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Zehn Fakten über die Heilige Walpurga und die Hexennacht

© CC0 / Pixabay / EfraimstochterHexen bei einem Strassenfest in Oberzell (Archiv)
Hexen bei einem Strassenfest in Oberzell (Archiv) - SNA, 1920, 30.04.2021
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In der Nacht vom 30. April zum 1. Mai feiern viele die Walpurgisnacht mit einem ausgelassenen Tanz in den Mai. 2021, wie auch im vorigen Jahr, müssen alle Besen nicht auf den Brocken, sondern in den Abstellraum geschickt werden. Denn es gibt Kräfte, die offenbar eine stärkere Magie besitzen als die von Hexen, nämlich Corona und Lockdown.
SNA hat einige interessante Tatsachen über die Walpurgisnacht, diesen viele Jahrhunderte alten Brauch, zusammengestellt.
1.
Der Name des Festes geht auf die Geschichte zurück und ist mit der heiligen Nonne Walburga (auch Walpurga oder Walpurgis) verbunden, die ungefähr in den Jahren 710 bis 779 lebte. Sie war eine angelsächsische Benediktinerin und Äbtissin des Klosters Heidenheim. Walburga gilt als Tochter des westsächsischen christlichen Königs im angelsächsischen Reich, Richard von Wessex. Sie half ihrem Onkel Bonifatius bei der Missionsarbeit.
2.
Am 1. Mai rund um das Jahr 870, knapp hundert Jahre nach ihrem Tod, wurde diese Klosterschwester durch Papst Hadrian II. heiliggesprochen. Sie gilt seitdem als Patronin für Wöchnerinnen, Seeleute, Bauern und Haustiere. Die heilige Walburga wird gegen Krankheiten und Seuchen, Hungersnot und Missernte, Tollwut und Hundebiss angerufen. Die Klosterschwester hatte mit Hexenritualen die Walpurgisnacht, nichts zu tun. Beide Traditionen haben sich irgendwann verbunden.
3.
Die Wurzel der Hexennacht liegt in den vorchristlichen Frühjahrsbräuchen. Damals feierten die Leute die Ankunft des Frühlings mit nächtlichen Freudenfeuern. Nach altem Volksglauben vertreiben in dieser Nacht die germanischen Götter Wotan und Freya die Winter-Dämonen.
4.
Im „Handlexikon des deutschen Aberglaubens“ werden im Zusammenhang mit der Walpurgisnacht blaues Feuer, Hexenfahrten, Geistermessen, Kröten und sogar Menschenopfer und Anderes erwähnt. Unter den für diese Nacht üblichen Sitten werden zum Beispiel abergläubische Traditionen der Bauern beschrieben. So haben sie ihren Kühen in der Walpurgisnacht bestimmte Kräuter zum Fressen gegeben, beziehungsweise diese als Kranz umgehängt, damit die Haustiere nicht verhext werden.
5.
Seit 1042 soll unter Walburgas Reliquienschrein in Eichstätt alljährlich von Oktober bis Ende Februar eine Flüssigkeit, das sogenannte Walburgisöl, austreten. Pilger können es in Fläschchen abgefüllt im Kloster bekommen. Seit dem 15. Jahrhundert wird die heilige Walburga auch auf Gemälden mit dem Fläschchen abgebildet.
6.
Der Kriminalbiologe Mark Benecke ließ im Jahr 2011 eine Probe der Flüssigkeit untersuchen. Dies sei eine klare, farb-, geschmack- und geruchlose Flüssigkeit, die sich tropfenartig unter dem Sargstein bildet. Es handele sich um hartes Wasser mit einem neutralen pH-Wert.
7.
Insgesamt wird geschätzt, dass in Europa im Zuge der Hexenverfolgung drei Millionen Menschen der Prozess gemacht wurde. Dabei wurden 40.000 bis 60.000 Betroffene hingerichtet, erklärt Hartmut Bossel in seinem Buch „Zufall, Plan und Wahn: Chronik der Entwicklungen, die unsere Welt veränderten“.
8.
Auf deutschem Boden starben insgesamt etwa 25.000 wegen der Hexenverfolgung, allein in Süddeutschland ca. 9000 Menschen, so das Portal „Deutschland im Mittelalter“. Etwa 80 Prozent aller Hingerichteten waren Frauen, wobei es regionale Unterschiede gab.
9.
Der Glaube an Hexen und die Angst vor ihnen ist mit dem Ende der Hexenprozesse in Europa keineswegs völlig verschwunden, meint Prof. Dr. Johannes Dillinger, Historiker an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und der Oxford Brookes University. Rund 250 Jahre sind inzwischen vergangen, aber noch immer finden in westlichen Gesellschaften Ideen und Konzepte, die Anleihen bei altem Hexenglauben nehmen, ihre Anhänger, so Dillinger.
10.
In einigen Regionen der Welt gehört die Hexenverfolgung noch lange nicht der Vergangenheit an. Sie ist heute laut Medien in Afrika, Südostasien, Lateinamerika und Indien anzutreffen.
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