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Lebenserwartung in Ost- und Westdeutschland fast angeglichen – Forscher geben aber keine Entwarnung

© AP Photo / Martin MeissnerPassanten in Deutschland (Symbolbild)
Passanten in Deutschland (Symbolbild) - SNA, 1920, 29.04.2021
Passanten in Deutschland (Symbolbild)
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Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) hat auf seiner offiziellen Webseite die Ergebnisse einer neuen Studie zu den Ost-West-Unterschieden in der Sterblichkeit der Deutschen bekanntgegeben.
Bei der Lebenserwartung bestanden zum Zeitpunkt der deutschen Wiedervereinigung vor 30 Jahren erhebliche Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland, schrieb die Behörde am Mittwoch unter Verweis auf die Forschungsgruppe Mortalität am BiB von Dr. Pavel Grigoriev. Bei den Männern war die Lebenserwartung im Osten 3,4 Jahre niedriger als im Westen, bei den Frauen — 2,7 Jahre.
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Der Osten verzeichnete dem BIB zufolge in den 1980er Jahren vor allem im höheren Alter ab 60 Jahren höhere Sterberaten als der Westen – speziell im Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie etwa Herzinfarkt und Schlaganfall. Nach der Wiedervereinigung konnten ältere Personen – und Frauen generell – bei der Lebenserwartung relativ schnell zum Westen aufschließen.
Derzeit liegen Männer in Ostdeutschland nur noch etwa ein Jahr und zwei Monate hinter den westdeutschen Männern zurück, so die Forscher. Bei Frauen haben sich die Werte komplett angeglichen.
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Die sogenannte Wendegeneration, die etwa zwischen 1950 und 1970 geboren und heute im Alter zwischen 50 und 70 Jahren ist, hat laut der Studie ökonomische und soziale Unsicherheiten erlebt, da der wirtschaftliche Umbruch nach der Wiedervereinigung teilweise mit einer langen Phase erhöhter Arbeitslosigkeit einhergegangen sei.
„Bis heute sind die Sterberaten im Zusammenhang mit Todesursachen, die auf einen gesteigerten Alkoholkonsum und Rauchen zurückzuführen sind, bei den Männern dieser Generation vergleichsweise hoch“, erklärte Dr. Michael Mühlichen, ein Mitautor der Recherche.
Die Forscher sind skeptisch, ob die Ost-West-Unterschiede in der Sterblichkeit bald komplett der Vergangenheit angehören könnten. Die lange Phase strukturell hoher Arbeitslosigkeit in Ostdeutschland nach 1990 werde in den nächsten Jahrzehnten zu steigenden Ost-West-Unterschieden bei der Rentenhöhe beitragen, was sich negativ auf die Entwicklung der Lebenserwartung im Vergleich zum Westen auswirken könnte.
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Darüber hinaus soll der Anteil der Raucherinnen bei den jüngeren Frauen im Osten deutlich höher sein als im Westen. Es sei daher nicht unwahrscheinlich, dass in der Zukunft Ost-West-Differenzen bei der Sterblichkeit wieder zunehmen könnten.
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