Die sieben ungewöhnlichsten Tänze der Welt – Videos

Kecak-Aufführung in Ubud, 2007 - SNA, 1920, 29.04.2021
Am 29. April wird jährlich der von der Unesco initiierte Welttanztag begangen. Für 2021 ist der offizielle Botschafter Friedemann Vogel, Erster Solist und Kammertänzer im Stuttgarter Ballett. Laut ihm ist Tanz eine Bewegung, die verfeinert wird, um zu kommunizieren. SNA präsentiert Ihnen sieben beeindruckende Tänze aus der ganzen Welt.
Der Welttag des Tanzes wurde vom Internationalen Komitee des Tanzes des Internationalen Theaterinstitutes (ITI der Unesco) erstmals im Jahr 1982 ausgerufen, um den Tanz als universelle Sprache in der Welt zu würdigen. Im Zusammenhang mit diesem Aktionstag werden von der Organisation auch jährliche Botschaften veröffentlicht, für die wechselnde Autoren ausgewählt werden. 2021 ist die Auswahl von Friedemann Vogel, dem Ersten Solisten und Kammertänzer im Stuttgarter Ballett, getroffen worden.

„Alles beginnt mit Bewegung – ein Instinkt, den wir alle haben –, und Tanz ist Bewegung, die verfeinert wird, um zu kommunizieren. So wichtig und beeindruckend eine makellose Technik auch ist, letztlich ist das, was der Tänzer in der Bewegung ausrückt, was die Essenz ist“, so Vogel in seiner Botschaft.

Wir haben an dieser Stelle die wohl ungewöhnlichsten Tänze der Welt aufgelistet, die als Kommunikationsmittel mit einem Gesprächspartner eingesetzt wurden oder immer noch werden – seien es eine Gottheit, die Natur oder einfach nur die Feinde im Kampf.

1. Scherentanz

Die Unesco hat den peruanischen Tanz mit der Schere in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen. Die Originalbezeichnung „Supaypa wasin tusuq“ bedeutet „Der Tänzer im Haus des Teufels“. Er wurde ursprünglich von Schamanen getanzt und in den Zeiten der Katholizismus-Verbreitung verfolgt und verboten, denn es gab manche, die glaubten, die Tänzer seien vom Teufel besessen. In Lima, der Hauptstadt von Peru, können Sie jedes Jahr Künstler sehen, die in der Kunst des Scherentanzes gegeneinander antreten.

2. Tanz der tausend Hände

Guanyin wird im ostasiatischen Buddhismus als Göttin des Mitgefühls verehrt. Seit Jahrhunderten suchen die Menschen bei ihr Trost und Glück. Sie besitzt viele Augen, damit sie das Leid überall auf der Welt sieht, und viele Arme, damit sie überall helfen kann. Guanyin-Anbeter glauben, dass sie eines Tages einen Eid geschworen hat, sich nicht zu beruhigen, bis alle Wesen auf der Welt vor dem Leiden gerettet sind. Also hat sie von Buddha tausend Hände und tausend Augen geschenkt bekommen, damit jeder Notleidende nicht unbemerkt bleibt und Hilfe erhält. Es gibt einige wenige Statuen, die tatsächlich 1000 Arme haben.

3. Kecak

Kecak ist ein balinesischer Gruppentanz. Dutzende bis Tausende Männer mit schwarz-weiß-karierten Lendenschürzen bilden sitzend oder stehend einen Kreis und verkörpern das mythologische Affenheer, die Helfer des hinduistischen Prinzen Rama, der siebenten Inkarnation des Gottes Vishnu. Mit wechselndem Tempo und Lautstärke rufen sie „Kecak Kecak Cak-a-Cak“, dabei machen sie beschwörende Bewegungen mit Armen und Händen. Im Tanz sind normalerweise auch andere Figuren zu sehen – der Prinz Rama, seine Gattin Sita, der Affengeneral Hanuman, der adlergestaltige Götterbote Garuda sowie als Gegenspieler der Dämonenkönig Ravana.

4. Derwischtanz

Der mystische Tanz der sich drehenden Derwische stammt aus dem 13. Jahrhundert. Der Ausdruck Derwisch bezeichnet vor allem in den europäischen Sprachen einen Sufi, den Angehörigen der muslimischen asketisch-religiösen Ordensgemeinschaft Mevlevi.
Die Tänzer tragen einen schwarzen Umhang über dem weißen Gewand. Der Umhang symbolisiert das Grab und die Kopfbedeckung namens Sikke den Grabstein des Ego. Die weiten weißen Gewänder stellen die Leichentücher des Egos dar. Indem sich der Tanzende Derwisch seines Umhangs entledigt, wird er spirituell wiedergeboren, heißt es in der Enzyklopädie des Islam.
„Während sich der Derwisch von rechts nach links dreht, umarmt er symbolisch in Liebe die gesamte Menschheit. Sein rechter Arm ist mit geöffneter Hand nach oben zum Himmel erhoben, um Gottes Wohltätigkeit zu empfangen, während die linke Hand, auf die der Semazen (der sich drehende Derwisch – Anm. d. Red.) seinen Blick richtet, zur Erde zeigt und damit Gottes Gaben weitergibt“, erklärt das Portal Anatolienmagazin die Bedeutung des Tanzes.

5. Kalbelya-Tanz

Dieser Tanz wird von den Frauen der Kalbelya-Gemeinschaft im indischen Bundesstaat Rajasthan aufgeführt. Die traditionelle Beschäftigung dieser Kaste bestand darin, Schlangen zu fangen. Sie brachten die Schlangen dazu, zum Klang der Pungi, des Holzinstruments der Schlangenbeschwörer, zu tanzen. Die Kalbelya-Tänzerinnen und Tänzer sind in traditionelle schwarze, wirbelnde Röcke gekleidet, geschmückt mit Perlen, Bändern und kleinen Spiegeln.

6. Tanz mit Hörnern

Der ungewöhnliche Tanz mit Hörnern hat seinen Ursprung im Dorf Abbots Bromley in der Grafschaft Staffordshire, inmitten der Midlands von England. Mit diesem Tanz-Ritus wollten die königlichen Förster das Jagdglück beschwören, um so viel Wild aus dem Wald zu kriegen, dass auch die arme Bevölkerung etwas abbekommen konnte. Die Ergebnisse wurden dann während des Jahrmarkts zelebriert. Dieser findet dort seit 1221 statt und dauert mehrere Tage, mit dem berühmten Horn Dance natürlich.

7. Kosaken-Kampftanz mit Säbeln

Dieser Tanz wurde von den Kosaken vor dem Kampf aufgeführt, um den Kampfgeist zu steigern, sich etwas „aufzuwärmen“ und gleichzeitig den Feind einzuschüchtern. Der Kosakentanz kann man heute bei feierlichen Massenveranstaltungen in den südlichen Regionen Russlands sehen.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала