Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Kann negative Assoziationen hervorrufen: Viele Grüne wollen „Deutschland“ aus Wahlprogramm streichen

© AFP 2021 / JOHN MACDOUGALLDie Chefs der Grünen Annalena Baerbock und Robert Habeck präsentieren den Entwurf des Wahlprogramms ihrer Partei am 19. März 2021 in Berlin vor den Bundestagwahlen Ende September 2021.
Die Chefs der Grünen Annalena Baerbock und Robert Habeck präsentieren den Entwurf des Wahlprogramms ihrer Partei am 19. März 2021 in Berlin vor den Bundestagwahlen Ende September 2021. - SNA, 1920, 07.05.2021
Abonnieren
Im März präsentierte die Grünen-Spitze einen Entwurf des Wahlprogramms unter dem Titel „Deutschland. Alles ist drin“ – und hat schon viele Änderungsanträge erhalten. Zwei Mitglieder fordern offenbar, den Begriff „Deutschland“ aus dem Namen zu streichen - und bekommen viel Zuspruch. Bei politischen Opponenten sorgt das Vorhaben jedoch für Kritik.
Einer der Antragsteller ist nach „Tagesspiegel“-Informationen der Mitarbeiter des Europa-Abgeordneten der Grünen Erik Marquardt, Michael Sebastian Schneiß. Auf Twitter begründet er seine Forderung damit, dass die Überschrift mit „Deutschland“ den Rahmen setze und grüne Politik sich an Menschenwürde und Freiheit in einer globalisierten Welt ausrichten sollte.
Seinem Antrag sollen sich bereits über 300 Grünen-Mitglieder angeschlossen haben, darunter Mandatsträger aus dem Berliner Abgeordnetenhaus und Bezirksverordnetenversammlungen wie Daniel Wesener, Georg Kössler, June Tomiak, Turgut Altug, Stefan Ziller und Katrin Schmidberger. Die Berliner Kandidatin Juliana Wimmer für die Bundestagswahl kommentierte dazu gegenüber dem „Tagesspiegel“, es gebe bessere Worte, um die Visionen der Partei zu beschreiben. Sie fände es besser, „Deutschland“ durch „grün“ zu ersetzen. Die anderen 113 Stellen im Entwurf des Programms, wo Deutschland erwähnt wird, könnten aber bleiben. Der Berliner Landesvorstand wollte die Forderung noch nicht kommentieren.
In dem zweiten Antrag gegen das Wort „Deutschland“ soll das Vorhaben damit begründet worden sein, dass der Titel nichtssagend sei und höchstens zur AfD passen würde. Dazu komme noch, dass das Wort „Deutschland“ sehr negative Assoziationen hervorrufen könnte, zitiert der „Tagesspiegel“ aus der Initiative. „Deutschland“ könnte in Richtung „Deutschland über alles“ oder „Deutschland first“ wie bei Trump gedeutet werden.

CDU, CSU und FDP kritisieren Anträge scharf

Die Initiativen sorgen allerdings für ganz viel Aufsehen in den sozialen Netzwerken, vor allem bei den politischen Opponenten der Grünen. CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak schilderte in einem Post, wie es weitergehen könnte.
Der Generalsekretär der FDP, Volker Wissing, stellte die Frage in den Raum, wie denn die Grünen hier gewählt werden und regieren wollen, wenn sie sich gegen Deutschland stellen würden.
Noch kritischer äußerte sich CSU-Generalsekretär Markus Blume. Er warf den Grünen ein „gestörtes Verhältnis zum Vaterland“ vor und schrieb: „Regieren wollen ohne Bekenntnis zum Land – was kommt als nächstes?“
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала