Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

„An den Grenzen Russlands fliegen Atom-Bomber der USA“ – Autor Bittner zum „Brandherd Ost-Ukraine“

© AP Photo / Ivan SekretarevRussischen und Amerikanische Flaggen
Russischen und Amerikanische Flaggen  - SNA, 1920, 03.05.2021
Abonnieren
Nach dem Ende der russischen Militär-Manöver an der Grenze zur östlichen Ukraine schätzt im SNA-Interview Russland-Experte und Jurist Wolfgang Bittner die dortige Situation ein. Er warnt vor einer „aggressiven US-Außenpolitik“ in der Region. „Deutschland spielt eine immer wichtigere Rolle in der Nato“, kritisiert er.
„Ein Brandherd ist nach wie vor die Ost-Ukraine und daraus könnte rasch ein heißer Krieg werden“, sagte Wolfgang Bittner im SNA-Gespräch nach dem Ende der russischen Militär-Manöver an der Grenze zur östlichen Ukraine. Der Sachbuchautor und Jurist warnt vor einer „aggressiven US-Außenpolitik“ in der Region. „Die Ukraine wird gerade aus den USA mit neuen Waffen versorgt. Der Konflikt dort kann jederzeit angeheizt werden, wenn es den Interessen der USA dient – und dies passiert auch immer wieder.“ Er kritisiert dabei Deutschland, das „eine immer wichtigere Rolle in der Nato“ spielt.
Für unseren Gastautor Wolfgang Bittner war die militärische Situation an der russisch-ostukrainischen Grenze in den vergangenen Wochen ein weiterer negativer „Höhepunkt“ im neuen Kalten Krieg. Diesen Konflikt als Neuauflage zwischen Russland und dem Westen, vertreten durch die Nato und deren assoziiertem Partner Ukraine, beschreibt Bittner ausführlich in seinem 2019 erschienen Buch: „Der Neue West-Ost-Konflikt: Inszenierung einer Krise“.
Die Flaggen der Nato, Russlands und der Ukraine - SNA, 1920, 29.04.2021
„Die Nato wird niemals Russlands militärische Stärke erreichen“ – Ex-US-Beamter
Im Donbass hatte sich jüngst die Lage zugespitzt. Moskau und Kiew warfen einander vor, den Beschuss verstärkt zu haben. Die selbsternannten pro-russischen Republiken Donezk und Lugansk behaupteten, die ukrainischen Streitkräfte verlegten militärische Ausrüstung an die sogenannte Berührungslinie.
An der Grenze zwischen der Russischen Föderation und der östlichen Ukraine fanden auf russischer Seite in den letzten Wochen völkerrechtlich legitime Militärmanöver statt. Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu befahl, diese Übungen zum ersten Mai zu beenden.

„Deutschland als Speerspitze der Nato“

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sowie Kiew und Washington kritisierten diese Manöver und warnten Moskau vor einer Eskalation. Außenminister Sergej Lawrow sagte Ende April: „Ein Krieg im Donbass mit der Ukraine muss vermieden werden.“
Russlands Außenminister Sergej Lawrow - SNA, 1920, 28.04.2021
Moskau zur Lage in der Ostukraine: Krieg „kann und muss vermieden werden”
Im Interview mit der Redaktion wies Bittner auf folgende Aspekte hin:
„Einen neuen Kalten Krieg haben wir schon, dieser begann gleich nach der Vereinigung der beiden deutschen Staaten. Bis die USA mit der von dort gesteuerten Nato wieder gegen Russland zu hetzen begann und in ehemaligen Sowjet-Republiken sogenannte ‚Regime Changes‘ durchführte.“
Stetig wurde ein neuer Vorwand formuliert, um „ständig neue Sanktionen zu erlassen. Worunter nicht nur Russland, sondern auch Europa und besonders Deutschland leidet. Doch die Bundesregierung hat sich unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nicht nur zum Hauptakteur zur Hetze gegen Russland, sondern auch zur militärischen Speerspitze der Nato entwickelt.“

