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Versorgungsmangel: Bund schränkt Holzfällen in Fichtenwäldern ein – und erntet Kritik

© AFP 2021 / INA FASSBENDERFichtenwald (Symbolbild)
Fichtenwald (Symbolbild)  - SNA, 1920, 02.05.2021
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Der Bund will den von Naturkatastrophen und Preisverfall geplagten Waldbesitzern helfen – doch angesichts akuten Bauholzmangels stößt die gut gemeinte Beschränkung des Holzfällens in deutschen Fichtenwäldern auf scharfen Protest. Der bayerische Wirtschaftsminister hat die Bundesregierung zur schnellstmöglichen Rücknahme der Verordnung aufgefordert.
„Dieses Gesetz muss sofort ausgesetzt werden, wenigstens für Waldbesitzer bis 50 Hektar“, sagte Hubert Aiwanger, unter anderem der stellvertretende Ministerpräsident von Bayern und Freie-Wähler-Chef.
In der erst vor wenigen Tagen in Kraft getretenen Verordnung schreibt der Bund Waldbesitzern und Forstbetrieben vor, dass sie im laufenden Wirtschaftsjahr weniger Fichtenholz einschlagen dürfen – nur noch maximal 85 Prozent der durchschnittlichen Erntemenge der Jahre 2013 bis 2017.
Der Anlass: Wegen einer Borkenkäferplage, Trockenheit und Stürmen mussten in den vergangenen Jahren sehr viele Fichten geschlagen werden. Folge waren übervolle Holzlager und Preisverfall. Die Verordnung sollte helfen, die Preise zu stabilisieren.
Die neue Vorschrift des Bundeslandwirtschaftsministeriums ist jedoch von der Realität überholt worden: Seit Anfang des Jahres klagt die Baubranche über Holzmangel, die Preise steigen wieder.

Holzmangel und Versorgungsengpässe

„Die Einschlagsbeschränkung war wegen des überschüssigen Käferholzes gut gemeint, ist aber von der aktuellen Entwicklung am Holzmarkt überholt worden und stört massiv die Märkte“, erklärte Aiwanger. Die deutschen Waldbesitzerverbände hatten eine Einschränkung ursprünglich sogar befürwortet. Noch im März hatte die Arbeitsgemeinschaft der Waldeigentümer in Berlin die Verordnung als nicht weitgehend genug kritisiert.
Doch nun sind die Folgen anders als erwartet: „Dadurch werden Versorgungsengpässe auch für Sägewerke verursacht, die dadurch ihre Kunden in der Bauwirtschaft nicht mehr beliefern können, wodurch Gebäude bis hin zu Mietwohnungen nicht rechtzeitig fertiggestellt werden können.“
Darüber hinaus beklagt Aiwanger unerwartete Weiterungen – bis hin zu einem möglichen Mangel an Pizzaschachteln: „Das für die Herstellung von Papier und Pappkarton ebenfalls stark nachgefragte Papierholz aus jungen Fichtenbeständen, die zur Gesunderhaltung der Bestände dringend durchforstet werden müssen, darf ebenfalls kaum mehr geerntet werden.“
Politik solle Probleme lösen, argumentiert der Wirtschaftsminister. „In diesem Fall schafft sie vermeidbare Probleme für den Markt, den Wald und die Umwelt.“
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