Verstoß gegen Regularien? Doktorarbeit von Kanzleramtsminister Braun wird überprüft

© AFP 2022 / KAY NIETFELDKanzleramtschef Helge Braun (Archivbild)
Kanzleramtschef Helge Braun (Archivbild) - SNA, 1920, 06.05.2021
Kanzleramtsminister Helge Braun hat in seiner Doktorarbeit möglicherweise die Regularien der Justus-Liebig-Universität Gießen verletzt. Nach einem Hinweis Ende Januar und einer Vorprüfung durch den Vorsitzenden der Kommission zur Sicherung der guten wissenschaftlichen Praxis geht das Verfahren in die nächste Runde.
Mit seiner 2007 vorgelegten Promotionsschrift „Einfluss intraoperativer Tachykardien auf die postoperative Prognose“ (Herzrasen während einer Operation) hat Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) möglicherweise gegen die gute wissenschaftliche Praxis verstoßen. Ein entsprechender Hinweis einer Einzelperson ist Ende Januar bei der Justus-Liebig-Universität (JLU) Gießen eingegangen. Braun wird vorgeworfen, dass es in seiner Doktorarbeit Überschneidungen mit einer früheren Publikation, an der er als Co-Autor mitwirkte, sowie möglicherweise mit weiteren Schriften gibt.
Wie die JLU mitteilt, hat die Ombudsperson der Universität den Sachverhalt einer ersten Prüfung unterzogen und das Ermittlungsverfahren im Februar 2021 an den Vorsitzenden der Kommission zur Sicherung der guten wissenschaftlichen Praxis übergeben.
„Der Vorsitzende hat ein Vorprüfungsverfahren durchgeführt, in dessen Rahmen dem Betroffenen innerhalb der vorgesehenen Fristen Gelegenheit gegeben wurde, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Nach Eingang der Stellungnahme und dem Abschluss der Vorprüfung im April ist nunmehr die Kommission zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis mit der Weiterführung des Verfahrens betraut“, heißt es in einer Pressemitteilung der Universität.
Braun selbst scheint keinen Zweifel daran zu haben, dass er bei seiner Promotion sauber gearbeitet hat. Er habe die JLU selbst darum gebeten, seine Doktorarbeit dahingehend zu überprüfen.
„Ich bin vom wissenschaftlichen Wert meiner Arbeit und von dem dadurch erzielten medizinischen Erkenntnisgewinn überzeugt“, wird der Kanzleramtsminister von der „Gießener Allgemeinen Zeitung“ zitiert.
Die JLU will zunächst keine Zwischenergebnisse bekanntgeben. Sie sei aber grundsätzlich bestrebt, das Verfahren zügig durchzuführen, teilt sie in ihrer Pressemitteilung mit.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала