Milliardenverlust für Hauptstadtflughafen BER im Corona-Jahr

© AP Photo / Michael SohnBER Terminal 5
BER Terminal 5 - SNA, 1920, 29.04.2021
Das Krisen-Jahr 2020 ist für den Flughafen BER mit einem milliardenschweren Verlust zu Ende gegangen. Die Betreibergesellschaft führt die Misere auf die sinkenden Umsätze, aber auch auf hohe Abschreibungen zurück. Dies meldet die Nachrichtenagentur Reuters.
Der Verlust lag nicht nur wegen sinkender Umsätze, sondern auch wegen hoher Abschreibungen bei 1,06 Milliarden Euro, erklärte die Betreibergesellschaft FBB am Donnerstag nach einer Aufsichtsratssitzung.
Die Virus-Pandemie habe den Airport stark getroffen, sagte Flughafen-Chef Engelbert Lütke Daldrup. Die Zahl der Passagiere sei auf 9,1 Millionen eingebrochen, nach knapp 36 Millionen im Rekordjahr 2019. Die Umsätze sanken um 239 Millionen Euro. Wegen der Aussicht auf noch lange niedrige Erlöse verbuchte der Airport eine außerplanmäßige Abschreibung auf die neue Terminalstruktur von rund 767 Millionen Euro. Dadurch sei das „Eigenkapital weitgehend aufgebraucht“, hieß es.
Die Eigentümer Bund, Berlin und Brandenburg haben bereits signalisiert, dass sie den Airport weiter finanziell stützen wollen, und im März eine Patronatserklärung dazu unterzeichnet. Die FBB setzt in ihrem Businessplan auf Hilfen von rund 2,4 Milliarden Euro. Dies soll über eine Teilentschuldung der FBB laufen, über Liquiditätshilfen und die Umwandlung von Krediten in Zuschüsse. Hier muss die EU-Kommission noch grünes Licht geben und die Gespräche dazu liefen, sagte Lütke Daldrup. Er zeigte sich zuversichtlich, dass der Flugverkehr im zweiten Halbjahr zulegen dürfte. „Wenn der Reiseverkehr im Sommer anzieht, könnte das das langersehnte Licht am Ende des Tunnels sein.“ 2025 soll der Flughafen auch finanziell wieder auf eigenen Beinen stehen.
Passagierjets der Fluggesellschaft KLM (Archivbild) - SNA, 1920, 20.04.2021
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Die Suche für die Nachfolge des scheidenden Lütke Daldrup dauert noch etwas länger. Man sei in guten Gesprächen und werde eine vernünftige Lösung für den Airport finden, sagte FBB-Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider. Zuletzt hieß es bei Insidern, die langjährige Airport-Managerin Aletta von Massenbach habe gute Chancen auf den Chefposten. Die 1969 geborene Juristin ist bereits seit September 2020 Finanzchefin der FBB. Von Massenbach war über 20 Jahre für den Betreiber des Frankfurter Flughafens, die Fraport AG, tätig. Sie leitete viele Projekte und Airports im Ausland - etwa in Peru, Bulgarien und der Türkei.
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