onur Özata, Roland Krause und Benedikt Lux, Hinweise zu mehr als 100 Fällen dokumentierter Folter durch Beamte beim deutschen Gericht vorzulegen.

Gewalt in Weißrussland

Bei der Präsidentenwahl war der Langzeitpräsident Lukaschenko nach amtlichen Angaben mit mehr als 80 Prozent der Stimmen für eine sechste Amtszeit gewählt worden. Die Opposition sprach von Wahlbetrug und erklärte ihre Kandidatin Swetlana Tichanowskaja zur Siegerin. Seitdem gibt es landesweit Proteste, die von den Ordnungskräften teilweise niedergeschlagen werden. Tausende Demonstranten kamen seit August in Polizeigewahrsam. Die Europäische Union hat in drei Etappen Sanktionen gegen insgesamt 88 Personen und sieben Organisationen in Weißrussland veranlasst, denen Brüssel Betrug bei der Präsidentenwahl am 9. August und Gewalt gegen Demonstranten vorwirft.
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