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Polizeipsychologe: In Corona-Zeiten suchen immer mehr Polizisten psychologische Hilfe

© REUTERS / CHRISTIAN MANGEine Polizistin bei Protesten gegen Corona-Einschränkungen in Berlin
Eine Polizistin bei Protesten gegen Corona-Einschränkungen in Berlin - SNA, 1920, 06.05.2021
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Belastende Demo-Einsätze und persönliche Probleme: Im Pandemiejahr 2020 haben besonders viele Polizei-Einsatzkräfte psychologische Hilfe gesucht.
Seit dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 warnen Fachleute vor den psychischen Auswirkungen der Pandemie. Isolation, Existenzängste, häusliche Gewalt und Alkoholmissbrauch sind nur einige Faktoren, die die menschliche Psyche in Pandemie-Zeiten belasten können. Und die Auswirkungen können jeden treffen.
Wie die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag meldet, verzeichnen auch Polizeipsychologen einen gestiegenen Bedarf an psychologischen Beratungsgesprächen bei den Einsatzkräften. So hätten sich im vergangenen Jahr in Berlin 412 Betroffene an die Sozialberatung der Polizei gewandt. In den Jahren davor seien es im Schnitt etwa 350 Erstgespräche gewesen.
Als Gründe dafür nennt Jan Hülsenbeck, Leiter des Psychologischen Dienstes der Berliner Polizei, die Zunahme an Demonstrationen und belastenden Einsätzen für die Polizisten. „Das macht auf die Dauer mürbe.“ Hinzu kämen auch persönliche Sorgen etwa durch Trennungen oder familiäre Probleme durch den Schichtdienst. Um diesen Druck auszugleichen, helfe Alkohol manchmal für kurze Zeit, sei aber langfristig ein großer Risikofaktor, so Hülsenbeck. „Reden hilft“, betont der Psychologe. Inzwischen sei es gesellschaftlich akzeptiert, sich Hilfe zu holen. Noch vor 20 Jahren sei es hingegen selten vorgekommen, dass Polizisten psychische Probleme offenbarten.
Seien die Probleme erst chronisch geworden, werde der Weg zurück in den Dienst immer schwieriger. Wer aber den ersten Schritt schaffe und sich Hilfe hole, der wolle etwas verändern. „Und wir kriegen es meist gut hin, dass sie zurück in den Dienst können“, wird Hülsenbeck von der DPA zitiert.
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