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Marsch zu Ehren der SS-Division „Galizien“ zum ersten Mal in Kiew

© SNA / StringerDemonstration zu Ehren der SS-Division „Galizien“
Demonstration zu Ehren der SS-Division „Galizien“ - SNA, 1920, 29.04.2021
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Nationalistische Organisationen haben am Mittwoch laut Berichten erstmals in Kiew einen Marsch zum 78. Jahrestag der ukrainischen SS-Division „Galizien“ veranstaltet.
Ungefähr 100 Menschen mit Fahnen verschiedener nationalistischer Organisationen versammelten sich am U-Bahnhof Arsenalna, um die SS-Freiwilligen Division „Galizien“ zu feiern. Sie marschierten in einer von Polizisten begleiteten Kolonne durch das Zentrum der ukrainischen Hauptstadt und riefen nationalistische Parolen. Für die Demo schränkten die Behörden den Autoverkehr ein.
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„Wir sind die Kraft, die dieses Land regieren wird“, „Wir sind die Kraft, die in Moskau kämpfen wird“ oder „Wir sind stolz und erinnern uns an die Taten der Galizien-Division“ - das war auf den Straßen in Kiew zum ersten Mal zu hören. Früher hatte nach Medienangaben eine ähnliche Demo in Lwiw (Lemberg) stattgefunden.
Neben der Aggressivität ihrer Teilnehmer gegenüber Russland und der Empörung der Anwohner, die unwillige Zeugen der Prozession werden mussten, fiel die Veranstaltung durch einen Teilnehmer auf, der während des Marsches die Hand zum Nazigruß erhob. Medien berichten von zahlreichen Facebook-Nutzern, die für die Veröffentlichung der Fotos und Videos von diesem Gruß blockiert wurden.

Reaktionen

Der Vorsitzende der ukrainischen Regierungspartei „Sluha Naroda“, Oleksandr Kornijenko, meinte, dass die Demo zu Ehren der SS-Division „Galizien“ unter den Artikel über die Propaganda des Naziregimes fallen könnte. Er betonte, die Organisatoren der Kundgebung hätten zur Manipulation gegriffen, indem sie bei der Anmeldung den „SS“-Teil ausblendeten.

„Von der Seite des Initiators hieß es, dass es ein Marsch...der patriotischen Kräfte war. Das heißt, es wurde alles nicht im Zusammenhang mit der SS-Division „Galizien“ gebracht“, sagte er.

Man müsse nun prüfen, betonte Kornijenko, wie der Antrag gestellt wurde.
Die Oppositionspartei im ukrainischen Parlament - „Oppositionsplattform - Für das Leben (OPWDD)“ - forderte dringend „eine harte Antwort“ auf die Provokation der Nazismus-Anhängern gemäß dem Gesetz sowie das Verbot aller Organisationen und Bewegungen, die an diesem Marsch teilgenommen haben. Laut der Opposition blockiere die derzeitige Regierung „die Feiern zum Tag des Sieges auf allen Ebenen“ unter Berufung auf die Quarantäne, vergesse allerdings sofort alle Einschränkungen, wenn es um Radikale gehe.
Wladimir Jabarow, erster stellvertretender Leiter des Internationalen Komitees des russischen Föderationsrates, sagte, er verstehe nicht, warum Europa, das Russland für die Situation mit Alexej Nawalny kritisierte, „verschämt schweigt", während in der Ukraine ein nationalistisches Regime entsteht.
Die Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland in Kiew, Anka Feldhusen, reagierte auf die Demo umgehend via Twitter:
Sie wies darauf hin, dass die Einheiten des Waffen-SS während des Zweiten Weltkrieges an den „schlimmsten Kriegsverbrechen und dem Holocaust“ beteiligt waren. Und setzte fort:

„Keine Freiwilligenorganisationen, die heute für die Ukraine kämpfen und arbeiten, sollten mit ihnen in Verbindung gebracht werden.“

SS-Division „Galizien“

Die Division „Galizien“ wurde 1943 aus ukrainischen freiwilligen Nationalisten in Lemberg gegründet. Während des Großen Vaterländischen Krieges war sie Teil der nationalsozialistischen Struktur der SS-Truppen und hauptsächlich bei Strafaktionen und Kämpfen gegen Partisanen eingesetzt. Im Sommer 1944 versuchte die Division, die Offensive der Roten Armee in der Nähe der Stadt Brody abzuwehren und wurde dabei von den Einheiten der 1. Ukrainischen Front vollständig zerschlagen. Derzeit gilt sie als kriminelle Organisation und ist nach ukrainischem Recht verboten.
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