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Lange unterschätzt: Ärztepräsident fordert Untersuchung zu Gesundheitseffekten von Corona-Maßnahmen

© SNA / Ilja Pitaljow / Zur BilddatenbankÄrzte in einem Krankenhaus
Ärzte in einem Krankenhaus  - SNA, 1920, 04.05.2021
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Für eine umfassende Untersuchung gesundheitlicher Auswirkungen der Corona-Eindämmungsmaßnahmen setzt sich Ärztepräsident Klaus Reinhardt ein. Vor allem Auswirkungen auf Kinder bedürften einer besonderen Betrachtung, forderte der Chef der Bundesärztekammer beim 124. Deutschen Ärztetag, der am Dienstag online begonnen hat.
Diese „Kollateraleffekte“ beim Kampf gegen die Pandemie seien lange unterschätzt worden, urteilte Reinhardt laut der Deutschen Presse-Agentur. Vor allem Auswirkungen auf Kinder bedürften einer besonderen Betrachtung.
Dabei verwies Ärztepräsident auf schulische Bildungsdefizite sowie darauf, dass viele Kinder wichtige Entwicklungsphasen in sozialer Isolation erlebt hätten. Auch bei Menschen in Heimen, die oft monatelang keinen Besuch empfangen durften, oder verunsicherten Patienten in Praxen hinterlasse die Pandemie Spuren.
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Reinhardt lobte, dass das deutsche Gesundheitswesen trotz der enormen Belastung – im Gegensatz zu vielen anderen Ländern – „zu keinem Zeitpunkt überlastet“ gewesen. Das liege auch an gut ausgestatteten Kliniken und dem dichten Netz der ambulanten Versorgung.
Aber die Pandemie habe auch Defizite offengelegt, gab Reinhardt zu bedenken. Er verwies auf die unzureichende personelle und technische Ausstattung der Gesundheitsämter, Meldestrukturen, den digitalen Ausbau und die Finanzierung der Kliniken.
Eine der wichtigsten Lehren aus dieser Krise müsse sein, „leistungsstarke Strukturen zu erhalten und auszubauen, statt sie, wie von einigen immer wieder gefordert, auszudünnen und auf reine Kosteneffizienz zu trimmen“, so der Chef der Bundesärztekammer.
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