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Bulgarien weist russischen Diplomaten aus

© REUTERS / STOYAN NENOVDie russische Botschaft in Bulgarien
Die russische Botschaft in Bulgarien - SNA, 1920, 29.04.2021
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Das bulgarische Außenministerium hat einen Mitarbeiter der russischen Botschaft in Sofia zur unerwünschten Person erklärt. Man verlange von Moskau tatkräftige Unterstützung bei der Aufklärung von Vorfällen in Bulgarien.
Das Außenministerium in der bulgarischen Hauptstadt Sofia hat mit dem russischen Botschafter nach eigener Darstellung ein „umfassendes und ernstes“ Gespräch geführt und Moskau zur Mitwirkung bei der Aufklärung von Giftanschlägen auf drei bulgarische Bürger und von Explosionen in bulgarischen Munitionslagern aufgefordert.
„Bulgarien will gleichberechtigte und beidseitig lohnende Beziehungen zu Russland erhalten und besteht deshalb auf aktiver und effektiver Mitwirkung der russischen Seite bei der Aufklärung von Umständen mehrerer Vorfälle auf unserem Territorium“
Bulgariens Außenministerium
Das Außenministerium in Moskau hat Maßnahmen zur Reaktion auf die Ausweisung des russischen Diplomaten aus Sofia angekündigt.
Erst vor kurzem hatte auch die tschechische Regierung Moskau die Beteiligung an der Explosion in einem Munitionslager vorgeworfen: Russische Geheimdienste seien die Drahtzieher einer Explosion im tschechischen Vrbetice von 2014, erklärte Prag und verwies mehrere russische Diplomaten des Landes.
Moskau verwehrte sich gegen die Vorwürfe und reagierte seinerseits mit Ausweisungen tschechischer Diplomaten. Maria Sacharowa, Sprecherin des russischen Außenministeriums, bezeichnete die Anschuldigungen im Zusammenhang mit der Explosion im tschechischen Waffenlager als „Aufmarsch des Irrsinns“.
Tschechiens Präsident Milos Zeman erklärte indes, die tschechischen Geheimdienste hätten ihm sechs Jahre lang gar nichts über etwaige Verdachtsmomente gegen Russland berichtet. Die Explosion im Munitionslager Vrbetice könne auch auf Fahrlässigkeit dortiger Mitarbeiter oder auf ein „Spiel ausländischer Geheimdienste“ zurückzuführen sein.
Nach dem Vorwurf aus Prag erhob auch Sofia ähnliche Anschuldigungen: Sechs russische Staatsbürger seien am Giftanschlag gegen einen bulgarischen Waffenhändler beteiligt gewesen, der die ukrainische Armee auf dem Höhepunkt der Kampfhandlungen im Osten der Ukraine mit Waffen versorgt haben soll, erklärte das bulgarische Außenministerium. Des Weiteren soll Moskau in Explosionen in mehreren bulgarischen Munitionslagern in den Jahren 2011, 2015 und 2020 verwickelt gewesen sein.
Angesichts dieser Fülle von Anschuldigungen bemerkte der russische Außenminister Sergej Lawrow scharfzüngig, man könnte Russland bald auch für den Mord an Erzherzog Franz Ferdinand von 1914 verantwortlich machen.
Ankunft von aus Russland ausgelieferten tschechischen Diplomaten in Prag, 19. April 2021 - SNA, 1920, 22.04.2021
Diplomaten-Streit: Tschechisches Ultimatum an Moskau verstrichen
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