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Raubgut aus Kolonialzeit: Deutsche Museen beschließen Rückgabe von Benin-Bronzen an Nigeria

CC BY-SA 3.0 / Michel wal / Wikimedia CommonsBenin-Bronzen im britischen Museum
Benin-Bronzen im britischen Museum - SNA, 1920, 30.04.2021
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Museumsexperten und Politikentscheidungsträger haben sich am Donnerstag darauf geeinigt, erste Kunstschätze der als Raubgut geltenden Benin-Bronzen an Nigeria zurückzugeben. Darüber berichtete die Nachrichtenagentur DPA.
Die Beteiligten wollen bis zu diesem Sommer konkrete Handlungsschritte und einen Fahrplan für die Rückführung der Benin-Bronzen entwickeln. Sie „streben an, kurzfristig gemeinsam zu umsetzbaren Ergebnissen zu gelangen“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung. Neben dem Auswärtigen Amt, der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zum Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten und dem Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder verhandelten online unter anderen die Leitungen der deutschen Museen, die Benin-Bronzen im Besitz haben. Dazu gehören etwa auch die Museen der Benin Dialogue Group mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, dem Linden-Museum Stuttgart, dem Museum am Rothenbaum Hamburg, den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und dem Rautenstrauch-Joest-Museum Köln.
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Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU), die diese Runde einberufen hatte, kommentierte:
„Wir stellen uns der historischen und moralischen Verantwortung Deutschlands, koloniale Vergangenheit ans Licht zu holen und aufzuarbeiten. Der Umgang mit den Benin-Bronzen ist dafür ein Prüfstein.“
Neben größtmöglicher Transparenz werden laut Grütters „vor allem substanzielle Rückgaben angestrebt“. Als erster Schritt solle nun bis zum 15. Juni eine Aufstellung aller im Besitz der Museen befindlichen Benin-Bronzen veröffentlicht werden.
Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, bezeichnete den Beschluss als „ein historischer Schritt“ und sagte, man wolle schon 2022 mit Rückgaben beginnen können. Zudem sollen nach seinen Worten noch Gespräche mit den nigerianischen Partnern durchgeführt werden. Diese sollen den Aufbau eines in Benin-City geplanten Museums und die Rückführungen betreffen.
Zudem muss geklärt werden, „unter welchen Bedingungen in deutschen Museen auch weiterhin Benin-Bronzen gezeigt werden können“.
Bronzen aus dem Königspalast des damaligen Königreichs Benin sind in zahlreichen deutschen Museen zu finden. Ethnologische Museen verfügen beispielsweise über rund 530 historische Objekte aus dem Königreich Benin, darunter etwa 440 Bronzen. Die Objekte stammten größtenteils aus den britischen Plünderungen des Jahres 1897. Über die Rückgaben der Benin-Bronzen aus deutschen Museen wird seit Jahren diskutiert.
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