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Wegen Nähe zu „Querdenken“: Aufregung um „Babylon Berlin“-Star Volker Bruch

© AFP 2021 / CHRISTIAN CHARISIUSSchauspieler Volker Bruch
Schauspieler Volker Bruch - SNA, 1920, 04.05.2021
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Wie das Online-Portal netzpolitik.org am Montag berichtete, soll der Schauspieler Volker Bruch einen Antrag auf die Mitgliedschaft in der Corona-Protest-Partei „Die Basis“ gestellt haben. Der Star von „Babylon Berlin“ gilt als einer der Initiatoren der Kampagne #allesdichtmachen.
Die Kampagne #allesdichtmachen, bei der 53 Schauspielerinnen und Schauspieler, darunter auch Branchengrößen wie Heike Makatsch, Jan Josef Liefers und Ulrich Tukur mitmachten, hatte von Anfang an für Furore gesorgt. Hatten die deutschen Filmstars auf satirische Weise die Corona-Maßnahmen kritisieren wollen, wurden sie sehr schnell öffentlich in die „Querdenker“-Ecke gestellt. Manche von ihnen zogen daraufhin ihre Videos zurück und entschuldigten sich. Andere, wie Jan Josef Liefers, blieben dabei und waren bereit, ihr Anliegen auch öffentlich zu verteidigen.
Mit seiner Recherche will nun das Online-Portal netzpolitik.org zumindest bei einem der Beteiligten eine Nähe zur „Querdenken“-Bewegung nachgewiesen haben. So hat es nach eigenen Angaben eine auf Mitte April datierte Mitgliederliste der Partei „Die Basis“ einsehen und darauf die vorläufige Mitgliedsnummer des durch die TV-Serie „Babylon Berlin“ international bekannten Schauspielers Volker Bruch finden können.
„Die Basis“ hatte sich im vergangenen Jahr als Reaktion auf die Corona-Einschränkungen gegründet. Ihr gehören unter anderem prominente Maßnahmen-Kritiker, wie der Mediziner Wolfgang Wodarg, der Epidemiologe Sucharit Bhakdi, der Anwalt Reiner Fuellmich und der „Querdenken“-Aktivist Markus Haintz an. Nun ist laut netzpolitik.org durch ein massives Datenleck bei der Partei die Information durchgesickert, dass Volker Bruch einen Antrag auf Mitgliedschaft gestellt hat. Damit sei erstmalig nachgewiesen worden, dass an dem Vorwurf etwas dran sei, dass #allesdichtmachen eine politische Nähe zur „Querdenken“-Bewegung habe. Eine solche Nähe hätten die Verantwortlichen der Kampagne #allesdichtmachen bisher stets von sich gewiesen.
Veranstaltung von Amnesty International (Archivbild) - SNA, 1920, 07.04.2021
Jahresbericht 2020: Amnesty International beklagt Verschlechterung der Menschenrechtslage
Laut Daten zu der neu gegründeten Partei ist Bruch, der neben Liefers und dem Regisseur Dietrich Brüggemann als Initiator von #allesdichtmachen gilt, unter einer auf „967“ endenden vorläufigen Mitgliedsnummer bei der „Basis“ gelistet; Eintrittsdatum sei der 13. März 2021. Das Portal netzpolitik.org verweist auf Aussagen von David Claudio Siber, dem Medienbeauftragten der Partei, wonach Bruchs Eintrittsverfahren noch nicht abgeschlossen sei, da seine Identität in einem parteiinternen Prozess verifiziert werden müsse.
Wie das Portal abschließend schreibt, trägt Bruch bei den Dreharbeiten zu „Babylon Berlin“ auch keine Schutzmaske. Die Produktionsfirma X Filme Creative Pool habe dem Portal am Donnerstag auf Anfrage mitgeteilt, der Schauspieler verfüge über „eine ärztliche Befreiung vom Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes“. Über dieses Attest sei zwar nichts Näheres bekannt, räumt netzpolitik.org ein, verweist aber auf eine Recherche von „Correctiv“, das festgestellt haben will, dass es sehr einfach sei, eine solche Befreiung zu bekommen.
Insgesamt wirkt der Bericht von netzpolitik.org nicht gerade unvoreingenommen gegenüber Volker Bruch und der Aktion #allesdichtmachen. Wenig überraschend ist daher, dass auch in anderen großen Medien und in den sozialen Netzwerken der Eindruck erweckt wird, man habe es schon immer gewusst. Also, dass die Kampagne der Schauspieler mit der „Querdenken“-Bewegung verbandelt sei. Reaktionen auf Twitter zeigen, dass es dann auch nur ein winziger Schritt zum „Faschismus“-Vorwurf sei:
Die SPD-Abgeordnete Cansel Kiziltepe twittert, sie sei „richtig enttäuscht“ von Volker Bruch.
Während es auf Twitter zum Trend-Thema #VolkerBruch hauptsächlich negative Kommentare regnet, gibt es auch solche, die die Aufregung um seinen Mitgliedschaftsantrag bei der „Basis“ hinterfragen:
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