Gynäkologenverbände empfehlen, Schwangere gegen Covid-19 zu impfen

© REUTERS / RICARDO MORAESImpfung einer schwangeren Frau (Symbolfoto)
Impfung einer schwangeren Frau (Symbolfoto) - SNA, 1920, 05.05.2021
Schwangere Frauen landen häufiger auf der Intensivstation und müssen dort sehr oft künstlich beatmet werden. Das Risiko für Frühgeburten ist hoch. Die Datenlage zu möglichen Schäden durch Impfungen dagegen verspricht keine bösen Überraschungen. Deswegen empfehlen diverse Fachverbände nun, schwangere und stillende Frauen zu impfen.
Die Zahl der Schwangeren auf der Intensivstation am Universitätsklinikum Hamburg-Eppedorf (UKE) hat in der dritten Welle der Pandemie stark zugenommen. Während im gesamten Jahr 2020 lediglich eine Patientin intensivmedizinisch betreut werden musste, waren es in den ersten Monaten von 2021 gleich sieben Frauen. Der Direktor der Klinik, Stefan Kluge hat sich vor diesem Hintergrund dafür ausgesprochen, „unbedingt auch Schwangere“ zu impfen.
Dieser Empfehlung haben sich am Dienstag mehrere Gynäkologen-Verbände angeschlossen. Dabei empfahlen sie „eine priorisierte Covid-19-Impfung für schwangere und stillende Frauen mit einem mRNA-basierten Impfstoff“. Als Grundlage für diese Empfehlung haben sie die Datenlage bei Impfungen von Schwangeren sowie die Risiken analysiert, denen Schwangere bei einer Covid-19-Erkrankung ausgeliefert sind.
Das Ergebnis: Covid-19 stellt eine ernsthafte Gefahr für Schwangere und deren Kinder dar. Sechsmal häufiger im Vergleich zu nicht schwangeren Frauen müssen sie auf die Intensivstation verlegt und sogar 23-mal öfter künstlich beatmet werden. Zudem ist das Risiko für eine Frühgeburt um 80 Prozent erhöht. Da die Frauen wegen der Schwangerschaft zudem viele Medikamente nicht erhalten können, um den Embryo zu schützen, erschwert das ihre Behandlung zusätzlich.
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Gefahren durch die Impfung?

Gefahren durch die Impfung selbst konnten die Mediziner dagegen aus den untersuchten Daten nicht ermitteln. Einer systematischen Studie aus den USA zufolge soll es durch Impfungen zu keiner erhöhten Zahl von Frühgeburten, Fehlbildungen und anderen Komplikationen gekommen sein. Bei der Studie wurden 4700 Frauen über einen längeren Zeitraum nach der Impfung beobachtet.
Mit dieser Empfehlung üben die Verbände auch Druck auf die Ständige Impfkomission (Stiko) des Robert-Koch-Instituts, das solche Impfungen wegen unzureichender Datenlage noch nicht empfiehlt.
Die Wahl von mRNA-Impfstoffen erklärt sich recht einfach: Der Vektor-Impfstoff von Astrazeneca wird wegen Thrombose-Gefahr bei jüngeren Personen nur Menschen ab 60 Jahren empfohlen. Außerdem löst er oft Nebenwirkungen wie Schüttelfrost aus, die sich negativ auf eine Schwangerschaft auswirken können. Andere Impfstofftypen wie rekombinante Proteine oder Tot-Impfstoffe sind in der EU schlichtweg noch nicht zugelassen.
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