„USA versorgen Kiew mit Waffen“

Kiew erwarb beispielsweise im Sommer 2020 laut Meldungen Militär-U-Boote und militärisches Equipment für 600 Millionen US-Dollar von der US-Regierung, abgesegnet von der Nato.
Verteidigungsminister Sergej Schoigu (Archivbild) - SNA, 1920, 27.04.2021
Russlands Verteidigungsminister kommentiert Nato-Übungen in Europa
In seinem Buch widmete Bittner der Situation in der Ukraine der letzten Jahre ausführliche Kapitel.
Im aktuellen Fall wurde von seitens der Westen „über eine Verstärkung der Streitkräfte Russlands an seiner Südwest-Grenze als aggressiver, friedensgefährdender Truppenaufmarsch berichtet, so habe ich das wahrgenommen. Doch es wurde kaum ein Wort über das Nato-Manöver „Defender 2021“ mit immerhin 28.000 Soldaten an der Schwarzmeer-Region, also unmittelbar an der russischen Grenze, verloren. Das finde ich ein aktuelles Beispiel für die inkorrekte Berichterstattung in den deutschen Medien und die Verlogenheit der US-affinen Politiker. An „Defender-Europe 2021“ wurden auch die Ukraine, Moldawien und Georgien beteiligt.“

Atomwaffen in ukrainischer Hand?

Wie der Autor bereits in einigen Büchern dargelegt hatte, „ist die Ukraine mit tatkräftiger Hilfe des damaligen US-Vizepräsidenten Joe Biden auf kaltem Wege übernommen worden. Sie ist heute ein ‚failed state‘, also ein kaputtes Land.“ Seitdem vertrete Kiew fast ausschließlich durch die USA geförderte Nato-Interessen in seiner Außenpolitik, insbesondere gegenüber Moskau.
„Putin wird die Ukraine nicht ungeschoren in die EU lassen – und erst recht nicht in die Nato“, schrieb Thomas Jäger, Professor für internationale Politik an der Uni Köln, Mitte April im Magazin „Focus“. „Russland hat hochgerüstete Truppen an die ukrainische Grenze geschickt.“ Der Westen sei nun „gefordert“. Es steige die reale Kriegsgefahr.
Dazu kommentierte Bittner:
„Ich habe gehört, dass die Ukraine auch gerne eigene Atomwaffen hätte, um sich gegen Russland zu wehren. Was natürlich absurd ist. Die Gefahr eines Atomkrieges, da sowohl die USA als auch Großbritannien und Frankreich, aber eben auch Russland und China Atomwaffen besitzen, ist gebändigt aufgrund des Gleichgewichts des Schreckens. An der Vernichtung der Welt kann wohl niemandem gelegen sein.“
Der Konfliktforscher Heinz Gärtner, wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Internationale Politik an der Universität Wien, erklärte jüngst gegenüber SNA, eine nuklearbewaffnete Ukraine wäre ein sicherheitspolitisches Desaster „und ein schwerer Schlag für den Atomwaffensperrvertrag“. Der Politologe sprach von einem „Déjà-vu aus dem Kalten Krieg“.
Der ukrainische Präsident Wladimir Selenski beim Truppenbesuch in Donbass - SNA, 1920, 01.05.2021
Kernwaffen für die Ukraine: „Eine dunkelrote Linie, nicht nur für Russland“ – Konfliktforscher
Bittner betonte ergänzend:
„An den Grenzen Russlands patrouillieren ständig B-52-Bomber der USA, bestückt mit Atombewaffnung“, warnte der Russland-Experte vor Provokationen aus Washington gegenüber dem Kreml. Kiew wiederum verlegt bereits seit 2018 eigene Truppen hin zur Küste des Asowschen Meeres und zum Schwarzen Meer.
Das vollständige Interview mit Wolfgang Bittner zu seinem Buch „Der Neue West-Ost-Konflikt“ erscheint am Samstag.
Das Radio-Interview (Teil 1) mit Dr. Wolfgang Bittner zum Nachhören:
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала